Corona-Krise: Fast 80 Prozent der freien Journalisten haben Honorareinbußen Aktuelle Journalismus-Studie der LMU München.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch beruflich für Journalisten deutlich spürbar und bringen viel Verunsicherung mit sich. Einer aktuellen Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zufolge gaben 61,5 Prozent der befragten Journalisten an, dass sich ihre Arbeitsbedingungen seit Ausbruch der Pandemie verschlechtert haben. Bei freien Journalisten liegt der Wert sogar bei 71,6 Prozent, bei Festangestellten in Vollzeit bei 52,8 Prozent.

Die Umfrage, die vor allem Erkenntnisse zur Prekarisierung im Journalismus untersucht, ergab, dass drei Viertel der Befragten Journalisten der Meinung sind, dass Prekarisierungstendenzen im Journalismus durch die Corona-Krise verstärkt wurden. Fast 80 Prozent der freien Journalisten haben Honorareinbußen seit Beginn der Pandemie, 60 Prozent von ihnen leiden sogar unter Existenzängsten.

Die Befragung liefert auch jenseits von Corona interessante Ergebnisse etwa zum Thema Gehalt. So beträgt das Netto-Durchschnittgehalt von hauptberuflichen Journalisten rund 2.340 Euro pro Monat.  Festangestellte Journalisten in Vollzeit verdienen rund 880 Euro netto monatlich mehr als hauptberuflich freie Journalisten. Zwei von fünf hauptberuflichen Journalisten gehen einer bezahlten Nebentätigkeit nach. 43 Prozent der hauptberuflichen Journalisten schätzen ihre Arbeitssituation als prekär ein.

Bei der Umfrage nahmen mehr als 1.000 haupt- und nebenberufliche Journalisten aus ganz Deutschland von Oktober 2020 bis Dezember 2020 teil.

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