Bewerbung

Grundsätzlich unterscheidet sich die Bewerbung für einen Journalisten nicht großartig von den Bewerbungen für einen anderen Beruf. Der wohl größte Unterschied besteht darin, dass von den Medienunternehmen Referenzen und Arbeitsproben gern gesehen werden. Das hat auch einen guten Grund: Denn selbst mit glänzenden Noten und hervorragenden Praktikumszeugnissen ist nicht gewährleistet, dass ein Bewerber stilistisch zur Redaktion passt. Der verantwortliche Personalchef kann dies am besten durch Arbeitsproben, die er gegebenenfalls mit dem jeweiligen Redaktionsleiter durchspricht, erkennen. Denn nicht selten entscheidet sich ein Medienunternehmen im Zweifelsfall für einen Bewerber mit etwas schlechteren Noten, wenn er dafür die speziellen journalistischen Anforderungen des jeweiligen Mediums besser zu erfüllen scheint.
 

Tipps zur Bewerbungsmappe

Zwingend notwendig ist für einen Journalisten, eine gute Bewerbungsmappe mit allen notwendigen Unterlagen abzugeben. Schließlich zeigt er damit, dass er es gewohnt ist, sorgfältig zu arbeiten. Extrem wichtig ist es, dass alle Elemente der Bewerbungsmappe, die vom Journalisten verfasst wurden, fehlerfrei sind. Es empfiehlt sich deshalb, die Bewerbungsmappe von ein oder zwei Personen gegenlesen zu lassen, bevor sie abgeschickt wird. Die Unterlagen werden in folgender Reihenfolge in die Bewerbungsmappe gegeben:

 

  • Bewerbungsschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Dritte Seite/Motivationsschreiben
  • Arbeitszeugnisse, Praktikumszeugnisse und Schulzeugnisse, wobei das erste Zeugnis das aktuellste sein soll - Bescheinigungen für Weiterbildungen
  • Arbeitsproben und Referenzen

 

Das Deckblatt ist nicht zwingend notwendig, wird aber gerne gesehen, weil sich hier ein größeres Bewerbungsfoto unterbringen und dadurch der Lebenslauf etwas entzerren lässt, sodass die Bewerber eine Bewerbungsmappe mit einem ansprechenden Layout erstellen können.
 

Tipps zum Bewerbungsfoto

Seitdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz – auch bekannt als Antidiskriminierungsgesetz – im August 2006 in Kraft getreten ist, sind Bewerber nicht mehr dazu verpflichtet, in der Bewerbungsmappe ein Bewerbungsfoto beizulegen. Trotzdem empfiehlt es sich, ein Foto mitzuschicken. Denn der erste optische Eindruck rundet für viele Personalchefs die Bewerbung gelungen ab und erhöht die Chance darauf, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden erheblich.

Allerdings sollte ein professionelles Bewerbungsfoto gewählt werden, das von einem Fotografen angefertigt wurde. Denn der Profi weiß, was aktuell bei Bewerbungsfotos gefragt ist und welche formalen Kriterien – etwa bei der Bildgröße und beim Bildausschnitt – erfüllt sein müssen. Zudem kann der Fotograf einen Rat geben, wie das Bild aussehen sollte. Während etwa bei einer Bank konservative Porträts gefragt sind, dürfen die Bewerbungsfotos in kreativen Berufen durchaus etwas frecher aussehen. Fotografen, die Bewerbungs- und Porträtfotos schwerpunktmäßig anbieten, können außerdem wichtige Tipps zur Körperhaltung, zum Gesichtsausdruck und zu weiteren Nuancen geben, die dem Betrachter positiv oder negativ auffallen können.

 

Größe, Farbe und Position des Bewerbungsfotos

Aktuell werden für Bewerbungen bevorzugt Formate zwischen 6 mal 4 und 9 mal 6 Zentimeter verwendet. Diese Formate entsprechen dem goldenen Schnitt und wirken deshalb schöner als andere Formate. Wollen die Bewerber das Foto einscannen und auf das Deckblatt drucken, können sie es natürlich beliebig vergrößern oder verkleinern. Die Bewerber sollten dafür eine proportionale Vergrößerung oder Verkleinerung wählen und den Bildausschnitt nicht verändern.

Ob das Bewerbungsfoto in Farbe oder schwarzweiß angefertigt wird, ist reine Geschmackssache. Einfarbige Bilder wirken zwar hochwertiger, können unter Umständen aber auch gekünstelt wirken. Im Zweifelsfall können die Bewerber die Fotos in Farbe und Schwarzweiß ausdrucken lassen und können damit variieren, wenn sie sich bei unterschiedlichen Unternehmen bewerben.

Das Bewerbungsfoto kann entweder in der ersten Seite des Lebenslaufs oder im Deckblatt integriert werden. Wo das Foto platziert wird, ist formal gesehen nebensächlich und hängt von der Blickrichtung des Bewerbers ab. Grundsätzlich gilt: Er sollte immer in die Seite hineinschauen. Falls der Bewerber den Abzug direkt in die Bewerbungsmappe gibt, sollte er es auf der Rückseite mit seinem Namen beschriften und mit einem Klebestift fixieren. Alternativ kann er es ausdrucken, falls der Bewerber selbst keinen hochwertigen Drucker besitzt, ist das auch im Copyshop oder in einer digitalen Druckerei möglich.

 

Tipps zum Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben ist das wohl wichtigste Element der Bewerbung. Darin schildert der Bewerber, warum er der richtige Kandidat für die ausgeschriebene Position ist, gegebenenfalls auch, warum er die Arbeitsstelle wechseln möchte. Weil das Ausformulieren vielen Bewerbern schwer fällt, greifen sie oft auf Musterschreiben aus dem Internet zurück.

Das mag bei der Bewerbung auf eine gering qualifizierte Stelle angebracht sein, für die weitere journalistische Karriere ist dies jedoch tödlich. Die Personalchefs erwarten ein individuelles Anschreiben, in dem ruhig auch die Persönlichkeit des Bewerbers durchschimmern darf. Allenfalls die formalen Kriterien können von Musterschreiben übernommen werden, falls sich der Bewerber diesbezüglich unsicher ist. Ein besonderes Augenmerk sollten die Bewerber – ebenso wie in ihren Beiträgen – auf den ersten Satz legen. Dieser soll den Leser so neugierig machen, dass er das Anschreiben gern lesen möchte. Als Schlusssatz kann der Bewerber eine freundliche Grußformel wählen. Auf die Nennung eines Gehaltswunsches kann der Nachwuchsjournalist in der Bewerbung verzichten, da die Bezahlung entweder im Tarifvertrag oder in internen Vereinbarungen einheitlich geregelt ist. Eine übertarifliche Bezahlung ist nur üblich, wenn das Medienunternehmen eine Position mit einer bestimmten Person besetzen möchte.

Weil es sich beim Bewerbungsschreiben um einen Geschäftsbrief handelt, sollte sich der Bewerber im Wesentlichen an die Vorgaben nach DIN 5008 orientieren, die im Netz zu finden ist. Zwingend notwendig ist ein einheitliches Schriftbild in einer klar lesbaren Schriftart mit einer Schriftgröße zwischen zehn und 12 Punkt. Passende grafische Elemente können jedoch integriert werden, um dem Anschreiben einen individuellen Charakter zu geben. Diese sollten allerdings thematisch passen und dezent gehalten sein.

 

Tipps zur Dritten Seite

Etwa 80 Prozent aller Nachwuchsjournalisten absolvieren zur Ausbildung ein Volontariat bei einem Medienbetrieb. Die wichtigste Rolle in der Ausbildung spielen Tageszeitungen, wo rund 1.200 Volontärsplätze angeboten werden, gefolgt von Zeitschriften mit rund 800 Volontärsstellen und Hörfunkstationen mit über 500 Volontärsstellen. Nach dem Ende des Volontariats müssen sich die jungen Journalisten aber anderweitig bewerben oder eine freiberufliche Tätigkeit anstreben, weil nur etwa ein Drittel der Volontäre beim Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt wird – meist im Rahmen von Pauschal- oder Zeitverträgen.

Die Qualität der Ausbildung und auch die Vergütung unterscheiden sich von Medium zu Medium teilweise erheblich, wobei die Situation in Zeitungen und Zeitschriften durchaus vergleichbar ist. Am begehrtesten sind die Volontärsstellen bei öffentlich-rechtlichen Sendern, wo die Bewerber ein hochwertiges und anspruchsvolles Volontariat erwartet.
 

Welche Voraussetzungen werden verlangt?

Bei der Dritten Seite, die oft auch als Motivationsschreiben bezeichnet wird, handelt es sich um ein relativ neues Element bei Bewerbungen. Der Name Dritte Seite leitet sich daher, weil dieses Schreiben in der Bewerbungsmappe auf Anschreiben und Lebenslauf folgt. Zahlreiche Unternehmen betrachten die Dritte Seite als freiwilliges Element, das nicht zwingend erforderlich ist.

Vorteile bietet die Dritte Seite, wenn die Bewerber bestimmte Aspekte des Lebenslaufs näher erläutern möchten. Beispielsweise, warum sie das Studienfach gewechselt haben oder ihren Auslandsaufenthalt in genau diesem Land absolviert haben. Nachteilig ist die Dritte Seite hingegen, wenn entsprechende Aspekte im Lebenslauf fehlen, weil dann die Gefahr der Wiederholung groß ist. Sofern das Motivationsschreiben nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist, sollten die Bewerber in diesem Fall darauf verzichten.

Aus Sicht der Personalchefs macht die Dritte Seite insofern Sinn, weil sie hier die Gelegenheit bekommen, den Bewerber besser kennenzulernen als durch die Argumente aus dem Anschreiben. Ist die Dritte Seite für den Personalchef spannend, kann dieser durchaus den Wunsch entwickeln, einen Bewerber kennenzulernen.
 

Tipps zum Lebenslauf

Der Lebenslauf ist neben dem Anschreiben ein zentrales Element in der Bewerbung. Darin schildert der Bewerber den schulischen und beruflichen Werdegang. Zugleich stellt der Lebenslauf eine persönliche Leistungsbilanz dar. Personalchefs schätzen einen übersichtlich aufgebauten Lebenslauf, weil dies üblicherweise das erste Element aus der Bewerbungsmappe ist, das sie sichten.

Am gebräuchlichsten ist der sogenannte tabellarische Lebenslauf, der chronologisch aufgebaut ist. Eine umgekehrte Chronologie empfiehlt sich allenfalls bei Arbeitnehmern mit langjähriger Berufserfahrung – hier werden die wichtigsten Stationen in den Vordergrund gestellt. Der Lebenslauf sollte maximal zwei Seiten umfassen, aber auch nicht zu knapp gehalten sein.

Nachwuchsjournalisten, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, haben oft das Problem, dass ihr Lebenslauf zu dünn wirkt. Sie können dieses Problem dadurch lösen, indem sie auch Ferien- und Praktikantenjobs mit aufnehmen. Größere Lücken sollte der Lebenslauf nicht aufweisen: Kurze Zeiten von Arbeitslosigkeit wirken sich in der Regel nicht negativ aus, längere Phasen sollten hingegen auf der Dritten Seite erläutert werden. Beispielsweise kann es vorkommen, dass Wehr- oder Zivildienstleistende nachträglich als untauglich eingestuft werden, wodurch für sie eine Zwangspause für die weitere Ausbildung entsteht.

Ob die Hobbies im Lebenslauf genannt werden sollen, ist im Personalwesen allgemein eine eher strittige Frage. Für einen angehenden Journalisten kann es allerdings nicht schaden, wenn er diese im Lebenslauf angibt. Der Bewerber zeigt damit sein Engagement und ein breit gefächertes Interesse, was im späteren Berufsleben eminent wichtig ist.
 

Tipps zu Zeugnissen

Welche Aussagekraft Zeugnisse und insbesondere Arbeitszeugnisse haben, ist im Personalwesen umstritten. Bei Schulzeugnissen liegt der Grund unter anderem darin, dass es das Zentralabitur inklusive der Anforderungen an die Schüler nur auf Länderebene gibt. Bildungsexperten bemängeln zudem das sinkende Niveau, was sich häufig in besseren Noten niederschlägt.

Bei Arbeitszeugnissen hingegen sorgt die Rechtsprechung dafür, dass die Leistungen ausschließlich positiv bewertet werden dürfen. Für Arbeitnehmer gilt seit dem 1. Januar 2003 Paragraph 109 der Gewerbeordnung. Bei dieser Neufassung des Gesetzes wurde festgehalten, dass die Aussagen in einem Arbeitszeugnis verständlich und klar formuliert sein müssen und keine doppelbödigen Formulierungen enthalten dürfen.
 

Codes und schlechte Zeugnisse

Trotzdem gibt es nach wie vor Formulierungen, die sich für das geschulte Auge als vernichtendes Urteil erweisen können. Wird beispielsweise das gesellige Verhalten eines Mitarbeiters erwähnt, ist damit eigentlich ein Alkoholproblem gemeint. Steht im Arbeitszeugnis hingegen, dass er sich stets bemüht habe, besagt das, dass der Mitarbeiter heillos überfordert war.

Ein Zwischenzeugnis können junge Journalisten anfordern, wenn sie wichtige berufliche Stationen hinter sich gebracht haben. Beispielsweise, wenn sie die Redaktion oder das Ressort wechseln. Grundsätzlich sollten alle Zeugnisse der Stationen, die im Lebenslauf erwähnt wurden, vorgelegt werden, sofern eine Beurteilung ausgestellt wurde. Ein schlechtes Zeugnis wegzulassen wirkt auf denjenigen, der die Bewerbungsmappe prüft, eher verdächtig.

In jedem Fall lohnt es sich, das Arbeitszeugnis nach Ausstellung von einem Experten überprüfen zu lassen. Stellen diese unglückliche Formulierungen und unfaire Bewertungen fest oder entdecken offensichtliche Fehler, kann mit dem früheren Arbeitgeber nachverhandelt werden. Eine Arbeitszeugnis-Beratung bietet der Deutsche Fachjournalisten-Verband an, Mitglieder des Verbandes können sogar kostenlos eine individuelle Erstberatung in Anspruch nehmen. Sie erhalten allgemeine Informationen zur Rechtslage, können ihr Arbeitszeugnis überprüfen lassen und können sich die Bewertung erläutern lassen.
 

Tipps zur Initiativbewerbung

Weil im Journalismus viele offene Stellen über den grauen Stellenmarkt vergeben und nicht offiziell ausgeschrieben werden, lohnt es sich für Nachwuchsjournalisten, eine Initiativbewerbung zu verschicken. Sofern diese gut gelungen ist, verbleibt der Bewerber möglicherweise im Pool der Personalabteilung und wird berücksichtigt, sobald eine Stelle neu besetzt werden muss.

Damit der Bewerber mit einer Initiativbewerbung punkten kann, muss diese allerdings möglichst gut auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein. Der Bewerber sollte sich im Vorfeld gründlich über das Unternehmen informieren und seine Erkenntnisse in die Bewerbung einfließen lassen. In anderen Branchen ist es üblich, dass bei einer Initiativbewerbung lediglich eine Kurzbewerbung geschickt wird. Angehende Journalisten sollten allerdings zumindest eine Referenzmappe mitbringen.
 

Tipps zu Referenzen

Referenzen im Sinne von Empfehlungen durch Dritte benötigt ein Nachwuchsjournalist in der Regel nicht, da Arbeitsproben für den künftigen Arbeitgeber sehr viel aussagekräftiger sind. Nachwuchsjournalisten sollten also in jedem Fall eine Auswahl ihrer Beiträge, die sie als freie Mitarbeiter oder während des Praktikums erstellt haben, im Rahmen einer Referenzmappe mit der Bewerbung schicken. Hat der Bewerber nur wenig Material, können das durchaus auch Beiträge aus einer Schülerzeitung sein, womit er zeigt, dass er sich schon frühzeitig für den Journalismus interessiert hat.

Hat der angehende Journalist zusätzlich Kontakte zu Personen, die in Werbung, PR und Journalismus arbeiten, können diese durchaus als Referenzgeber dienen. Diese können auch direkt mit dem jeweiligen Medium in Kontakt treten und ihre Empfehlung aussprechen. Ein vorheriges Briefing des Referenzgebers ist nicht notwendig, weil dieser die Ansprechpartner ohnehin besser kennt als der Bewerber. Beide sollten allerdings vorab miteinander sprechen, damit sich der Referenzgeber über Stärken, Schwächen und Interessen des Bewerbers informieren kann.
 

Tipps zum Vorstellungsgespräch

Bewerber, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, haben die erste Hürde bereits gemeistert: Nun will das Unternehmen die Bewerber, welche für die Position in Frage kommen, näher kennenlernen. Mit den Fragen, die üblicherweise beim Vorstellungsgespräch gestellt werden, will der Arbeitgeber die Motivation, Arbeitsweise und die Persönlichkeit des Bewerbers intensiver beleuchten, als dies durch die schriftliche Bewerbung möglich ist.

Darüber hinaus muss der Bewerber damit rechnen, dass ihm sogenannte Fangfragen gestellt werden. Diese sollen den Bewerber aus dem Konzept bringen und verunsichern, weil der Arbeitgeber wissen will, wie der Bewerber unter Stress reagiert. Bei jungen Journalisten ist dies insofern wichtiger als in anderen Branchen, weil sie im Berufsleben ständig mit unvorhergesehenen Situationen konfrontiert werden und schnell reagieren müssen. Eine spontane Antwort ist hier die beste Lösung für den Bewerber.

Darüber hinaus gibt es unzulässige Fragen, etwa nach einer Schwangerschaft, Religions- und Parteizugehörigkeit, Vorstrafen oder der sexuellen Gesinnung. Teilweise dürfen diese allerdings gestellt werden und müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden, sofern sie das Tätigkeitsfeld berühren. Die Frage nach der politischen Gesinnung oder der Religion ist also durchaus gerechtfertigt, weil Journalisten ja zur Neutralität verpflichtet sind. Ein ambitionierter Jungpolitiker etwa hat schlechte Chancen auf die Festanstellung, auch weil beim Mediennutzer der Eindruck entstehen könnte, dass der Betreffende das Medium nur als Plattform für seine Karriere nutzen möchte.
 

Körpersprache, Dresscode und Reisekosten

Der Journalismus gilt als eine eher legere Branche, in der auch keine strikten Kleidervorschriften herrschen. Der wichtigste Aspekt: Der Bewerber sollte auf ein gepflegtes Erscheinungsbild achten, Kostüm oder Anzug und Krawatte sind allerdings nicht erforderlich. Im Zweifelsfall können die Bewerber einen erfahreneren Kollegen fragen, der sehr wahrscheinlich den Dresscode kennt.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Körpersprache. Generell sollten die Bewerber offen und aufgeschlossen auftreten und ein freundliches Lächeln im Gesicht tragen. Absolut tabu sind Drohgebärden oder Gesten, die mangelndes Interesse signalisieren. Dazu gehören etwa vor der Brust verschränkte Arme.

Ob dem Bewerber die Reisekosten zum Vorstellungsgespräch erstattet werden, wird von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich gehandhabt. Der Arbeitgeber übernimmt prinzipiell die Reisekosten, es sei denn, dies wird von vornherein ausgeschlossen.
 

Sprung in die Freiberuflichkeit

Seit den Umstrukturierungen, die im Zuge der Medienkrise zu Beginn des neuen Jahrtausends notwendig wurden, arbeitet ein hoher Anteil von Journalisten auf freiberuflicher Basis. Der größte Vorteil, den Freelancer genießen, besteht darin, dass sie sich ihre Zeit bis zu einem gewissen Grad selbst einteilen können und einen größeren Einfluss auf die Themenwahl haben. Zudem arbeiten sie üblicherweise für mehrere Medien, sodass sich die Tätigkeit insgesamt abwechslungsreicher darstellt. Dank der neuen Medien können sie auch eigene Projekte im Rahmen ihrer Selbstständigkeit umsetzen. Dies ist für Journalisten in Festanstellung meist ausgeschlossen, weil meist vertraglich fixiert ist, dass sie nicht für andere Medien arbeiten dürfen.

Demgegenüber steht der gravierende Nachteil, dass Freelancer für sämtliche Kosten selbst aufkommen müssen, also einen monatlichen Mindestumsatz erwirtschaften müssen, den ihnen kein Medium garantieren kann. Junge Journalisten, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, sollten von Anfang an Wert darauf legen, für mehrere Arbeitgeber zu arbeiten. Denn sind sie ausschließlich für ein Medium tätig, besteht die Gefahr, dass sie als Scheinselbstständige eingestuft werden und mit entsprechenden Sanktionen rechnen müssen.
 

Partnerschaften und Versicherungen

Gern schließen sich freie Journalisten mit Kollegen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und ein breiteres Themenspektrum abdecken zu können. Sie entscheiden sich – ebenso wie die Angehörigen anderer Kreativberufe – meist für die Rechtsform der Partnergesellschaft. Sie müssen dazu einen entsprechenden Vertrag aufsetzen, eine Kapitaleinlage leisten und sich im Partnerschaftsregister eintragen lassen. Die detaillierten Einzelheiten sind im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz geregelt.

Freie Journalisten können ihre Sozialversicherung über die Künstlersozialkasse abwickeln. Dabei handelt es sich um eine durch die Bundesregierung geförderte Sozialversicherung für die Kreativwirtschaft. Die Mitglieder müssen nicht die vollen Beitragssätze bezahlen, sondern erhalten einen staatlichen Zuschuss. Unterm Strich kostet sie die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung also in etwa so viel wie einen Arbeitnehmer. Auf Berufshaftpflicht und die freiwillige Arbeitslosenversicherung verzichten hingegen viele Freelancer wegen der Beitragshöhe.
 

Wie machen Freelancer Selbstmarketing?

Dank der sozialen Medien können Freelancer mit sehr viel geringerem Aufwand Selbstmarketing betreiben und sich als Marke etablieren, als es früher der Fall war. Beispielsweise können sie ihre Beiträge über Facebook, Twitter, Xing und ähnliche Plattformen teilen und somit neue Auftraggeber auf sich aufmerksam machen. Oder aber sie betreiben einen Blog, der regelmäßig gepflegt wird und diese Möglichkeiten ergänzt.
 

Was Existenzgründer beachten sollten

Die wichtigsten Fragen für angehende Freelancer lauten: "Wie komme ich an Aufträge?" und "Wie kann ich mich selbst optimal vermarkten?" Diese und weitere Fragen rund um die Selbstständigkeit können Journalisten über die Existenzgründerberatung des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes klären. Der Verband bietet darüber hinaus diverse Leitfäden zu wichtigen Themen und einen zweimonatigen Newsletter an, der auch für Freiberufler nützliche Informationen enthält.

 


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