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November 2008
Samstag, 29. November: 13:00-13:25 Uhr auf Arte
Das Fernsehen der Kubaner
Film von Sergio Mondelo aus der Reihe „Zapping International“.
Wer in Kuba zwischen den vier staatlichen Sendern für jedermann zappt, stößt möglicherweise auf die Sendung „Punto G“, eine Comedy-Show über Sexualität, die in der Praxis eines Sexualberaters spielt. Es gibt viel zu lachen im kubanischen Fernsehen – solange man nur nicht über die Machthaber lacht.
Im Programm finden sich Raubkopien amerikanischer Filme, mexikanische und brasilianische Telenovelas und Bildungssendungen in Hülle und Fülle – Kommunismus verpflichtet.
Zwar ist es in Kuba verboten, ausländische Sender zu empfangen, doch die Satellitenschüsseln schießen wie Pilze aus dem Boden. Und der amerikanische Propaganda-Sender „TV Martí“ strahlt aus Miami mit Hilfe illegaler Militärflüge über dem kubanischen Luftraum aus.
Samstag, 22. November: 13:00-13:30 Uhr auf Arte
Das Fernsehen der Ivorer
Film von Stéphane Corréa und Cécile de Comarmond aus der Reihe „Zapping International“.
Wenn man in Abidjan durch die Fernsehlandschaft zappt, trifft man mit Sicherheit auf fesche Glamourgirls, die leicht bekleidet durch Kanalisationen kriechen, Feuersbrünste löschen oder eine ganze Nacht auf einem Friedhof verbringen. Auch vor den widerlichsten Aufgaben schrecken diese modebewussten jungen Städterinnen nicht zurück, denn der Gewinnerin winkt mit einer Nebenrolle in einem Hollywoodfilm ein verlockender Preis. Deshalb ist „Stars Tonnerre“ als erste Reality-Show an der Elfenbeinküste auch ein Riesenerfolg.
Nachdem sich die Lage im Land seit kurzem beruhigt hat, wird Abidjan wieder seinem Ruf gerecht, ein Pionier in Sachen Fernsehen zu sein. So jagt eine hausgemachte Comedy-Serie die andere. „Campus“, „Docteur Boris“ und „Ma famille“ überbieten sich gegenseitig an Albernheit und werden durchweg in Nouchi gedreht, einer köstlichen Argot-Mischung aus Französisch und ivorischen Dialekten.
In der Rebellenhochburg Bouaké im Norden des Landes überträgt der ehemalige Kanal der Aufständischen „Télé Mutins“ unter dem patriotisch klingenden Namen „Télé Notre Patrie“ zu bestimmten Tageszeiten Meetings und politische Reden – ein Programm, das bei den Zuschauern bisher allerdings nur wenig Anklang findet.
Mittwoch, 19. November: 23:30-24:00 Uhr auf NDR
ZAPP – Das Medienmagazin
Moderation: Inka Schneider.
Dienstag, 18. November: 0:45-1:00 Uhr auf WDR
Der Blick aus dem Verborgenen – Erich Salomon fotografiert die Politik
Ein Film von Florian von Stetten.
Im Januar 1930 verhandeln die Siegermächte des Ersten Weltkriegs mit Deutschland über den Fortgang der Reparationszahlungen. Die Beratungen dauern bis tief in die Nacht. Neugierig geworden, schleicht sich der Fotograf Erich Salomon in den Verhandlungsraum und schießt ein Bild, das um die ganze Welt geht: eine Runde dösender Minister, die, statt zu verhandeln, schlafen. Dieser verborgene Blick auf die Welt der Diplomaten wird zum Markenzeichen Salomons. Seine Bilder zeigen das allzu Menschliche hinter der großen Politik. Sie markieren aber auch den Beginn einer Entwicklung, an deren Ende die Jagd auf Prominente steht: das Paparazzofoto.
Donnerstag, 13. November: 23:00-23:45 Uhr auf SWR
Peter Härtling – Schriftsteller
Film von Ute Heers.
Der Schriftsteller Peter Härtling, Jahrgang 1933, blickt auf ein bewegtes Leben zurück: Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen spülen den 13-Jährigen als elternloses Flüchtlingskind ins württembergische Nürtingen. An der Literatur richtet sich Härtling auf. Er beginnt zu schreiben, dann geht alles ganz schnell: Bereits als Schüler wird ein erster Gedichtband von ihm veröffentlicht, mit 19 Jahren wird er Volontär bei der Nürtinger Zeitung. Mit 23 ist er Feuilletonchef der Deutschen Zeitung. Mit Anfang 30 wird er in Berlin zum Mitherausgeber der Zeitschrift „Der Monat“. 1967 übernimmt Härtling die Leitung des S. Fischer Verlags in Frankfurt. Doch mit 40 Jahren entscheidet sich Härtling für das freie Schriftstellerdasein. Er schreibt für junge Leser und revolutioniert damit die Kinder- und Jugendbuchliteratur. Auch seine Künstler-Biografien über Hölderlin und Schubert werden große Erfolge. Heute zählt er zu den bekanntesten und beliebtesten Schriftstellern Deutschlands.
Sonntag, 9. November: 04:25-05:10 Uhr auf hr-fernsehen
Ein hessischer Amerikaner und die Stunde null – Das Leben des Toby Rodes
Film von Ulrike Bremer
Toby Rodes, der 1933 im Alter von 14 Jahren Deutschland verlassen musste, kehrte 1944 als amerikanischer Offizier zurück, zunächst in der Abteilung „psychologische Kriegsführung“. Er kannte die deutsche Mentalität gut, beherrschte die Sprache, und vor allem war er ein von der Demokratie überzeugter Amerikaner. Als „Information Control Officer“ war er zuständig für die Künstler, Theatermacher und Journalisten, musste prüfen, ob sie einst Nazis waren und ob sie sich, wenn ja, geändert hatten; dann lag es in seinem Ermessen, ob sie wieder arbeiten durften. Er hob die erste deutsche Nachkriegszeitung aus der Taufe, die Frankfurter Rundschau. Er erteilte und verwehrte Lizenzen für Tageszeitungen, Kinos, Theater und Rundfunk. 1951 kam er abermals nach Frankfurt, im diplomatischen Dienst. Toby Rodes war zuständig für die PR-Abteilung des Marshallplans. Der Film begibt sich auf Spurensuche in Frankfurt, Bad Nauheim und in seinem Haus im Elsass.
