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November 2011
Sonntag, 6. November: 6:30 – 7:00 Uhr auf BR-alpha
TELEKOLLEG Deutsch: Propaganda und journalistische Ethik
Wissenssendung.
Montag, 7. November: 23:30 – 0:15 Uhr auf Das Erste
Skandal! Affäre! Enthüllung! Ihre Highlights aus 50 Jahren ARD-Politikmagazinen
Film von Dominique Ziesemer und Benjamin Cors.
Helmut Kohl und die CDU-Parteispenden auf schwarzen Konten, Schlampereien bei der Atommüll-Endlagerung, Stasi-Verbrechen oder Billiglohn-Ausbeutung – vier von unzähligen Skandalen und Affären, die durch ARD-Politikmagazine maßgeblich mit enthüllt wurden – von „Fakt“ ebenso wie „Kontraste“, von „Monitor“ und „Panorama“ sowie „Report Mainz“ und „Report München“. Doch welcher Skandal, welche Affäre hat die Zuschauer am meisten bewegt und Deutschlands Nachkriegsgeschichte besonders geprägt? Das Erste hat gefragt und abstimmen lassen. Das Ergebnis: „Skandal! Affäre! Enthüllung – Ihre Highlights aus 50 Jahren Politikmagazinen im Ersten.“
Eine spannende und unterhaltsame Zeitreise durch ein halbes Jahrhundert Enthüllungsjournalismus, pointiert kommentiert von Marius Müller-Westernhagen, Alice Schwarzer, Peer Steinbrück, Harald Schmidt, Marcel Reif und Ulrich Wickert.
Sonntag, 13. November: 21:30 – 21:45 Uhr auf EinsExtra
Roland Jahn – der Stasiaufklärer
Film von Gabriele Denecke.
Roland Jahn ist der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, der Nachfolger von Marianne Birthler. Große Gesten und die Attitüden des politischen Establishments sind nicht seine Sache. Roland Jahns Legitimation für dieses Amt ist keine Politkarriere, keine jahrzehntelange Verwaltungserfahrung, es ist seine Biografie. Das Leben eines Mannes, der 1953 in Jena geboren wurde und der früh gegen das autoritäre System in der DDR rebelliert. Exmatrikulation, Verhaftung, Verhöre und Verfolgung durch die Staatssicherheit hindern ihn nicht daran, öffentlich weiter für Menschenrechte und Meinungsfreiheit, gegen Militarisierung zu protestieren. Seine Aktionen sind witzig, einfallsreich und provokant. Irgendwann reicht's der Stasi, für das Ministerium für Staatssicherheit ist das Maß voll: Roland Jahn wird gegen seinen Willen aus der DDR rausgeschmissen. Aber er gibt nicht klein bei und arbeitet vom Westen aus an der Demokratisierung der DDR. 27 Jahren war er als Fernsehjournalist tätig für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und seinen Vorgänger, den Sender Freies Berlin (SFB). Sein Leben ist ein gradliniger und kompromissloser Weg, der davon erzählt: Im Zweifelsfall muss man sich nicht anpassen – man hat die Wahl. Roland Jahn trat am 14. März 2011 sein Amt an.
Sonntag, 13. November: 22:15 – 23:15 Uhr auf WDR Fernsehen
Zimmer frei! Classics – Prominente suchen ein Zuhause: Herbert Feuerstein
Er ist ein begnadeter Komiker sowie feinsinniger Humorist: Herbert Feuerstein. Und speziell für den Humor in Deutschland hat sich der gebürtige Österreicher schon früh verdient gemacht: er fungierte seit Ende der 60er Jahre zunächst als Verlagsleiter im "Pardon"-Verlag und später als Chefredakteur der bekannten Satirezeitschrift "MAD", deren Stil er maßgeblich prägte. Dem TV-Publikum wurde er dann Ende der 80er Jahre zunächst als Mitglied des Rateteams der Quiz-Show "Pssst..." bekannt, später als kongenialer Partner von Harald Schmidt in der WDR-Show "Schmidteinander". Auch nach dem Ende der Anarcho-Sendung war und ist er bis heute in den verschiedensten Rollen immer wieder im Fernsehen präsent. Herbert Feuerstein hat vier Bücher veröffentlicht, sein letztes trägt den Titel "Frauen Fragen Feuerstein und sieben andere F-Wörter". Und im Mozartjahr präsentiert der ehemalige Student des Salzburger Mozarteums derzeit spezielle klassische Konzertveranstaltungen wie zum Beispiel "MordNacht Mozart", in denen Feuersteins Humor selbstverständlich eine große Rolle spielen.
In der "Zimmer frei!"-Sendung vom 14. August 1996 erscheint Herbert Feuerstein bestens aufs WG-Leben vorbereitet. In den zwei mitgebrachten Plastiktüten seien private Sachen, seine "beiden Intimsphären": "Denn wenn man irgendwo bleiben will, dann muss man seine eigenen Sachen dabei haben." Christine und Götz überraschen Herbert Feuerstein, der zwar kein Geheimnis aus seinem Geburtsjahr macht, aber das genaue Datum bis heute niemanden verraten möchte, derweil mit einer Geburtstagstorte. Götz Alsmann: "Es besteht ja theoretisch die Möglichkeit, dass ausgerechnet heute...". Herbert Feuerstein macht das aber offensichtlich ein wenig traurig und er erzählt, warum er nicht feiern möchte: "Ich habe zu meinem Geburtstag nichts beigetragen, meine Mutter war auch nicht da. Das war alles sehr, sehr traurig, ich war sehr allein und konnte deshalb die ersten zwei Jahre auch nicht sprechen."
Wie die beiden Gastgeber auf die erschütternde Beichte von Herbert Feuerstein reagiert haben, das können die geneigten Zuschauer noch einmal in dieser Ausgabe von "Zimmer frei!"-Classics sehen.
Montag, 14. November: 23:30 – 1:35 Uhr auf hr-fernsehen
Die Unbestechlichen (All the President's Men)
Spielfilm von Alan J. Pakula, USA 1976.
Im Jahr 1972 ereignet sich im Vorfeld der amerikanischen Präsidentschaftswahlen ein Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei. Der junge Reporter Bob Woodward soll für die Washington Post über den vermeintlichen Bagatellfall berichten. Dabei stößt er auf Hinweise, dass weit mehr hinter der Sache steckt als ein simpler Einbruch. Gemeinsam mit seinem Kollegen Carl Bernstein nimmt er die Recherchen auf. Allen Widerständen zum Trotz lassen die beiden Journalisten nicht locker – und decken schließlich einen der größten Politskandale der amerikanischen Geschichte auf. Denn die Spur der Drahtzieher führt direkt ins Weiße Haus.
In seinem preisgekrönten Klassiker „Die Unbestechlichen“ erzählt Regisseur Alan J. Pakula die Geschichte des Watergate-Skandals, der Präsident Nixon zu Fall brachte. Die Hauptrollen spielen Dustin Hoffman und Robert Redford, der am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien, geboren wurde.
Mittwoch, 16. November, 9:30 – 10:00 auf hr-fernsehen
Wissen und mehr: Quo vadis BRD? (3): Medien und Politik
Dokumentation.
Medien in Deutschland – geliebt und gehasst und in der ständigen Herausforderung, zwischen wirtschaftlichem Druck und journalistischem Anspruch zu agieren. Eine ganz besondere Rolle spielt für die Medien die Politik: Sie beobachten kleinlich das Treiben der Volksvertreter, berichten, analysieren, bewerten – oder skandalisieren auch gerne mal. Politische Willensbildung oder populistische Meinungsmache? Der Film stellt die Frage, ob die Medien in der sich verändernden Medienwelt heute noch ihrem demokratischen Auftrag als „4. Gewalt“ gerecht werden. Sind sie kritische Beobachter von Politik und Regierung, oder lassen sie sich für Selbstinszenierungen der Politik instrumentalisieren? Auf den Fersen von Journalisten von dpa, Spiegel Online und Panorama nimmt der Film die politische Medienlandschaft unter die Lupe
Sonntag, 20. November: 16:30 – 17:00 Uhr auf Arte
Mein Leben – Robert Lebeck
Dokumentation.
„Meistens ist es lästig“, fasst Helmut Schmidt seine Erfahrungen mit Fotografen zusammen. Zeit seines Lebens hat der ehemalige Bundeskanzler die Männer mit den Kameras auf Distanz gehalten. Nur bei wenigen hat er eine Ausnahme gemacht und sie sogar in sein Ferienhaus am Brahmsee vorgelassen. Robert Lebeck gehört zu den wenigen, denen diese Ehre zuteilwurde. Der heute 82 Jahre alte Fotograf hielt einen Augenblick fest, der den Altkanzler nach einer Partie Schach zeigt – einen müden Macher. Nicht ohne Bewegung erinnert sich Schmidt an dieses Foto: „Meinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, habe ich das Spiel verloren.“
Über viele Monate haben die beiden Journalisten und Dokumentarfilmer Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech einen der besten deutschen Reportage-Fotografen begleitet. In seinen Bildern – aufgenommen in sechs Jahrzehnten – hat Robert Lebeck wie wohl kein Zweiter Zeitgeschichte festgehalten. Ob Kanzler oder König, Künstler oder Clochard. Sie alle hat Lebeck fotografiert. Unvergessliche, magische Momente. Konrad Adenauer, Elvis Presley, die trauernden Kennedy-Witwen, Willy Brandt, Herbert von Karajan und Romy Schneider.
Im Interview erzählt Lebeck von seiner besonderen Beziehung zu der Schauspielerin, die in der Rolle der Sissi ihre Weltkarriere begonnen und im Zenit ihres Ruhmes mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte. „Du machst mir Angst. Ich mache mir Angst. Vergiss mich schnell, aber sage mir bitte 'Gute Nacht'“, schrieb Romy Schneider auf einen Zettel, den Lebeck eines Abends unter seiner Tür fand.
Die Währung, die für ihn über alles ging, waren seine gedruckten Fotos – am besten auf Doppelseiten. Ehemalige „Stern“-Reporter wie Michael Jürgs erinnern sich gut an den Kollegen und Lebemann Robert Lebeck, der stets die besten Restaurants bevorzugte. Manchmal, so Jürgs, reiste Lebeck nach Bali, „um sich dort für sechs oder acht Wochen aufzuhalten“. Damals entstand auch sein Spitzname „Easy Bob“, für einen Mann, dem scheinbar alles zufiel. Auch Robert Lebeck staunt heute noch über das Glück, auf das er sich sein ganzes Leben lang fast wie selbstverständlich verlassen konnte.
Montag, 21. November: 0:00 – 0:55 Uhr auf Arte (Nacht von Mo. auf Di.)
Die Suche nach der Stadt von morgen – Der Fotograf Peter Bialobrzeski
Dokumentation von Jörg-Daniel Hissen.
Immer mehr Menschen leben in Städten, in Städten, die sich in permanentem Wachstum befinden und ständig ihr Gesicht verändern. Filmemacher Jörg-Daniel Hissen hat den Fotografen Peter Bialobrzeski auf seiner Suche nach den Bildern der Stadt von morgen begleitet, in die beeindruckenden Kulissen der chinesischen Megastädte Hongkong und Shenzhen, ins südafrikanische Township Soweto und in die durchgestylte Hamburger HafenCity.
Weltweit hält Bialobrzeski an ausgewählten Orten den beschleunigten Übergang urbaner Landschaften in seinen Bildern fest. Er will der Schnelligkeit des Wandels Einhalt gebieten, indem er ein gigantisches Stillleben daraus macht. Die Wirkung seiner Fotografien ist außergewöhnlich. Sie wirken monumental und wuchtig, wie „frozen images“ unseres Lebens.
