Non-Profit-Journalismus

Der Non-Profit-Journalismus , auch bekannt unter den Namen Not-for-profit Journalism oder Think Tank Journalism, versteht sich als eine gemeinnützige Form des Journalismus.

Non-Profit-Journalismus wird von sogenannten Non-Profit-Organisationen (NPO) verfolgt, die im Gegensatz zu Unternehmen nicht primär den wirtschaftlichen Erfolg als Ziel haben. Non-Profit-Journalisten arbeiten in der Regel investigativ, wie der Journalist Stefan Seitz feststellt: "Sie greifen gesellschaftlich relevante Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, um durch gründliche Recherche Missstände, Skandale und Affären aufzudecken."

Insbesondere vier Merkmale sind für den Non-Profit-Journalismus kennzeichnend:
 

  • nimmt die dem Journalismus zugedachte öffentliche Aufgabe ernst
  • ohne Gewinnerzielungsabsicht
  • wird mit einer maßgeblichen Finanzierung durch Spender und Förderer betrieben
  • ist von den Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt

 

Die fehlende Gewinnerzielungsabsicht des Non-Profit-Journalismus bietet einerseits bei der publizistischen Arbeit zahlreiche Freiheiten. So muss bei der Themenauswahl nicht auf Auflage- oder Klickzahlen Rücksicht genommen werden. Gesellschaftliche relative Themen können ohne Druck in Angriff genommen werden. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass durch die Alimentierung durch Stiftungen oder sonstige Geldgeber neue Abhängigkeiten entstehen: Der Unabhängigkeit von Werbemärkten steht die Abhängigkeit von Spendern, Zuschüssen etc. gegenüber.

Das bekannteste Non-Profit-Journalismus-Netzwerk ist das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), das 1997 gegründet wurde. Es ist ein globales Netzwerk von mehr als 190 Reportern in über 65 Ländern. Im deutschsprachigen Raum ist das gemeinnützige Recherchebüro "Correctiv" zu nennen, das 2014 gegründet wurde. Weitere Beispiele für Non-Profit-Journalismus in Deutschland sind die "Kontext: Wochenzeitung" oder die Vernetzungsplattform "Hostwriter".

Quellen:
- Stefan Seitz: Non-profit Journalism, in: Deutscher Fachjournalisten-Verband (Hg.): Journalistische Genres, S. 403-410.

 


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