Geschichte des Fotojournalismus

Die Erfindung der Fotografie hat den noch jungen Medien während des 19. Jahrhunderts eine wahre Revolution beschert. Schließlich war es nun möglich, mit vergleichsweise geringem Aufwand und relativ günstig Illustrationen zu einzelnen Artikeln zu erstellen. Denn die Tradition, dass Schriften mit Bildern illustriert wurden, reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als die ersten Informationsblätter und Spottschriften erschienen. Jedoch mussten für die Bilder zu den Artikeln erst relativ aufwendige Holzschnitte hergestellt werden. Diese wurden im 18. Jahrhundert durch Kupferstiche ersetzt, die schneller hergestellt werden konnten und in der Tagespresse Verwendung fanden. Dem technischen Fortschritt und Innovationen wie etwa der Schnellpresse ist es zu verdanken, dass sich der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts weiter ausdifferenzieren konnte und die ersten Publikumszeitschriften entstanden. Eine wichtige Schlüsselrolle nimmt dabei die Erfindung der Fotografie ein.
 

Die Erfindung der Fotografie

Bei der Fotografie handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, durch welches ein Lichtbild auf ein Medium, welches lichtempfindlich ist, projiziert wird. Durch diese Projektion wird das Licht dauerhaft auf dem Medium gespeichert. Neben diesem analogen Verfahren hat sich etwa seit den 1990er-Jahren auch ein elektronisches Verfahren etabliert, bei welchem das Bild in Form elektronischer Daten gespeichert wird. Das Bild kann nun für verschiedene Vervielfältigungsmöglichkeiten wie den Abdruck auf Papier verwendet werden.

Das Grundprinzip der Fotografie war bereits seit der Antike bekannt. So beschrieb bereits der griechische Gelehrte Aristoteles das Prinzip der Camera obscura. Dabei handelt es sich um einen abgedunkelten Raum, der an einer Wand über ein Loch verfügte. Wenn der Durchmesser des Loches ausreichend klein war, konnte durch das in den Raum einfallende Licht ein auf den Kopf stehendes Bild von der Umgebung auf die gegenüberliegende Wand projiziert werden. Dieses Prinzip geriet zunächst in Vergessenheit, wurde jedoch anno 1321 im mathematischen Hauptwerk des jüdischen Gelehrten Levi ben Gershon erwähnt. Es sollte allerdings noch einige Jahrhunderte dauern, bis Leonardo da Vinci das Funktionsprinzip der Camera obscura richtig erkannt hatte. Während des 17. Jahrhunderts wurde die Camera obscura schließlich weiterentwickelt, sodass sie in einem transportablen Kasten untergebracht werden konnte.
 

Der Einfluss chemischer Entdeckungen

Aus der Chemie stammt eine weitere Grundlagenforschung, auf deren Basis schließlich im 19. Jahrhundert die erste Fotografie gemacht werden konnte. So war es dem Physiker Johann Heinrich Schulze anno 1717 gelungen, chemische Substanzen durch den Einfluss von Sonnenlicht zu färben, indem er in eine Silberlösung Kreide mischte und unter dem Einfluss von Salpetersäure eine Veränderung bemerkte, die aus Lichteinfall resultierte. Im weiteren Lauf des 18. Jahrhunderts hatte Carl Wilhelm Scheele bei Experimenten mit Silbersalzen entdeckt, dass bei metallischem Silber eine Schwärzung entstehen kann. Und schließlich gelang Joseph Nicéphore Niépce sowie Thomas Wedgwood ein entscheidender Durchbruch, als es ihnen im Rahmen von fotografischen Experimenten gelang, erstmals Bilder auf einem Untergrund zu fixieren.
 

Die erste Fotografie gelingt

Nachdem Joseph Nicéphore Niépce bereits 1811 erste Experimente durchgeführt hatte, beschäftigte er sich ab etwa 1815 mit der Lithographie. Dabei handelt es sich um ein Flachdruckverfahren, das während des 19. Jahrhunderts bevorzugt bei Farbdrucken eingesetzt wurde. Er entwickelte das Verfahren der Heliographie, durch welches er 1822 erstmals die lichtbeständige Kopie eines grafischen Blattes herstellen konnte. Allerdings gilt ein Experiment, das er vier Jahre später durchgeführt hatte, als eigentliche Geburtsstunde der Fotografie. Denn nun gelang es ihm erstmals, mit einer Kamera eine dauerhafte fotografische Abbildung zu machen.

Er benutzte für diese Aufnahme eine Camera obscura und eine polierte Zinnplatte, die mit Asphalt beschichtet war. Damit hielt er den Blick aus seinem Arbeitszimmer fest. Allerdings war diese Aufnahme sehr zeitintensiv – die Belichtungszeit betrug etwa acht Stunden. Der Asphalt wurde unter der Einwirkung von Licht gehärtet. Anschließend wurden die Teile, welche schwächer belichtet waren, mit Petroleum und Lavendelöl herausgelöst. Dadurch entstand ein lichtbeständiges Bild, welches zugleich auch fixiert war. Niépce wollte diese Platten eigentlich ätzen, um anschließend Abzüge drucken zu können. Dieser Schritt gelang ihm jedoch nur mit Stichvorlagen wie Radierungen oder Kupferstiche. Trotz weiterer Experimente gelang es Niépce nicht, dieses Verfahren zur Anwendungsreife zu bringen. Das gelang erst seinem Neffen Claude Félix Abel Niépce de Saint-Victor, der mithilfe eines Kupferstechers Heliografien ätzen und daraus Drucke herstellen konnte. Damit legte er den Grundstein für das Edeldruckverfahren der Heliogravüre.
 

1839: das offizielle Geburtsjahr der Fotografie

Vermutlich war Joseph Nicéphore Niépce am Ende seiner Möglichkeiten angekommen, als er 1829 in Briefkontakt zum Maler Louis Daguerre trat, um mit diesem gemeinsam das Verfahren weiterzuentwickeln. Obwohl Niépce bereits 1833 verstarb, experimentierte Daguerre weiter. Schließlich gelang es ihm, 1837 eine mit Silberiodid beschichtete Silberplatte, die belichtet worden war, in Quecksilberdämpfen zu entwickeln. Anschließend fixierte er diese in einer warmen Kochsalzlösung. Zwei Jahre arbeitete er an einer Verbesserung des Verfahrens, bevor es am 19. August 1839 der Akademie der Wissenschaften in Paris vorgestellt wurde. Es handelte sich dabei um das erste praxistaugliche Fotografie-Verfahren, welches als Daguerreotypie bezeichnet wurde. Zwar war die Belichtungszeit mit etwa 15 Minuten erheblich kürzer als bei den vorherigen Verfahren, jedoch war auch dieser Zeitraum noch ziemlich lang. Zudem konnte nur ein Unikat hergestellt werden.

Die Belichtungszeit konnte dank des sogenannten Petzvalobjektivs, welches 1840 von der Firma Voigtländer gebaut wurde, auf nur 45 Sekunden verkürzt werden. Als weiterer Vater der Fotografie gilt William Henry Fox Talbot, der bereits seit 1834 an einem Verfahren gearbeitet hatte, mit dem sich Bilder auf lichtempfindliches Papier bannen lassen konnten. 1840 konnte er ein erstes Negativ-Verfahren der Öffentlichkeit vorstellen. Zwar waren auch bei dieser Entwicklung lange Belichtungszeiten notwendig, jedoch konnten zumindest beliebig viele Abzüge hergestellt werden.

Auf Basis dieser Vorarbeiten arbeiteten zahlreiche Forscher ab 1839 daran, das Verfahren der Fotografie zu verbessern. Ein einheitlicher Standard konnte sich jedoch erst durchsetzen, nachdem die Industrialisierung auch in der Fotografie Einzug gehalten hatte. So kam 1888 mit der Kodak Nr. 1 erstmals eine Rollfilmkamera auf den Markt, die industriell in einem größeren Maßstab produziert worden war.
 

Gründung und Aufschwung der ersten Illustrierten

Dass Illustrierte, also Zeitungen, bei welchen der Schwerpunkt auf Bildern lag, im ausgehenden 19. Jahrhundert in der westlichen Welt weit verbreitet waren, hat neben der Erfindung der Fotografie noch einige weitere Gründe. So erlebte die Drucktechnik einen regelrechten Quantensprung, als 1845 die Rotationsmaschine erfunden wurde. 1886 folgte die Linotype-Setzmaschine, die einen wesentlichen Fortschritt gegenüber dem Satz von Hand darstellte. Damit war es nun möglich, den Umfang von Zeitungen erheblich zu steigern.

Neben dem wachsenden Interesse der Bevölkerung am Weltgeschehen trug das Fallen des staatlichen Anzeigenmonopols ebenfalls zur Verbreitung dieser damals neuen Medien bei. Denn weil sich den Verlegern durch den Verkauf von Anzeigen in ihren Publikationen eine neue Einnahmequelle erschloss, konnten sie die Zeitungen entsprechend günstiger anbieten, wodurch sich auch einkommensschwächere Schichten die Lektüre leisten konnten.
 

England und Frankreich als Vorreiter

Die ersten Illustrierten erschienen schließlich in den 1840er-Jahren. The Illustrated London News wurde 1842 gegründet und erschien von Anfang an in einem wöchentlichen Turnus, zum letzten Mal 2003. Die französische Illustrierte L´Illustration erschien vom März 1843 bis 1944, dann wurde diese Illustrierte verboten, weil der damalige Chef Jacques de Lesdain mit den Nationalsozialisten kollaboriert hatte.

Nach dem Vorbild dieser beiden Illustrierten erschien die Illustrirte Zeitung von Juli 1843 bis September 1944 im Leipziger J. J. Weber Verlag. Zunächst erschien die Illustrirte Zeitung als Lizenzausgabe von The Illustrated London News. Sie wurde allerdings schnell zum Vorbild für weitere Illustrierte, die in Deutschland gegründet wurden. Großer Beliebtheit erfreute sich diese Illustrierte unter anderem bei Schachspielern, weil die Illustrirte Zeitung als einziges Medium eine regelmäßige Schachsparte hatte, in welcher wichtige Schachprobleme erörtert wurden.
 

Die Blütezeit

Ihre absolute Blütezeit erlebten die Illustrierten, nachdem sich der Fotojournalismus als eigene journalistische Sparte zu Beginn des 20. Jahrhunderts etabliert hatte. Als auflagenstarke Klassiker mit je rund 500.000 Exemplaren pro Woche galten in diesen Jahren unter anderem die Berliner Illustrirte Zeitung und die Arbeiter Illustrierte Zeitung.

Auch Weltkriege und Wirtschaftskrise standen dem Erfolg der Illustrierten nicht im Weg. So wurden 1930 in Deutschland allwöchentlich rund fünf Millionen Illustrierte gedruckt, ihre damalige Reichweite wird auf 20 Millionen Menschen geschätzt. Zwar gab es während des Zweiten Weltkrieges einen Einbruch aufgrund der wirtschaftlichen Lage und Rationalisierungsmaßnahmen, jedoch erholte sich die Branche relativ schnell und konnte an die alten Erfolge anknüpfen. In der Nachkriegszeit wurden Illustrierte vor allem vom Bauer-Verlag angeboten, später nahmen aber auch Burda, Axel Springer sowie Gruner+Jahr eigene Titel ins Programm auf.
 

Erfindung der Kleinbildkamera

Dass die Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kleine Revolution in der Welt des Journalismus auslöste, hat vor allem folgende Ursache: Während die Kameras in den Anfangsjahren der Fotografie noch schwer und unförmig waren und der Umgang mit ihnen alles andere als einfach war, konnten im Lauf der Zeit komfortablere und leichtere Geräte gebaut werden. Diese Entwicklung wurde von folgenden Faktoren maßgeblich begünstigt:
 

  • Durch die Einführung des Rollfilms 1848, welcher offen auf einer Rolle konfektioniert wurde, konnten die Fotografen mit einem kompakteren und flexibleren Aufnahmematerial arbeiten.
  • Durch die Verwendung von lichtempfindlichen Emulsionen wurde die Vergrößerung des Negativs möglich. Dadurch konnten für die Aufnahme kleinere Formate verwendet und kompaktere Kameras entwickelt werden.
  • Weil auch immer mehr Amateure das Fotografieren als Hobby entdeckten, boten die Kamerahersteller schon bald handlichere Kameras an, die auch einfacher zu bedienen waren.


In den 1880er-Jahren wurden die ersten sogenannten Handkameras eingeführt, die als direkte Vorläufer der Kleinbildkameras gelten.
 

Ein Klassiker wird geboren

Als Erfinder der Kleinbildkamera gilt der Feinmechaniker Otto Barnack, der in Wetzlar bei den Optischen Werken Ernst Leitz angestellt war. Ursprünglich wollte er einen Apparat bauen, mit dem sich kurze Filmstreifen auch ohne die Verwendung einer großen Filmkamera belichten lassen sollten. Dadurch sollte es möglich sein, vor dem eigentlichen Filmdreh die Ausleuchtung der Szene zu überprüfen. Barnack arbeitete mit dem Format 24x36, welches sich schließlich als Kleinbildformat auch für künftige Kamera-Generationen durchsetzen sollte. Nachdem Oskar Barnack ab 1913 an der Entwicklung gearbeitet hatte, stellte er die Leica 1925 schließlich bei der Leipziger Frühjahrsmesse vor. In den folgenden Jahren sollte die Leica zum absoluten Kameraklassiker werden, der von Fotografen und Fotojournalisten gleichermaßen geschätzt wurde.
 

Niedergang der Illustrierten

Dass Illustrierte seit der letzten Hochphase in den 1960er-Jahren einen kontinuierlichen Bedeutungsverlust erleben und die Titel mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen haben, liegt in erster Linie an der Konkurrenz durch neue Medien. Denn bis dahin war es vor allem die große Domäne der Illustrierten, den Lesern die Welt mit bunten Fotos näherzubringen. Deshalb stellte auch das Radio, das bereits in den 1930er-Jahren in fast jedem Haushalt zu finden war, keine Konkurrenz für Illustrierte dar: Radioreportagen konnten zwar die Fantasie der Zuhörer anregen, jedoch nicht die Kraft der Bilder ersetzen.

Die Rolle, welche zuvor Illustrierte innehatten, wurde zunehmend vom Fernsehen eingenommen, das sich in den Jahren des Wirtschaftswunders zum neuen Massenmedium entwickelte und den Mediennutzer sowohl informierte als auch dessen Neugierde auf die große weite Welt befriedigte.

Auf diese Konkurrenz reagierten viele Illustrierte, indem sie den Schwerpunkt der Berichterstattung in den folgenden Jahren eher auf softe Themen legten, etwa aufwendige Fotostrecken über Stars oder Adelshäuser. Diese Themen wurden zumindest in der Ära der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender nicht bedient. Einige Illustrierte wie der Stern konnten sich auch durch Hintergrundberichte aus anderen Ressorts wie Wirtschaft und Politik nach wie vor auf dem Markt behaupten, weil sie zumindest teilweise auch die Zielgruppe hochwertiger Nachrichtenmagazine bedienten. Doch bei diesen Themen ist für Illustrierte eine fundierte Recherche ebenso wichtig wie für reine Nachrichtenmagazine. Dies zeigte sich 1983, als der Stern die von Kunstfälscher Konrad Kujau angefertigten Hitler-Tagebücher abdruckte, ohne die Ergebnisse einer Echtheitsprüfung abzuwarten. Nur wenige Wochen nach der auszugsweisen Veröffentlichung waren die Fälschungen entlarvt. Dies galt als einer der größten Presseskandale im Nachkriegsdeutschland und beschädigte den Ruf der Illustrierten nachhaltig.
 

Ein grundlegender Wandel in der Medienlandschaft

In den 1990er-Jahren hingegen bekamen die Illustrierten Konkurrenz von zwei weiteren Medien, die zum Einstellen zahlreicher Titel führte. So besetzten die privaten Fernsehsender, die bereits Anfang der 1990er-Jahre ein flächendeckendes Programm ausstrahlten, zunehmend die Themen, welche zuvor als Domäne der Illustrierten galten. Beschleunigt wurde der Niedergang der Illustrierten außerdem durch das Internet, wo Soft News und Berichte über Promis und Stars nicht nur in zahlreichen Newsportalen, sondern auch auf einer Vielzahl von Blogs, die von Fans betrieben werden, veröffentlicht werden.
 

Fotojournalismus in den Onlinemedien

Wie die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten in ihrem Medienvielfaltsmonitor für das zweite Halbjahr 2014 ermittelte, wächst die Bedeutung von Onlinemedien für die Meinungs- und Informationsbildung weiter. Zwar ist das Fernsehen nach wie vor das für die Meinungsbildung wichtigste Medium, jedoch mit schrumpfendem Abstand. So ergab die Studie, dass der Einfluss des Fernsehens auf die Meinungsbildung im zweiten Halbjahr 2014 bei 35 Prozent lag. Onlinemedien lagen mit einem Anteil von 20,2 Prozent fast gleichauf mit Tageszeitungen, die bei 21,6 Prozent lagen. Während Tageszeitungen und Fernsehen in Bezug auf das Meinungsbildungsgewicht im Vergleich zu 2009 massiv Anteile verloren haben, konnten Onlinemedien, die 2009 noch bei 12,9 Prozent lagen, ihr Gewicht nahezu verdoppeln. Diese Entwicklung hat natürlich auch einen Einfluss auf den Fotojournalismus.
 

Darum ist der Fotojournalismus für Onlinemedien wichtig

Auch im Internet gilt die journalistische Weisheit, dass das Bild den optimalen Einstieg in den Text darstellt. Die Onlinemedien müssen in ihren Beiträgen aber nicht nur die Leser, sondern auch die Suchmaschinen bedienen. Denn nachdem sich in den vergangenen Jahren der Trend durchgesetzt hat, dass Seiten und Unterseiten, die über einen vielfältigen und abwechslungsreichen Inhalt verfügen, höher bewertet werden, ist ein Beitrag mit Bild für Onlinemedien fast Pflicht.

Das bietet den Medien im Netz allerdings auch einige Vorteile. Denn wenn ein Journalist von einem wichtigen Ereignis berichtet, kann er einen kurzen Bericht inklusive Bild direkt vor Ort ins Netz stellen und auf die spätere, ausführliche Berichterstattung verweisen. Weil vor Ort die Möglichkeiten zur umfangreichen Bildbearbeitung fehlen, kann der Journalist nicht nur fast unmittelbar berichten, sondern auch dem Ethos des Fotojournalisten möglichst nahe kommen. Das besagt unter anderem, dass die Bilder möglichst unverfälscht das Geschehen dokumentieren sollten. Dies ist beispielsweise im Printbereich kaum noch möglich, weil nahezu jedes Foto vor dem Abdruck nachbearbeitet wird, um dem Leser qualitativ möglichst hochwertige Fotos zu bieten.

 

Wie seriös ist die Quelle?

Allerdings ist für den Mediennutzer – gerade durch die mittlerweile fast grenzenlosen Möglichkeiten zur Bildbearbeitung – die Gefahr im Netz besonders groß, einem gefälschten Bild aufzusitzen. Er muss also in der Lage sein, die Seriosität einer Quelle einschätzen zu können. Hier gilt die Faustregel: Die Portale etablierter Medien haben von sich aus einen höheren Anspruch an Seriosität, weil auch für ihre Online-Ableger die Regeln des Presserechts gelten.
 

Fotojournalismus in den sozialen Netzwerken

Generell gelten für Fotojournalisten in sozialen Netzwerken wie Facebook dieselben Kriterien wie es für Onlinemedien der Fall ist. Für den Mediennutzer jedoch kann es schwieriger sein, einzuschätzen, ob es sich tatsächlich um eine seriöse Quelle handelt. Der Grund: Die sozialen Netzwerke werden von zahlreichen Satirezeitungen, die auf den ersten Blick ein hochwertiges redaktionelles Erscheinungsbild suggerieren, als Marketingplattformen genutzt, um neue Leser zu gewinnen.

Andererseits können Fotojournalisten soziale Netzwerke ebenfalls als Marketingplattform nutzen. Sie sollten sich dafür aber eigene Seiten einrichten, auf welchen sie ausschließlich ihre eigenen Arbeiten veröffentlichen. Während die Plattformen Facebook und Xing genutzt werden können, um Geschäftskontakte zu knüpfen, werden die Arbeiten gern in Netzwerken wie Pinterest oder Instagram präsentiert, auf welchen Bilder eine sehr viel größere Rolle spielen als Textbeiträge. Gerade hier sollten sich die Fotojournalisten aber auch an die Gepflogenheiten und Grundsätze halten, die von einem professionellen Fotojournalisten erwartet werden.

 


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