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Samstag, 7. Mai: 11:30 – 12:15 Uhr auf Eins Festival

Oliviero Toscani – Bilderwut
Film von Peter Scharf und Katja Duregger.
Das blutdurchtränkte T Shirt eines gefallenen Soldaten, eine Nonne, die einen Priester küsst, ein ausgemergelter junger Mann – gezeichnet von der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids. Mit Bildern wie diesen hat die Modefirma Benetton in den 90er Jahren für ihre Produkte geworben. Der italienische Fotograf Oliviero Toscani hat die Kampagnen konzipiert und fotografiert. Er hat Themen wie Aids, Flüchtlingselend oder Rassismus in die Werbung geholt. Die Anzeigen und Plakate haben weltweit heftigste Proteste ausgelöst, viele sind verboten worden. Der Film porträtiert den heute 68 jährigen Italiener

Sonntag, 8. Mai: 13:00 – 13:30 Uhr auf Arte

Künstler hautnah: Anders Petersen – Fotograf
Dokumentation von Luc Quelin.
Der Fotograf Anders Petersen wurde 1944 in Stockholm geboren. Seinen Wurzeln ist er bis heute treu geblieben: In Stockholm hat er seit 20 Jahren ein eigenes Fotolabor, wo er seine Bilder selbst entwickelt. Doch entscheidend geprägt hat ihn zu Beginn seiner künstlerischen Karriere ein Ort in Hamburg: das „Café Lehmitz“ an der Reeperbahn. Drei Jahre lang fotografierte er dort Gäste, Prostituierte und Menschen am Rande der Gesellschaft. Im Café Lehmitz stellte er 1970 auch erstmals seine fotorealistischen Arbeiten aus.
In seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeichnet Petersen sensible Porträts ausgegrenzter Menschen, die von der Gesellschaft kaum wahrgenommen werden. Seine regelmäßig in Monografien veröffentlichten Bilder beeindrucken durch ihre Schönheit und rütteln gleichzeitig durch die nackte Realität auf, die sie ungeschminkt zeigen.
Im Jahr 2003 wurde Petersen beim Fotofestival „Les Rencontres d'Arles“ zum „Fotografen des Jahres“ gewählt.

Dienstag, 10. Mai: 23:50 – 0:50 Uhr im NDR Fernsehen

Gerd Bucerius – Der ZEIT-Verleger
Film von Florian Huber und Knut Weinrich.

Donnerstag, 12. Mai: 16:45 – 17:40 Uhr auf Arte

Afghan Star
Dokumentation von Havana Marking.
Noch vor zehn Jahren wurde in Afghanistan Singen, Tanzen oder auch nur Musikhören mit Gefängnis oder gar dem Tode bestraft. Heute entdeckt eine ganze Generation die afghanische Musik und Kunsttradition neu. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die beliebte, dem englischen Format „Pop Idol“ entlehnte TV-Serie „Afghan Star“. Junge Talente aus dem ganzen Land machen mit. Sie sind mit Ehrgeiz, aber auch Mut bei der Sache. Denn die Teilnahme kann lebensgefährlich sein. So für die 19-jährige Lema aus dem afghanischen Süden, der Hochburg der Taliban. Bei jeder Fernsehübertragung fleht ihre Familie Gott an, eine Strompanne herbeizuführen, damit Lema nicht von Nachbarn auf der Bühne erkannt wird.
Wie wird man also ein afghanischer Popstar? Havana Markings inspirierende und kurzweilige Reportage begleitet die Teilnehmer des Musikwettbewerbs, den nach 30 Jahren Taliban-Herrschaft, Krieg und Unruhen kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Samstag, 14. Mai: 12:00 – 12:30 Uhr auf Arte

Zapping International: Das Fernsehen der Afghanen
Magazin.
Wenn man sich in der afghanischen Hauptstadt durch das Fernsehprogramm zappt, hat man die Qual der Wahl. Denn seit dem Ende des Talibanregimes im Jahr 2001 boomt das Fernsehen. Mittlerweile gibt es elf private Kanäle und einen staatlichen Sender. In Kabul besitzen 80 Prozent der Haushalte ein Fernsehgerät.
Auch eine afghanische Serie wird inzwischen ausgestrahlt: „Das imaginäre Paradies“. Der Pilotfilm stammt aus der Feder des Prix-Goncourt-Gewinners Atiq Rahimi. Im Mittelpunkt steht ein junger Afghane, der nach einigen Jahren im Westen ins Land und zu seiner Familie zurückkommt. In dieser Situation erkennen sich viele afghanische Intellektuelle wieder, die nach der Machtergreifung der Taliban ihr Land verlassen haben und nun wieder heimkehren.
Doch die meisten Afghanen ziehen diesem imaginären Paradies, in dem es letztlich um ihren Alltag geht, die farbenprächtige Exotik und die Liebesgeschichten der Bollywoodserien vor. Das missfällt natürlich den Hütern der Moral, die sich über die schwingenden Hüften und die entblößten Bauchnabel und Dekolltés empören. Bei Tolo TV, dem meistgesehenen Privatsender, setzen vollzeitbeschäftigte Zensoren die winzigsten Fleckchen nackter Haut, aber auch Discoszenen und Wangenküsse auf den Index.

Sonntag, 15. Mai: 6:50 – 7:05 Uhr auf NDR Fernsehen

Die Radiostation Grimeton – Stimmen des Stroms, Schweden
Film von Christina Brecht-Benze aus der Reihe „Schätze der Welt“.
Die Radiostation in Grimeton bei Varberg an der schwedischen Südwestküste war einmal ein Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Kommunikation. Zusammen mit 20 weiteren Anlagen dieser Art bildete sie ab 1925 ein globales Funknetzwerk. Heute ist Grimeton der einzige noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender, dessen gesamtes Ambiente aus den 1920er-Jahren komplett vorhanden ist. Weshalb die Station 2004 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde.
Dass damals vor 80 Jahren König Gustaf V. persönlich das Gebäude einweihte, unterstreicht die Bedeutung dieser neuen Kommunikationsmöglichkeit für Schweden.
Den Anstoß zum Bau der Funkstation gab neben den Erfahrungen mit leicht zerstörbaren Land- und Seekabeln im Ersten Weltkrieg eine Emigrationswelle gigantischen Ausmaßes. Abertausende von Schweden suchten Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Da es oft ein Abschied für immer werden sollte, bekam die Verbindung mit den Daheimgebliebenen per drahtloser Telegraphie für viele existentielle Bedeutung.
Die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen und ihrer drahtlosen Ausbreitung im Raum läutete eine Sternstunde der Nachrichtentechnik ein, die einer Revolution gleich kam. Zahlreiche Funkpioniere haben sie vorbereitet, dem italienischen Physiker und Nobel-Preisträger Guglielmo Marconi gelang dann 1895 die erste drahtlose Funkverbindung über den Atlantik. Der schwedische Elektroingenieur Ernst F. W. Alexanderson konstruierte schließlich eine Maschine, die den Langwellen jenen Schwung verlieh, der sie zum lichtschnellen Lauf um den Erdball beflügelte. Die nach ihm benannte Maschine heißt Alexanderson-Sender und thront bis heute als technisches Denkmal mitten in der Radiostation Grimeton.

Samstag, 28. Mai: 16:55 – 17:45 Uhr auf Arte

Maurice Nadeau
Dokumentation von Ruth Zylberman.
Der französische Literaturkritiker, Herausgeber und Verleger Maurice Nadeau wurde am 21. Mai 1911 geboren. Sein 1945 erschienenes Buch „Die Geschichte des Surrealismus“ gilt noch immer als Standardwerk und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Daneben machte er Autoren wie David Rousset, Malcolm Lowry, Warlam Schalamow, Witold Gombrowicz, Leonardo Sciascia, Walter Benjamin und Georges Perec in Frankreich bekannt.
1953 gründete er die Literaturzeitschrift „Lettres Nouvelles“ – 1966 durch „La Quinzaine Littéraire“ abgelöst, deren Herausgeber er noch heute ist. Nadeau liebt die Literatur und ihre Autoren. Für ihn sind Bücher lebendige Wesen, Wegbegleiter, die aufrütteln und die Einsamkeit vertreiben – eine Leidenschaft, die er stets mit anderen geteilt hat.
Das Porträt zeichnet Nadeaus Lebensweg nach und erzählt dabei zugleich ein Stück europäischer Literaturgeschichte.