Spezialisierung im Journalismus

Die Spezialisierung auf ein bestimmtes Fach- oder Themengebiet wird im Journalismus zunehmend wichtiger. Während die Massenmedien im Internetzeitalter an Bedeutung verlieren, sind Fachmedien und -journalisten mehr denn je gefragt.

Auf die immer stärkere Ausdifferenzierung des Publikums in kleinere und kleinste Interessengruppen reagiert der Journalismus mit einer zunehmenden Spezialisierung: So gibt es mittlerweile praktisch für jedes noch so spezifische Interesse an einem bestimmten Thema publizistische Angebote. Special Interest boomt: Das zeigen auch die Zahlen der jährlich erscheinenden Fachpresse-Statistik des Vereins Deutsche Fachpresse. Seit 2012 steigt die Anzahl der Fachzeitschriftentitel kontinuierlich an. 2015 konnten insgesamt 3.893 Fachzeitschriftentitel in Deutschland registriert werden. So finden sich im Printbereich neben klassischen Allround-Titeln für Politik, Wirtschaft oder Sport auch Fach-Publikationen für Orchideen-Fans, Fleischliebhaber oder Modelleisenbahn-Enthusiasten. Diese Vielfalt des publizistischen Angebots ist im Internet noch um einiges größer, zahlreiche Portale und Blogs berichten heutzutage detailliert über Nischenthemen jeglicher Art.

Medienexperten wie der Journalist und Blogger Karsten Lohmeyer sehen einen klaren Zusammenhang zwischen Spezialisierung im Journalismus und der fortschreitenden Digitalisierung. In einem Gastbeitrag für das Onlinemagazin "Fachjournalist" äußert sich Lohmeyer wie folgt zu dem Thema: "Das Internet fördert Spezialisten. Fast alle Journalisten, die im Internet erfolgreich sind, haben sich auf ein bestimmtes Fach- und Themengebiet spezialisiert." Als Beispiele für erfolgreiche Nischenangebote im Netz nennt der Gründer des Medienblogs "LousyPennies" unter anderem "mobilbranche.de", einen täglichen Newsdienst rund um Smartphones, Apps und Co., sowie "cruisetricks.de", ein Webmagazin für Kreuzfahrten.

Für angehende Journalisten erscheint es daher geboten, schon in der Ausbildung Schwerpunkthemen zu entwickeln. Dies bestätigt der Journalismus-Professor Markus Kaiser in einem Interview mit dem "Poltec-Magazin": "Spezialisierung halte ich für etwas ganz Wichtiges im Journalismus. Man braucht ein Fachgebiet, man braucht ein Gebiet, in dem man richtig fit ist und am besten der Beste ist. Denn dann wird man natürlich auch in diesem Fachgebiet gut gebucht, man bekommt Aufträge und wenn man Redakteur ist, macht man sich damit unverzichtbar."

Mit einer fachjournalistischen Ausbildung, etwa beim Deutschen Journalistenkolleg, sind Nachwuchsjournalisten daher bestens gerüstet, um die Anforderungen an Journalisten im 21. Jahrhundert erfüllen zu können.

Literatur: Beatrice Dernbach/Thorsten Quandt (Hrsg.): Spezialisierung im Journalismus, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009.

Quellen:
- http://www.fachjournalist.de/zeit-zum-geldverdienen-mit-journalismus-warum-das-internet-spezialisten-foerdert/

 


Zurück zur Übersicht:

Journalistische Trendthemen

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr