Kuratieren

Der Begriff "Kuratieren" stammt eigentlich aus der Kunstwelt. Das Wort nimmt Bezug auf den Kurator (vom lateinischen curare = sorgen, sich kümmern) eines Museums, der die Exponate einer Ausstellung nicht nur auswählt, sondern auch über ihre Anordnung und Präsentation entscheidet.

Seit einigen Jahren hat sich der Begriff auch im Journalismus etabliert. Unter Kuratieren versteht man hier, Links zu empfehlen und einzuordnen. Als Tätigkeit ist das Kuratieren nicht komplett neu, nur der Begriff ist – zumindest im journalistischen Kontext – vergleichsweise jung. Presseschauen gibt es schon jahrzehntelang. Gastautoren haben ebenfalls eine lange Tradition. Beides waren aber gerade in der alten Welt der Massenkommunikationsmedien Zeitung, Zeitschrift, Radio und Fernsehen eher kleine Nischen.

Im Netz gelingt es keinem Verlag, auch nur annähernd eine ähnlich große und vor allem treue Leserschaft zu gewinnen. Es ist eher ein Kampf um Gelegenheitsleser, die nicht mehr allzu viel auf (Medien-)Marken geben, sondern in erster Linie an gutem, interessantem und relevantem Inhalt interessiert sind. Natürlich können Leseempfehlungen hier auch automatisiert erstellt oder aggregiert werden, doch oft sind die Ergebnisse unbefriedigend. Der menschliche Experte denkt im Zweifelsfall noch eine oder zwei Ebenen weiter oder stellt Texte in den Kontext, die dem Algorithmus entgehen. Und genau deswegen sind kuratierende Journalisten so wichtig – und werden immer wichtiger. Sie sind, wie es der Autor Bernd Oswald formuliert, die "Trüffelschweine", die den guten Inhalt im Netz aufspüren. Sie suchen Texte zusammen und schnüren diese moderiert bzw. kommentiert zu einem neuen Paket.

Beispiele für Kuratieren im Journalismus:
Im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel der "Bildblog", "Piqd", "Niuws", "Blendle", der "Social Media Watchblog" sowie die "Krautreporter Morgenpost" Beispiele für Kuratierdienste im Journalismus. Zahlreiche Newsletter wie der "Espresso" der Süddeutschen Zeitung oder der "Checkpoint" des Tagesspiegel bieten ebenfalls einen Nachrichtenüberblick und empfehlen ausgewählte Beiträge.

In Zeiten des "Information Overload" dürfte der Bedarf an kuratierenden Journalisten weiter steigen. Schließlich fällt es vielen Medienkonsumenten bereits heute schwer, aus den Weiten des World Wide Web die für sie passenden Informationen herauszufiltern.

Quellen:
- Bernd Oswald: Kuratieren im Journalismus: Kontext ist King, http://www.fachjournalist.de/kuratieren-im-journalismus-kontext-ist-king/

 


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