Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Rangliste der Pressefreiheit

30.01.2013

In der jährlich veröffentlichten „Rangliste der Pressefreiheit" der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) belegt Deutschland Platz 17 und rangiert damit im europäischen Mittelfeld.

Als problematisch wird hierzulande von ROG vor allem die abnehmende Vielfalt der Presse bewertet. Aus finanziellen Gründen arbeiteten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen seien 2012 geschlossen worden. Kritisch bewertet wird zudem die steigende Anzahl durch Unternehmen bezahlter, teilweise sogar nicht als solche gekennzeichneter Beiträge in den Medien. ROG weist darauf hin, dass der Zugang zu Informationen von Behörden weiterhin erschwert sei. Anfragen würden nur langsam und gegen hohe Gebühren beantwortet, fünf Bundesländer hätten nach wie vor keine eigenen Informationsfreiheitsgesetze verabschiedet. Positiv bewertet wird in diesem Zusammenhang das 2012 in Hamburg in Kraft getretene Transparenzgesetz.

Ebenfalls als Verbesserung wird das am 01. August 2012 in Kraft getretene Pressefeiheitsgesetz beurteilt, das Journalisten bei investigativen Recherchen stärker vor staatlichen Übergriffen schütze. Eine Gefahr für die Sicherheit journalistischer Quellen sieht ROG in der Diskussion um ein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung. Auch der DFJV lehnt eine  Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsverbindungsdaten für Journalisten ab.

Weltweit führend beim Schutz der Pressefreiheit sind Finnland, die Niederlande und Norwegen. Am Ende der Rangliste verbleiben unverändert die Diktaturen Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.

Die ROG-Rangliste der Pressefreiheit vergleicht die Situation der Medien in 179 Staaten und Regionen bis Ende November 2012. Für die Rangliste untersuchen die Reporter ohne Grenzen Faktoren wie den Zugang zu Informationen, Repressalien, Gewalt gegen Journalisten, Medienvielfalt und -gesetze sowie Internetzugang und -zensur.
 

Detaillierte Analysen von ROG zu einzelnen Ländern und Kontinenten finden sich hier

Deutschland belegt Platz 17.


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