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Montag, 19. Oktober: 23:30 – 1:00 Uhr auf Arte

Wo ist die Mauer?
Dokumentarfilm von Stefan Pannen und Elke Sasse.
In den 80er Jahren hat der japanische Fotograf Takahisa Matsuura in Berlin studiert und über 2.000 Fotos von der Mauer geschossen. Nun unternimmt er den Versuch, ihren Verlauf zu rekonstruieren. Beginnend am Brandenburger Tor begibt er sich auf eine Tour entlang des ehemaligen Grenzstreifens, immer getrieben von der einfachen Fragestellung, was von der Berliner Mauer heute noch zu sehen ist. Dabei trifft er auf Laubenpieper, hinter deren Grundstück die Mauer verlief, Gebrauchtwagenverkäufer, die auf dem Mauerstreifen ihre Autos verkaufen und Eigenheimbesitzer, die dort ihr Häuschen errichtet haben.
Es sind die Schicksale vieler Menschen, die mit der Berliner Mauer verbunden sind.   

Samstag, 17. Oktober: 18:02 – 18:45 Uhr auf EinsExtra

Chinas Kämpfer für die Wahrheit
Film von Jochen Graebert.
Investigativer Journalismus in der Volksrepublik China, das klingt wie Feuer und Wasser. Doch es gibt sie auch dort: brillante Rechercheure, die über Korruption, Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung berichten. Natürlich tun sie dies nicht in den staatlich streng zensierten Zeitungen und Fernsehprogrammen, sondern im Internet. Hier testen Blog-Journalisten, mutig und gewieft, jeden Tag die Grenzen der politischen Freiheit. Und riskieren dabei oft genug ihre eigene.
Das ARD Team begleitet chinesische Reporter auf ihrer gefährlichen Recherche nach der Wirklichkeit im roten Reich der Mitte und porträtiert im Kontrast dazu auch Arbeit von Journalisten in den offiziellen Staatsmedien. Der Film beleuchtet nicht nur die gigantischen Probleme und Missstände der aufstrebenden Weltmacht. Er wirft auch ein Licht auf das politische System Chinas. Denn obwohl die allmächtigen Kommunisten Transparenz und Öffentlichkeit fürchten und bekämpfen, wissen sie inzwischen selbst, dass sich die gewaltigen Probleme der Modernisierung nicht durch Propaganda lösen lassen. Und so entstehen Spielräume und Grauzonen, die Chinas mutige Aktivisten entdecken und nutzen – auf eigenes Risiko. Denn für das, was sie schützen würde, kämpfen sie ja noch: einen Rechtsstaat, in dem nicht Willkür, sondern das Gesetz regiert.

Mittwoch, 14. Oktober: 23:30 – 24:00 Uhr auf WDR Fernsehen

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2009
Der diesjährige Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus geht an Nikolaus Brender. Die Jury zeichnet den ZDF-Chefredakteur für seine vorbildhafte journalistische Haltung aus: „Nikolaus Brender steht für Qualität und Unabhängigkeit und setzt sich gegen Widerstände durch“, heißt es in der Begründung. „Brenders Haltung mache insbesondere jüngeren Journalisten Mut“. Nikolaus Brender, Jahrgang 1949, begann seine journalistische Laufbahn beim Südwestfunk, er arbeitete als Reporter bei Tagesschau und Tagesthemen. Ab 1984 vertrat er die ARD als Korrespondent in Südamerika, wechselte 1989 als Auslandschef zum WDR Fernsehen und wurde 1994 dessen Chefredakteur. Seit dem 1. April 2000 ist Brender Chefredakteur des ZDF. Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis geht dieses Jahr an Astrid Randerath und Christian Esser, den Autoren der ZDF-Fernsehdokumentation „Das Pharmakartell“. Die Jury hält die „Frontal 21“-Dokumentation für ein herausragendes Beispiel von investigativem Journalismus. Sandra Maischberger moderiert die Preisverleihung im Kölner Studio. Die Laudatio hält FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher.

Samstag, 10. Oktober: 13:30 – 14:00 Uhr auf Arte

Zapping International: Das Fernsehen der Dominikaner.
Magazin.
Wer sich in Punta Cana in der Dominikanischen Republik durch die Fernsehlandschaft zappt, hat oft das Gefühl, auf dem Bildschirm genau das zu sehen, was er auch vor Augen hat, wenn er aus dem Fenster des Hotelzimmers schaut: weiße Sandstrände, blaugrünes Meer, 18-Loch-Golfplätze. Doch der in allen touristisch erschlossenen Gebieten des Inselstaates präsente Sender Caribbean Traveling Network Dominicano (CTN) zeigt nur die eine Seite der Medaille.
Auf den sechs Sendern, die außerhalb der Luxushotels zu empfangen sind, entdeckt der Zuschauer ein ganz anderes Land, in dem Armut, Slums, Prostitution, Drogengeschäfte und illegaler Waffenhandel den Alltag prägen. Über die Gewalt – vor allem in den Städten – berichten die Medien allerdings weniger, denn die Journalisten werden oft selbst bedroht.
Unter den Einheimischen erfreut sich die exotische „Superstar“-Variante „Viva el Merengue“ der größten Beliebtheit. Seit einigen Jahren ist diese Reality-TV-Sendung derart beliebt, dass am Tag des Finales, der feierlich als „Día Nacional del Merengue“ bezeichnet wird, die ganze Insel in Aufruhr ist.

Freitag, 9. Oktober: 20:15 – 21:55 Uhr auf EinsFestival

Königspatience – Intrige im Parlament
Spielfilm von Nikolaj Arcel, Dänemark 2004.
Im Vorfeld der dänischen Parlamentswahl wird der Oppositionsführer und voraussichtliche Wahlsieger Aksel Bruun (Jesper Langberg) bei einem Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt. Ausgerechnet in dieser heißen Phase erhält der unbeleckte Nachwuchsreporter Ulrik Torp (Anders W. Berthelsen) die große Chance, für seine Zeitung aus dem dänischen Parlament zu berichten. Normalerweise haben hier nur handverlesene Journalisten Zugang, doch Ulriks Vater (Ulf Pilgaard) war früher Justizminister. Ulrik will sich beweisen, denn niemand traut dem Greenhorn etwas zu.
Umso größer ist die Überraschung, als Ulrik hochbrisantes Material zugespielt wird, mit dessen Veröffentlichung er gleich einen Knüller landet: Lone Kjeldsen (Nastja Arcel), die designierte Nachfolgerin von Aksel Bruun, ist zusammen mit ihrem Mann Mads (Lars Brygmann) in einen handfesten Korruptionsskandal verwickelt. Der junge Schreiber Ulrik ist mächtig stolz auf seinen ersten Aufmacher, der großen Wirbel auslöst. Als Lone Kjeldsens psychisch kranker Ehemann sich infolge des Skandals das Leben nimmt, dämmert Ulrik jedoch, dass er gezielt für eine politische Schlammschlacht instrumentalisiert wurde.
Wie unabhängig sind eigentlich Journalisten, die tagtäglich aus dem Zentrum der Macht berichten und dabei auf vertrauliche Informationen angewiesen sind, die Politiker ihnen zukommen lassen? Dieses spannende Thema greift der Polit Thriller 'Königspatience – Intrige im Parlament' eindrucksvoll auf.

Mittwoch, 7. Oktober: 23:35 – 0:25 Uhr auf MDR Fernsehen

Überwacht und verfolgt – Journalisten in Weißrussland
Dokumentation.
Belarus hat deutlich gemacht, wie wichtig die unabhängigen Massenmedien sind. Gerade in einer Gesellschaft, in der es bis jetzt keine stabile Demokratie gibt und in der die Schere zwischen Freiheit und Un-Freiheit nur eine Hand breit ist, sind sie besonders wichtig. Und dieser Film wird es zeigen.

Montag, 5. Oktober: 1:10 – 2:55 Uhr auf hr-fernsehen

Kinemathek-Nacht:
Volker Schlöndorff: Die Fälschung

Spielfilm von Volker Schlöndorff, BRD/F 1981.
Der Journalist Georg Laschen erhält den Auftrag, aus dem Bürgerkrieg im Libanon zu berichten. In den Kriegswirren Beiruts beginnt der in einer Lebenskrise steckende Reporter, an seinem Beruf zu zweifeln. Er lernt eine aus Deutschland stammende Botschaftsangestellte kennen, durch die sein Blick auf den Krieg eine völlig neue Perspektive bekommt. Diese Erfahrung verwandelt ihn so sehr, dass er nach seiner Rückkehr nach Hamburg den Beruf aufgibt.
Volker Schlöndorffs „Die Fälschung“ ist eine an Originalschauplätzen entstandene, bildgewaltige Literaturverfilmung mit Bruno Ganz und Hanna Schygulla.

Sonntag, 4. Oktober: 19:15 – 20:00 Uhr auf Phoenix

Russlands neue Zensur – Aus dem Alltag einer mutigen Journalistin
Film von Britta Hilpert.
Jelenas großes Vorbild ist Anna Politkovskaja, die mutige Journalistin, die für ihre kritischen und offenen Artikel sterben musste. Wie Anna arbeitet Jelena bei der Novaja Gaseta, und wie Anna schreibt sie über Dinge, die der Obrigkeit unangenehm sind. Dabei ist Jelena gerade mal 21 Jahre alt und studiert noch – bei der Novaja gilt sie als neue Generation, als große Hoffnung für die Zukunft. Doch die sieht düster aus für unabhängige Journalisten in Russland. Gemeinsam mit Jelena erleben wir, wie die Presse auf vielfältige Weise „auf Linie“ gebracht wird, nicht nur durch plumpe physische Bedrohung.
Viele Journalisten installieren sich inzwischen selbst die Schere im Kopf, und schon junge Berufsanfänger geben dem Druck von oben nach. ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert hat Jelena Kostjuschenko ein halbes Jahr lang begleitet. Auf dem „Marsch der Nichteinverstandenen“ im April 2007, wo Jelena, wie Dutzende anderer Journalisten, ohne Rücksicht auf ihr in der Verfassung verbrieftes Recht auf freie Berichterstattung, von den „Ordnungskräften“ verhaftet wird. In der Provinz, im tausendjährigen Jaroslawl, wo die Regionalpresse sich beugt. In der Universität, wo junge Journalisten das Berufsethos mit der russischen Berufswirklichkeit in Einklang zu bringen versuchen. Und schließlich am Tag der Dumawahl, an dem Jelena hilflos zusehen muss, wie die Stimmen manipuliert werden, um Putins Macht im Land für lange Zeit zu zementieren. Der Film gibt Einblick in die Mechanismen und die Psychologie einer geschickten und geschmeidigen Unterdrückung, aber er macht auch Hoffnung auf eine neue Generation, die, geprägt von Internet und Reisefreiheit, auch anderes kennt und anderes will. Wenn man sie denn lässt