Digitales Storytelling

Mit der Veränderung der Medienbranche durch den Prozess der Digitalisierung in einer vernetzten Welt hat sich auch die journalistische Erzählweise verändert. Geschichten erreichen Menschen heute anders, als dies noch zu Zeiten der Verbreitung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert der Fall war. Ein ansprechendes digitales "Storytelling" (auf Deutsch: "Geschichten erzählen") bietet die Möglichkeit, durch einen gezielten multimedialen Einsatz den Nutzer auf interaktive Weise in eine starke Geschichte einzubinden.

Neben Storytelling werden auch noch die Begriffe "Scrollytelling", "Multimedia-Reportagen" und "Longform" mehr oder weniger synonym verwendet. Das zeigt: Es gibt keinen einheitlich verwendeten Namen für die von einigen als Königsdisziplin im Onlinejournalismus bezeichnete Erzählform. In ihr fließen Text, Grafik-, Video-, Daten- und Bildelemente ineinander, es gibt keine störenden Sidebars und Werbebanner, die vom Lesen ablenken. Meist sind Multimedia-Reportagen thematisch fokussiert. Daher eignen sie sich auch für fachjournalistische Beiträge. Jeder Journalist kann solche Beiträge erstellen, besondere Vorkenntnisse, etwa im Programmieren, sind dafür nicht nötig.

Tools, mit denen sich Multimedia-Reportagen relativ leicht erstellen lassen, sind zum Beispiel Storify, Exposure, Atavist und Pageflow. Einen guten Überblick und zahlreiche Beispiele für digitales Storytelling finden sich auf dem Blog der Journalistin Sonja Kaute.

Digitales Storytelling ist bei Weitem noch nicht ausgereift: Neue Techniken wie Virtual oder Augmented Reality (VR und AR) oder auch soziale Netzwerke wie Snapchat oder Instagram bieten Journalisten die Möglichkeiten, Geschichten noch interessanter und attraktiver für die Medienkonsumenten aufzubereiten.

Digitales Storytelling wird nicht nur im Journalismus verstärkt nachgefragt. Auch in der PR und im Marketing erfreut sich die Erzählmethode zunehmender Beliebtheit.

Wichtig ist beim Storytelling, wie bei anderen journalistischen Darstellungsformen auch, letztlich vor allem eins: Die Geschichte selbst muss stimmen. Sie bildet das Fundament. Eine Geschichte lebt von ihren Figuren, von Konflikten, Spannung, der Perspektive, der Freiheit der Idee ohne Zensor im Kopf freien Lauf zu lassen, und ihrer Glaubwürdigkeit, Emotionalität und Tiefe. Sind diese Elemente nicht ausreichend vorhanden, hilft auch die ausgefeilteste Erzähltechnik nicht weiter.

Quellen:
- Melanie Quauke: Digitales Storytelling: Das Maximum aus einer Geschichte herausholen, http://www.fachjournalist.de/digitales-storytelling-das-maximum-aus-einer-geschichte-herausholen/
- Sonja Kaute: Fünf Tools für neue Erzählformen im Onlinejournalismus, http://www.fachjournalist.de/fuenf-tools-fuer-neue-erzaehlformen-im-onlinejournalismus/
- Sonja Kaute: Exposure, Atavist, Pageflow: 3 Tools für Multimedia-Reportagen im Test, http://www.fachjournalist.de/exposure-atavist-pageflow-3-tools-fuer-multimedia-reportagen-im-test/

 


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