Bekannte Fotojournalisten

Henri Cartier-Bresson

Der Franzose Henri Cartier-Bresson kann als wahres Multitalent bezeichnet werden. So arbeitete er unter anderem als Zeichner, Maler, Schauspieler und Regisseur. Unsterblich wurde er jedoch durch seine Fotografie. So gehörte Henri Cartier-Bresson zu den Gründern der Fotoagentur Magnum und veröffentlichte selbst vorwiegend Schwarz-Weiß-Fotos mit künstlerischem Anspruch. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Fotos von der Befreiung von Paris.

Henri Cartier-Bresson wurde am 22. August 1908 in Chanteloup-en-Brie geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen als Sohn eines Textilfabrikanten auf. Ab 1930 widmete er sich der Fotografie und absolvierte zahlreiche Reportagereisen, etwa in die Elfenbeinküste. Großen Wert legte er auf die perfekte Bildkomposition, sodass es unnötig wurde, nachträgliche Ausschnitte machen zu müssen. Fast drei Jahre lang verbrachte er ab 1940 in deutscher Kriegsgefangenschaft. Erst der dritte Fluchtversuch gelang, er konnte nach Paris gelangen und schloss sich der Résistance an, um mit anderen Fotografen die deutsche Besatzung und den Rückzug der Besatzungstruppen zu dokumentieren. Cartier-Bresson verstarb am 3. August 2004 in Montjustin.
 

Werner Bischof

Der Schweizer Werner Bischof gilt als einer der berühmtesten Reportagefotografen, die während des 20. Jahrhunderts gewirkt haben. Er war unter anderem für die Agentur Magnum Photos tätig.

Geboren wurde am 26. April 1916 in Zürich, seine Kindheit verbrachte er im baden-württembergischen Waldshut. Im Alter von 16 Jahren besuchte Werner Bischof die Kunstgewerbeschule Zürich, wo er unter anderem von Hans Finsler ausgebildet wurde. Der Lehrer gilt bis heute als herausragender Vertreter der Neuen Fotografie und der Neuen Sachlichkeit.

Nach seinem Abschluss eröffnete Werner Bischof zunächst ein Fotostudio für Werbe- und Modefotografie. Während des Zweiten Weltkriegs fotografierte er bevorzugt Motive aus der Natur. Nach dem Krieg arbeitete er sowohl für Magnum Photos als auch für diverse Zeitschriften wie Time, LIFE und Paris Match. Unter anderem berichtete er 1948 von den Olympischen Winterspielen in St. Moritz und später vom Indochinakrieg. Der Reportagefotograf verstarb am 16. Mai 1953 bei einem Unfall, der sich während einer Reportagereise in Südamerika ereignete.
 

Margaret Bourke-White

Die gebürtige New Yorker Fotoreporterin Margaret Bourke-White wurde vor allem dadurch bekannt, dass sie bei der US-Armee als erste Kriegsberichterstatterin im Einsatz war. Gegen Kriegsende fotografierte sie schließlich für die Luftwaffe. Aus den Kriegsjahren stammt auch ihr Bild "Die lebendigen Toten von Buchenwald", das zu den berühmtesten Fotomotiven des gesamten 20. Jahrhunderts zählt.

Nachdem Margaret Bourke-White ihr Studium beendet hatte, startete sie in Cleveland, Ohio, eine Karriere als Architektur- und Industriefotografin. Sie wurde rasch durch spektakuläre Fotos von Industrieanlagen bekannt, womit sie den rasanten Aufstieg der Wirtschaftsmacht USA dokumentierte.

Daraufhin sollte es nicht lange dauern, bis sie die ersten fotojournalistischen Aufträge bekam und ein Studio in New York eröffnen konnte. In den 1930er-Jahren bereiste sie mehrfach die Sowjetunion und Deutschland. Im Auftrag des LIFE Magazins reiste sie 1941 nach Moskau und dokumentierte als einzige westliche Fotoreporterin die Luftangriffe der Deutschen auf Moskau. Später war sie als Kriegsberichterstatterin der US-Army in England, Nordafrika und Italien im Einsatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fotografierte Margaret Bourke-White unter anderem Mahatma Ghandi an einem Spinnrad, dokumentierte die Teilung Indiens, den Koreakrieg und die Zustände in Südafrika während der Apartheid. Die Fotografin erkrankte gegen Mitte der 1950er-Jahre an der parkinsonschen Krankheit und verstarb 1971 an deren Folgen.
 

Robert Capa

Der ungarisch-amerikanische Fotograf ist heute vor allem als Kriegsreporter bekannt. Geboren wurde Robert Capa am 22. Oktober 1913 als Sohn einer jüdischen Schneiderfamilie. Weil er sich schon als jugendlicher bei linken Gruppierungen engagiert hatte, musste er 1931 Ungarn verlassen und ging ins Exil nach Berlin, wo er Journalistik studierte. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ging Robert Capa nach Wien, ins Saargebiet und schließlich nach Paris.

Während des Spanischen Bürgerkriegs dokumentierte er den Kampf der Republikaner gegen Francos Truppen. Als Robert Capa am 5. September 1936 einen fallenden Soldaten der Republikaner fotografierte, gelang ihm eine Ikone der Fotografie während des 20. Jahrhunderts. 1939 wanderte Robert Capa in die USA aus, erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft und war während des Zweiten Weltkriegs für verschiedene Zeitschriften als Kriegsberichterstatter im Einsatz. Nach einigen Jahren Pause kehrte er zur Kriegsberichterstattung zurück und starb während des Ersten Iondochinakrieges durch eine Landmine.
 

Tim N. Gidal

Der Hochschullehrer und Fotojournalist Tim N. Gidal zählt zu den Begründern des modernen Fotojournalismus. Mit der Fotografie hatte Gidal schon als 20-Jähriger begonnen, als er 1929 für die Münchner Illustrierte Presse für die Reportage "Servus Kumpel" mehrere Vagabunden begleitete.

Dem Fotojournalismus blieb Tim N. Gidal auch in den folgenden Jahren treu, als er zugleich Geschichte, Kunstgeschichte sowie Nationalökonomie in Berlin und Basel studierte. In den 1930er-Jahren entstanden mehrere Reportagen wie "Araber gegen Juden – Das Problem Palästina", als er durch Palästina reiste, bevor er 1936 dorthin übersiedelte. Während des Zweiten Weltkrieges fotografierte Tim N. Gidal für die britische Armee, zwischen 1947 und 1955 hatte er einen Lehrstuhl an der The New School for Social Research in New York inne. Anschließend erarbeitete er zusammen mit seiner Frau Sonia eine Serie von Kinderbüchern, in welchen Kinder aus aller Herren Länder vorgestellt wurden.
 

Thomas Höpker

Der deutschstämmige Dokumentarfilmregisseur und Fotograf Thomas Höpker lebt seit Mitte der 1970er-Jahre in New York und wurde 1989 zum ersten deutschen Vollmitglied der Fotoagentur Magnum Photos mit Sitz in New York, London, Paris und Tokio. Der gebürtige Münchner hatte die Leidenschaft für Fotografie schon als Jugendlicher entdeckt. So zählte er in den 1950er-Jahren zweimal zu den Preisträgern bei "Jugend photografiert" und war 1958 sogar an der Deutschen Bilderschau beteiligt.

Nachdem Thomas Höpker in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht hatte, arbeitete er ab 1964 für den Stern. Unter anderem ging Thomas Höpker ab 1974 nach Ost-Berlin, wo er als erster westlicher Fotograf überhaupt arbeiten konnte. Gekrönt wurde Thomas Höpkers Karriere, als er 1989 zum ersten deutschen Vollmitglied von Magnum Photos wurde, deren Präsident er zwischen 2003 und 2007 war.
 

Dorothea Lange

Die US-amerikanische Fotografin Dorothea Lange gilt als Pionierin der Dokumentarfotografie. Sie wurde am 26. Mai 1895 in Hoboken als Tochter einer deutschen Einwandererfamilie geboren. Als Kind wurde ihr eine Außenseiterrolle zuteil, da sie mit sieben Jahren an Poliomyelitis erkrankte und lebenslang eine Gehbehinderung zurückbehielt. Zudem war sie später an einer öffentlichen Schule die einzige nichtjüdische Schülerin.

Deshalb beobachtete Dorothea Lange das alltägliche Leben um sich herum intensiv und entwickelte zugleich eine innere Stärke, die ihr bei der Verwirklichung ihrer Ziele half. Nach der Highschool besuchte sie ein Lehrerinnenseminar und absolvierte zugleich eine Fotografenlehre. Anschließend ging Dorothea Lange nach San Francisco, wo sie ein Fotostudio eröffnete und sich mit Porträtfotos ihre finanzielle Unabhängigkeit sicherte. Die Weltwirtschaftskrise gab den Anstoß, dass sich Dorothea Lange ab 1929 der Dokumentarfotografie widmete, indem sie das Schicksal der Opfer der Großen Depression dokumentierte. Die Fotografin verstarb am 11. Oktober 1965 an Speiseröhrenkrebs.
 

Robert Lebeck

Der Berliner Fotojournalist Robert Lebeck war nicht nur für seine eigenen Arbeiten bekannt. Er zählte darüber hinaus zu den bedeutenden Sammlern von Fotos aus dem 19. Jahrhundert und aus den ersten Jahren des Fotojournalismus. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Robert Lebeck erhielt, gehört auch der "Henri-Nannen-Preis", der ihm 2007 für sein Lebenswerk verliehen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg holte Robert Lebeck das Abitur nach und studierte anschließend in New York und Zürich Völkerkunde. Während der Studienzeit entdeckte er seine Leidenschaft für den Fotojournalismus und lernte das Handwerk der Fotografie autodidaktisch. Ab 1952 arbeitete Robert Lebeck als Fotojournalist und dokumentierte zunächst das Leben im Nachkriegsdeutschland. Später war er weltweit für Reportagen unterwegs. Die Arbeiten, die dabei entstanden, wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach ausgestellt. Er verstarb am 14. Juni 2014 in Berlin.
 

Stefan Lorant

Obwohl Geschichten in Bildfolge schon vor dem Ersten Weltkrieg erzählt und abgedruckt wurden, gilt der ungarisch-amerikanische Fotograf Stefan Lorant als Erfinder der Fotoreportage. Er musste 1919 als 18-Jähriger Budapest verlassen und arbeitete in Wien und Berlin als Drehbuchautor, Regisseur und Kameramann. Durch diese Tätigkeit knüpfte er Kontakte zum Journalismus und schrieb für verschiedene Zeitungen.

Von den Nationalsozialisten wurde er am 13. März 1933 verhaftet und schrieb zwei Jahre später über die Zeit in der Haft, wodurch er international bekannt wurde. Anschließend ging er nach Paris und London, wo er zwei Illustrierte gründete. 1940 emigrierte Stefan Lorant in die USA und veröffentlichte hier mehrere historische Bildbände.
 

Felix H. Man

Der gebürtige Freiburger Felix H. Man studierte nach dem Abitur Kunst und Kunstgeschichte, musste das Studium wegen des Ersten Weltkrieges aber unterbrechen. Er war als Offizier an der Westfront stationiert und begann hier auch zu fotografieren. Dabei entstand Felix H. Mans erste Reportage "Ruhe an der Westfront".

Ab 1927, nachdem er das Studium beendet hatte, arbeitete Felix H. Man als Pressezeichner und Bildreporter. Allein bis 1932 zeichnete er für 110 Bildreportagen verantwortlich. 1934 emigrierte er nach England und arbeitete hier ebenfalls für verschiedene Medien. Weil Felix H. Man seine Reportagen nicht nur als Einzelbilder gestaltete, die nebeneinander gestellt wurden, gilt er als einer der Erneuerer des Bildjournalismus in Europa.
 

James Nachtwey

Der US-amerikanische Fotograf James Nachtwey gilt als einer der herausragenden Vertreter der zeitgenössischen Dokumentarfotografie, wobei der besondere Schwerpunkt auf der Kriegsfotografie liegt. Seine Maxime lautet, das Foto möglichst dicht am Motiv zu machen. Deshalb vermeidet er die Verwendung von Teleobjektiven und arbeitet lieber mit Weitwinkeln.

In den drei Jahrzehnten seiner Tätigkeit hat James Nachtwey die Arbeitsweise grundlegend verändert. Suchte er zu Beginn der Karriere noch das perfekte Bild, das komplexe Ereignisse erzählen konnte, arbeitet er heute bevorzugt mit Serien, durch welche auch der Zusammenhang ersichtlich wird. Er gilt als einer der bedeutendsten Kriegsberichterstatter, ist jedoch nicht unumstritten. Zu den Kritikpunkten gehört, dass er den Krieg als eine Art ästhetisches Wunder abbilde.
 

Anja Niedringhaus

Anja Niedringhaus ist eine vielfach preisgekrönte Fotojournalistin, die aus nahezu allen Krisengebieten der Welt berichtete. So etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien, Palästina und dem Irak. Charakteristisch für ihre Aufnahmen war, dass sie umfangreiche Geschichten in einem einzelnen Foto erzählen konnte.

Am 4. April 2014 verstarb Anja Niedringhaus im Alter von 49 Jahren in Afghanistan, als sie über die dortige Präsidentschaftswahl berichten wollte. Sie wurde, einen Tag vor der Wahl, in der Provinz Chost von einem Polizisten mit einem Maschinengewehr erschossen. Die "Internationale Stiftung für Frauen in den Medien" (IWMF) rief daraufhin ihr zu Ehren den "Anja-Niedringhaus-Preis für Mut im Fotojournalismus" ins Leben. Dieser soll Fotjournalistinnen zuteil werden, die bei ihrer Berichterstattung durch eine besondere Tapferkeit hervorstechen.
 

Erich Salomon

Seine Fotos und Bildreportagen von internationalen Konferenzen und den gesellschaftlichen Zentren der USA, Westeuropas und der Weimarer Republik machten Erich Salomon zu einem Starfotografen, obwohl er die Fotografie erst im Alter von 39 Jahren entdeckte, als er begann, für den Ullstein Verlag zu arbeiten.

Der Sohn eines wohlhabenden Bankers hielt sich während der nationalsozialistischen Machtergreifung in Den Haag auf und arbeitete von dort aus weiter. Als die Deutschen in den Niederlanden einmarschierten, ging Erich Salomon zunächst in den Untergrund. Durch Denunziation wurde er allerdings kurz später verhaftet und schließlich im KZ Theresienstadt gefangen gehalten. Später wurde er nach Auschwitz-Birkenau verlegt, wo Erich Salomon am 16. Mai 1944 verstarb.

 


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