Illustrierte

Bei der Illustrierten handelt es sich um eine Publikumszeitschrift, die periodisch erscheint und bei welcher der inhaltliche Schwerpunkt auf Bildern liegt. Thematisch decken Illustrierte hingegen ein breites Spektrum ab, von klassischen journalistischen Ressorts wie Politik und Wirtschaft bis hin zu Gesellschaftsnachrichten und Soft News. Aus den stark illustrierten Zeitschriften entwickelte sich die sogenannte Regenbogenpresse, die einen großen Teil der heutigen Illustrierten-Titel umfasst. Mit diesem Begriff werden Medien umschrieben, welche vorwiegend aus der Welt des Showbusiness oder des Hochadels berichten.

Während die Illustrierte in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt einen Niedergang erlebte, nimmt die Regenbogenpresse heute einen nicht unwesentlichen Teil der Medienlandschaft ein. Im Segment der Frauenzeitschriften mit einer Gesamtauflage von rund 21 Millionen Exemplaren hatte die Regenbogenpresse 2003 einen Marktanteil von immerhin 44 Prozent. Allerdings sind die Grenzen zwischen der Regenbogenpresse und dem Boulevardjournalismus fließend. Denn auch diese Titel werden oft mit einem plakativen Stil, großen Überschriften und reißerischen Schlagzeilen gestaltet. Auch die Sprache ist häufig einfach und komprimiert, weil eben Bilder im Vordergrund stehen.
 

Weitere Merkmale von Illustrierten

Unabhängig von der thematischen Ausrichtung der Illustrierten, handelt es sich größtenteils um Kaufzeitungen, die in Farbe und auf hochwertigem, beschichtetem Papier produziert werden. Teilweise wird sogar Hochglanzpapier verwendet. Als üblicher Erscheinungsturnus für die Illustrierte hat sich die wöchentliche, 14-tägige, monatliche oder vierteljährliche Erscheinungsweise etabliert.

Auch Titel außerhalb der Regenbogenpresse behandeln eher Themen, die von einem allgemeinen Interesse sind, auch hier sind die Beiträge in einer relativ einfachen Sprache verfasst. Der Unterhaltungswert steht auch bei den anspruchsvolleren Titeln, die aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen, im Vordergrund.

 

Bedeutende Illustrierte in Gegenwart und Vergangenheit

Arbeiter Illustrierte Zeitung

Als im Sommer 1921 in der jungen Sowjetunion eine Hungersnot herrschte, richtete Lenin einen Appell an die Arbeiterklasse, in dem er um solidarische Hilfe bat. Der deutsche Kommunist Willi Münzenberg war maßgeblich am Aufbau der Internationalen-Arbeiter-Hilfe (IAH) beteiligt, welche das Ziel hatte, die Hungerkatastrophe zu bekämpfen. Um die Arbeit dieser Organisation zu unterstützen, wurde am 7. November 1921 die Zeitschrift "Sowjet-Russland im Bild" gegründet, die monatlich erschien.

Nachdem zunächst der Fokus der Berichterstattung auf der Sowjetunion lag, wurden ab 1922 auch Berichte über das deutsche Proletariat veröffentlicht. Nach dem Vorbild der Berliner Illustrirten Zeitung sollte eine revolutionäre Illustrierte für das deutsche Proletariat geschaffen werden. Die Auflagenzahlen stiegen ebenso wie der Einfluss des Blattes, sodass es in Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) umbenannt wurde. Diese erschien ab dem 30. November 1924 im Neuen Deutschen Verlag von Will Münzenberg in zweiwöchigem Turnus, ab 1926 einmal pro Woche. Bis zur Machtergreifung Hitlers hatte die AIZ eine Auflage von mehr als einer halben Million erreicht, wobei die Reichweite sehr viel größer gewesen sein dürfte. Ab 1933 musste sie jedoch ins Exil gehen und wurde in Prag als Volks-Illustrierte weiterproduziert. Diese Illustrierte wurde schließlich 1938 eingestellt.

VU

Bei der VU handelte es sich um eine politische Publikumszeitschrift, die zwischen 1928 und 1940 in Frankreich nach dem Vorbild der Berliner Illustrierten Zeitung erschien. Großen Wert legte der Gründer und Herausgeber Lucien Vogel vor allem auf qualitativ hochwertige Fotos. Bekannt wurde diese Illustrierte unter anderem, weil sie nach Hitlers Machtergreifung deutschen Emigranten eine berufliche Heimat bot.

Lucien Vogel hatte zuvor schon verschiedene Zeitungen gegründet, etwa 1912 die Modezeitschrift Gazette du Bon Ton. Dank moderner Drucktechniken und dem großen Format von 28 mal 37 Zentimetern konnte Vogel Vu in einem außergewöhnlichen Layout gestalten und die hochwertigen Fotos aufwendig präsentieren. Mit diesem modernen Konzept sorgte Lucien Vogel für einiges Aufsehen in der Medienszene, sodass Vu sogar zum Vorbild großer US-amerikanischer Zeitschriften wie Look und Life wurde.

Politisch positionierte sich Vu eindeutig gegen den Nationalsozialismus, den Faschismus und den Franquismus. Vu war sogar die erste Zeitschrift, die bereits im Mai 1933 Fotos von deutschen Konzentrationslagern in Oranienburg und Dachau publiziert hatte. Eine Auseinandersetzung zwischen Lucien Vogel und Anteilseignern der Illustrierten um die politische Ausrichtung läutete 1940 das Ende von Vu ein.

LIFE

Gleich zwei bekannte Magazine in den USA trugen den Namen LIFE. Das erste LIFE-Magazin erschien ab 1883 bis in die 1930er-Jahre in einem wöchentlichen Turnus bei der Life Publishing Company. Bekannt war dieses Magazin vor allem für seine Pin-Up-Girls, die Cartoons sowie die Kino- und Theaterkritiken.

Henry Luce erwarb die Namensrechte des früheren Magazins und gründete 1936 das neue LIFE Magazine als Magazin für Fotojournalismus in New York. Zum Markenzeichen wurden rasch großformatige Fotoreportagen, die sich über mehrere Seiten erstreckten. Der Anspruch des Gründers lautete, dass der Leser die Welt und das Leben sehen solle und ebenso Zeuge von großen Ereignissen als auch kleinen Begebenheiten werden solle.

Bis 1972 hatte LIFE eine wöchentliche Erscheinungsweise, anschließend erschien es sechs Jahre lang in unregelmäßigen Abständen. Ein Relaunch erfolgte 1978 als Monatsmagazin. Allerdings musste das Reportagemagazin im Jahr 2000 endgültig eingestellt werden.

Reader´s Digest

Die Zeitschrift Reader´s Digest wurde ursprünglich dadurch bekannt, dass Bücher, Auszüge aus Büchern und Artikel anderer Zeitschriften, teilweise gekürzt, in mehreren Sprachen veröffentlicht wurden. Lila Acheson Wallace sowie DeWitt Wallace gründeten The Reader´s Digest Association Inc. 1922 und veröffentlichten die erste Ausgabe des Reader´s Digest am 5. Februar 1922. Anfangs kostete das Magazin zehn Cent pro Stück und wurde per Post vertrieben. Es sollte lediglich 13 Jahre dauern, bis die Auflage eine Million Exemplare erreichte.

Nachdem der Reader´s Digest 1938 erstmals in Großbritannien erschien, folgten 1948 Deutschland und die Schweiz sowie 1952 Österreich. Daraus wurde eine international ausgerichtete Zeitschrift, wobei sich die Inhalte bei den verschiedenen Länderausgaben erheblich voneinander unterscheiden können. Bei etwa 90 Prozent der Leser handelt es sich um Stammleser, die den Reader´s Digest abonniert haben.

 


Zurück zur Übersicht:

Infopool Fotojournalismus

Kontakt

030 81003688-0

030 81003688-9

E-Mail-Kontakt


Gesprächszeiten
Mo, Fr: 10-
12 Uhr & 14-16 Uhr
Di-
Do: 10-12 Uhr & 13-16 Uhr

Mitgliedschaft

Ihre Vorteile einer Mitgliedschaft

DFJV-Mitglieder haben es gut: Sie profitieren von hochwertigen Dienstleistungen. Für nur 95,– EUR im Jahr. Zum Beispiel:

Beratungsservice
Presseausweis
Fachpublikationen
Weiterbildung
Networking
Berufliche Absicherung
u.v.m.

Mehr