Crowdsourcing

Unter Crowdsourcing versteht man die Auslagerung von Aufgaben an eine Crowd, die aus einem Kollektiv von Menschen besteht. Populär geworden ist diese Methode durch die im Internetzeitalter zunehmenden Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches von Ideen.

Der Begriff "Crowdsourcing" ist noch relativ jung. Seine Geburtsstunde hatte er im Jahr 2006; damals verfasste der amerikanische Journalist Jeff Howe (Wired Magazin) einen Beitrag mit dem Titel "The Rise of Crowdsourcing".

Auch im Journalismus ist Crowdsourcing mittlerweile angekommen. Immer mehr journalistische Start-ups versuchen via Crowdfunding – eine Unterkategorie des Crowdsourcing, bei der die gemeinsame Finanzierung eines Projektes durch die Community im Vordergrund steht – eigene Projekte auf die Beine zu stellen.

Bekannte Beispiele für journalistische Crowdfunding-Projekte sind die Onlinemagazine "De Correspondent" aus den Niederlanden und "Krautreporter" aus Deutschland. "De Correpsondent" gelang es 2013 über 1 Million Euro und 15.000 Jahresabos einzusammeln. Ähnlich erfolgreich waren die "Krautreporter", die es seit Oktober 2014 gibt: Die Gründer Sebastian Esser (Herausgeber), Philipp Schwörbel (Geschäftsführer) und Alexander von Streit (Chefredakteur) bekamen von der Crowd über 900.000 Euro für ihr Portal, das sich dem investigativen Nachrichtenjournalismus verschrieben hat.

Die Crowd wird im Journalismus jedoch nicht nur als Finanzierungsmöglichkeit gesehen, sondern auch als Ideengeber. Ein Beispiel hierfür ist die App "GuardianWitness" der britischen Tageszeitung "The Guardian", die auf User-generated-Content setzt. Nutzer der App können sich als Bürgerjournalisten beweisen, indem sie exklusives Material wie Fotos, Videos oder Augenzeugenberichte von bestimmten Ereignissen an die Redaktion schicken. Ein ähnliches Konzept verfolgen mittlerweile auch einige deutsche Medien wie die "Bild"-Zeitung, die "Berliner Morgenpost" oder der "Stern", die ihre Leser dazu aufrufen, als "Leserreporter" tätig zu werden.

Das Konzept des Crowdsourcing dürfte im digitalen Zeitalter weiter an Bedeutung gewinnen. Denn Journalisten können so – unabhängig von Verlagszwängen – ihrer Arbeit nachgehen. In Zeiten, in denen immer mehr feste Redakteursstellen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen, könnte sich Crowdfunding als dauerhafte Finanzierungsmöglichkeit für Journalismus etablieren.

Quellen:
- http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/crowdsourcing
- http://meedia.de/2014/08/05/der-journalismus-und-die-crowd-die-8-spannendsten-projekte/
- http://www.fachjournalist.de/journalistische-start-ups-teil-2-wenn-leser-magazine-mitfinanzieren/

 


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