Journalistenschule

Welche Vorteile bietet eine Journalistenschule?

Der große Vorteil, den Journalistenschulen gegenüber einem Volontariat oder einem Studium bieten, liegt darin, dass Theorie und Praxis hier in einem äußerst ausgewogenen Verhältnis vermittelt werden. Die meisten Journalistenschulen arbeiten nämlich nach dem Prinzip, eine möglichst praxisnahe Ausbildung zu bieten und dabei so viel Theorie zu vermitteln, wie notwendig ist.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Journalistenschulen in der Medienbranche ein ausgezeichnetes Renommee besitzen. Dies bedeutet natürlich für die Absolventen einen gewissen Vorteil, wenn sie später den Arbeitgeber wechseln wollen oder sich an die Akquise für neue Auftraggeber machen. Der Grund dafür liegt darin, dass der Unterricht meist durch ausgezeichnete Dozenten erfolgt, die in der Branche einen guten Ruf genießen.

Und schließlich sind die Lehrinhalte medienübergreifend und sehr breit gefächert, sodass auch die speziellen Erfordernisse unterschiedlicher Mediengattungen berücksichtigt werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund können zahlreiche Journalistenschulen auf eine Vielzahl von erfolgreichen Absolventen und Qualitätszertifikate vorweisen.
 

Nachteile von Journalistenschulen

Weil die Inhalte in Journalistenschulen sehr breit gefächert sind und diese von renommierten Dozenten vermittelt werden, gibt es bezüglich der Ausbildungsqualität keine Nachteile bei Journalistenschulen. Allerdings bieten diese nur relativ wenige Ausbildungsplätze pro Jahr an. Die Chancen auf eine Ausbildung stehen also auch für qualifizierte Bewerber relativ schlecht.
 

Was macht eine gute Journalistenschule aus?

Weil es mittlerweile eine relativ große Vielzahl an Journalistenschulen in Deutschland gibt, sind in der Qualität der Ausbildung durchaus qualitative Unterschiede bemerkbar. Ob sich der angehende Journalist für eine qualitativ gute Bildungseinrichtung entschieden hat, kann er aber schon im Vorfeld abklären. Auf folgende Punkte sollten angehende Journalisten achten, wenn sie sich für die Ausbildung an einer Journalistenschule entscheiden.
 

Transparenz

Hier geht es in erster Linie darum, ob die Journalistenschule einen guten Einblick in die Ausbildung gewährleistet. Dieser Aspekt kann entscheidend für Anwärter sein, die mehrere Alternativen zur Auswahl haben.
 

  • Wie umfangreich ist die Selbstauskunft, also das Infomaterial und der Webauftritt der Schule?
  • Schafft es die Schule, durch die Infomaterialien journalistische Kompetenz zu vermitteln? Wichtig ist hierbei nicht nur, dass der Inhalt verständlich formuliert ist, sondern auch, dass er ansprechend präsentiert wird.
  • Wie detailliert sind die Angaben zum Verlauf der Journalistenausbildung?
  • Gibt es eine Auskunft zum Lehrpersonal und dessen Qualifikation?
  • Sind die Klassenstärken so bemessen, dass eine angemessene Betreuung gewährleistet ist?
  • Gibt es eine ausreichende fachliche Betreuung durch die Dozenten?
  • Sind Organisationstruktur und Gesellschaftsform ausreichend erläutert?
  • Werden Sponsoren und Kooperationspartner genannt?
  • Hat die Schule einen Beirat, der pluralistisch besetzt ist?
  • Wird klar, ob die Schule Geld für die Ausbildung verlangt oder sogar eine Ausbildungsvergütung bezahlt?
  • Setzt die Schule die Ergebnisse der Selbstverpflichtung von journalistischen Aus- und Weiterbildungsinstituten um?
  • Gibt es zusätzlich weitere Zertifizierungen?

 

Welches Image hat die Schule?

Dieser Aspekt lässt sich ebenfalls bereits im Vorfeld abklären. Nachdem angehende Journalisten üblicherweise vorher als freie Mitarbeiter tätig sind, können sie sich auch im Kollegenkreis umhören.
 

  • Kennen Journalisten die Schule?
  • Werden über die Schule Kontakte zum Berufsfeld und zu Berufsorganisationen organisiert?
  • Inwiefern tragen die Dozenten zu professionellen Diskurs im Journalismus bei?
  • Ist die Unabhängigkeit der Ausbildung an der Journalistenschule gewährleistet?
  • Arbeitet die Journalistenschule mit anderen Einrichtungen, etwa aus dem Ausland, zusammen?
  • Bietet die Journalistenschule Einblicke in den beruflichen Alltag, etwa durch Kooperationen mit diversen Medien?
  • Hat die Schule einen gewissen Ruf als "Denkfabrik", die offen für Experimente ist?
     

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Dies können angehende Journalisten üblicherweise erst abklären, wenn sie sich für eine oder mehrere Journalistenschulen entschieden haben und die Details abklären müssen.
 

  • Wie nachvollziehbar und transparent ist das Bewerbungsverfahren?
  • Wird vorausgesetzt, dass die Bewerber journalistische Erfahrung mitbringen oder erleichtert solche die Aufnahme?
  • Gibt es eine Erläuterung zu den Bewertungsmaßstäben?
  • Wird transparent kommuniziert, welchen Anteil die einzelnen Elemente des Auswahlverfahrens an der gesamten Bewertung haben?
  • Sind auch anonymisierte Elemente, wie etwa eine Übungsarbeit, in das Auswahlverfahren integriert?
     

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Dieser Punkt lässt sich erst während der der Ausbildung seriös abschätzen. Im Vorfeld lassen sich darüber aber durchaus Informationen – etwa über frühere Absolventen – einholen.
 

  • Vermittelt die Schule grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten im Journalismus und geht sie dabei über die berufliche Weiterbildung hinaus?
  • Dauert die Ausbildung in etwa so lange wie ein Volontariat, also 18 bis 24 Monate?
  • Gibt es feste Partnerredaktionen, mit welchen die Schule zusammenarbeitet?
  • Werden die Praxisstationen durch die Schule vermittelt und gibt es hier einen Austausch über den Ablauf der Ausbildung?
  • Bietet die Schule eine multimediale Ausbildung an, die mehrere Mediengattungen umfasst?
  • Können sich die Schüler im Laufe der Ausbildung auf eine bestimmte Mediengattung spezialisieren?
  • Gibt es zum Abschluss ein qualifiziertes Zeugnis?
     

Die Ausbildungsinhalte

Auch die Inhalte der Ausbildung lassen sich im Vorfeld nur schwer abschätzen. Diese lassen sich anhand des Infomaterials zwar grob einschätzen, allerdings fehlt ohne einen tieferen Einblick in den Alltag der Schule die konkrete Einordnung. Wichtig sind folgende Punkte:
 

  • Werden die Grundlagen journalistischer Arbeit sowie der Praxisforschung durchgängig vermittelt?
  • Wird auch im Hinblick auf die wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen, ethischen, sozialen und kulturellen Aspekte, die den Journalismus berühren, unterrichtet?
  • Wird im Lehrangebot deutlich zwischen den journalistischen Inhalten und solchen aus Werbung, PR, Marketing und Medienmanagement unterschieden?
  • Ist an der Schule auch eine angemessene technische Ausstattung vorhanden?
  • Gibt es eine systematische Begleitung von Übungsarbeiten und eine anschließende Besprechung?
  • Sind im Rahmen der Ausbildung Hospitationen in Bereichen, die der Branche nahestehen, vorgesehen?
  • Werden explizit journalistische Projekte an der Schule angeboten?
  • Besitzt die Schule eigene Medien, um redaktionelle Übungen unter Realbedingungen durchzuführen?
     

Welche Rahmenbedingungen bietet die Journalistenschule?

Die Rahmenbedingungen können Interessenten zumindest teilweise vorher abklären. Das sicherste Indiz für eine qualitativ hochwertige Journalistenschule besteht darin, ob sie einen schriftlichen Ausbildungsvertrag erhalten. Dieser muss folgende Angaben enthalten:
 

  • Wie lange dauert die Ausbildung (inklusive exakter Daten zu Beginn und Ende)?
  • Der Aufbau der Ausbildung und die einzelnen Stationen sollten genannt werden.
  • Sind die Arbeits- und Urlaubszeiten an die geltenden Tarifverträge angelehnt?
  • Wie sehen die finanziellen Modalitäten aus?
  • Gibt es einen Ausbildungsplan und werden die Ausbilder benannt?
  • Ist eine Probezeit vorgesehen? Diese beträgt üblicherweise drei Monate.
  • Werden geltende Tarifverträge berücksichtigt?
  • Haben die Schüler Anspruch auf ein Zwischenzeugnis? Dies brauchen die Schüler unter Umständen für Bewerbungen.
  • Besteht ein Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis beim Abschluss der Journalistenschule?
  • Gibt es eventuell eine Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit?


Folgende Aspekte sind bei kostenpflichtigen Schulen wichtig:
 

  • Gibt es an der Schule ein Stipendienprogramm oder können Stipendien durch die Schule vermittelt werden?
  • Werden durch die Schule zinsgünstige Kredite zu moderaten Bedingungen vermittelt?
  • Stehen Kosten und der erwartete Nutzen in einer vernünftigen Relation zueinander?
     

Bei unternehmenseigenen Schulen gelten folgende Fragen:

  • Bietet die Ausbildung sichtlich mehr als ein Volontariat?
  • Wird während der Ausbildung ein Gehalt gemäß Tarifvertrag bezahlt?
  • Falls nicht, werden Gründe dafür genannt?
  • Gibt es eine Unterstützung bei der Wohnungssuche oder betriebliche Wohnungen, die genutzt werden können?
     

Welche Berufschancen bieten sich?

Dieser Aspekt lässt sich nur sehr schwer einschätzen, da er von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird, auf welche die Schüler keinen Einfluss haben. Dazu gehört beispielsweise die gesamtkonjunkturelle Entwicklung. Die Schüler können ihre Schlüsse also nur aus den Erfahrungswerten aus der Vergangenheit ziehen. Folgende Fragen sind für sie wichtig
 

  • Wie hoch stehen die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung in einer Partnerredaktion?
  • Werden die Absolventen von der Schule bei der Stellensuche unterstützt?
  • Werden Statistiken und Absolventenlisten von der Schule veröffentlicht, die als Referenz dienen können?
  • Werden Absolventen als Gesprächspartner vermittelt?
  • Gibt es an der Schule ein Netzwerk von Ehemaligen?
  • Gibt es auch eine Vorbereitung auf die Tätigkeit als freier Journalist?
     

Vorteile eines Journalistikstudiums

Das Studium an einer Hochschule oder einer Fachhochschule ist in Deutschland der höchste erreichbare Schulabschluss. Mit einem erfolgreich absolvierten Journalistikstudium halten sich die Absolventen weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt offen. Beispielsweise bauen zahlreiche Unternehmen die Bereiche Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich aus und stellen hier bevorzugt Bewerber mit einer journalistischen Ausbildung ein.

Als weiterer Vorteil schlägt zu Buche, dass die Studenten Kenntnisse in einem sehr breit gefächerten Wissensspektrum erwerben. Dadurch wird es ihnen erleichtert, privat ein zweites berufliches Standbein ins Auge zu fassen, wodurch sie langfristig gesehen auch das Hobby zum Beruf machen können.
 

Nachteile eines Journalistikstudiums

Weil der Journalismus insgesamt als sehr praxisbezogener Beruf gilt, wird das Studium oft als zu theorielastig gesehen. Diesen offensichtlichen Nachteil können die Studenten allerdings dadurch ausgleichen, indem sie während der Semesterferien Praktika bei verschiedenen Medienunternehmen absolvieren oder als freie Mitarbeiter tätig werden. Wollen die Journalistikstudenten anschließend eher im Bereich der Aus- und Fortbildung von Journalisten arbeiten, kann der genannte Nachteil sogar zum Vorteil werden.

Ein Nachteil offenbart sich auch bei den Bachelor-Studiengängen: Diese haben üblicherweise eine Regelstudienzeit von sechs Semestern. Viele Studenten schaffen das Studium nicht in diesen drei Jahren. Zudem schränkt ein Bachelorstudium die Karrierechancen stark ein, weshalb sich viele Studenten gezwungen sehen, an den Bachelor ein Masterstudium anzuschließen. Dafür müssen die Studenten aber mindestens vier weitere Semester, also zwei Jahre, investieren.

Was von vielen Studenten unterschätzt wird, sind die Kosten, welche mit einem Studium verbunden sind. Studiengebühren, sofern diese erhoben werden, machen dabei oft nur den geringsten Anteil aus. Viel gravierender sind die Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel, Internet und Telefon. Selbst wenn ein Student sparsam lebt, fallen schnell Kosten von mindestens 800 Euro pro Monat an. Für ein Bachelorstudium summieren sich diese monatlichen Beträge immerhin auf etwa 30.000 Euro, die oft über Bafög oder einen Studentenkredit finanziert werden. Verzichten sie darauf, müssen die Studenten oft gezwungenermaßen einem Nebenerwerb nachgehen, was eine erhebliche Doppelbelastung darstellen kann.

 


Zurück zur Übersicht:

Infopool Nachwuchsjournalismus

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr

Kontakt zum
Deutschen Journalistenkolleg

030 81003688-5

030 81003688-9

E-Mail Kontakt

www.journalistenkolleg.de