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Sonntag, 2. Mai: 16:30 – 17:00 Uhr auf 3sat

neues ... aus der digitalen Welt: China und das Netz
Moderation: Yve Fehring.
Wenn es um China und das Internet geht, dann ist oft die Zensur ein Thema. So auch in den jüngsten Diskussionen um die Web-Dienste des amerikanischen Suchmaschinen-Betreibers Google. Dabei gelten die Chinesen als begeisterte Onlinespieler, sie bloggen, twittern und surfen im Internet. Für Recherchen nutzen sie zum Beispiel die sehr erfolgreiche chinesische Suchmaschine namens Baidu. Doch alle Aktionen im Netz werden von einer Art Internet-Polizeitruppe kontrolliert, deren Stärke auf etwa 20.000 Mann geschätzt wird. Sie sollen auch für regierungsfreundliche Einträge in Blogs und Foren sorgen.

Sonntag, 2. Mai:  0:20 – 2:20 Uhr (Nacht von So. auf Mo.) auf 3sat

Der Auslandskorrespondent (Foreign Correspondent)
Spielfilm von Alfred Hitchcock, USA 1940.
Im Herbst 1939 wird der amerikanische Reporter Johnny Jones nach Europa geschickt, um Informationen zum bevorstehenden Zweiten Weltkrieg zu sammeln. Dort wird er Zeuge eines Attentats auf den holländischen Politiker Van Meer, der eine Geheimklausel kennt, mit der der Ausbruch des Kriegs gestoppt werden könnte. Jones findet mit Hilfe von Carol Fisher heraus, dass Van Meer in einer Mühle gefangen gehalten wird. Carol Fisher ist die Tochter von Stephen Fisher, dem Vorsitzenden einer pazifistischen Vereinigung. Doch tatsächlich entpuppt sich Carols Vater als Anführer einer Nazi-Organisation, die Van Meer entführt hat. Der zweite Weltkrieg bricht aus. Carol Fisher, ihr Vater und auch John Jones fliehen in einem Flugzeug, auf das plötzlich geschossen wird.
Der britische Regisseur Alfred Hitchcock sollte im Herbst 1939 in Holland den autobiografischen Roman „Personal History“ von Vincent Sheean verfilmen, der die Erlebnisse eines Auslandsreporters im Europa der 1930er Jahre beschreibt. Rund ein Dutzend Drehbuchautoren versuchten im Laufe der Monate erfolglos, die sich überschlagenden Ereignisse in das Drehbuch einzubeziehen, bis Hitchcock seinen alten Mitarbeiter Charles Bennett aus England rief und mit ihm und Joan Harrison das Drehbuch völlig neu schrieb. Obwohl Hitchcocks Film ursprünglich als Propagandafilm für den Kampf Englands gegen die Nationalsozialisten in Auftrag gegeben wurde, hält er sich mit politischen Botschaften zurück – aufgrund des politischen Drucks, die strikte Neutralität der USA zu wahren. Der spannende und trotz seines ernsten Hintergrunds überaus humorvolle Spionagefilm kam in Deutschland 1961 in einer gekürzten Fassung ins Kino, die die Hinweise auf die nationalsozialistischen Gegner verwässerte. 3sat zeigt die vom ZDF rekonstruierte und neu synchronisierte Originalfassung.

Mittwoch, 5. Mai:  0:30 – 6:25 Uhr (Nacht von Mi. auf Do.) auf einsfestival

Kir Royal
Fernsehserie von Helmut Dietl mit Franz-Xaver Kroetz, Deutschland 1986.
Baby Schimmerlos, der Klatschreporter der Münchner Allgemeinen Tageszeiten, MATZ genannt, hat es schwer. Jeder möchte in seiner Kolumne genannt werden. Dazuzugehören ist alles. Am hartnäckigsten dabei ist Generaldirektor Haffenloher, ein Provinzindustrieller, der sein Geld mit der Herstellung von Klebstoff verdient. Haffenloher lässt nichts unversucht, um an Baby Schimmerlos heranzukommen. Dabei tritt er von einem Fettnäpfchen ins andere. Als Haffenloher erkennt, dass er auf diese Weise nie zu einem Mitglied der 'Bussi Gesellschaft' wird, besinnt er sich auf seine anderen Tugenden. Und als die Verlegerin Friederike von Unruh ihren Klatschreporter zu sich zitiert, Babys letzte Spesenrechnung, die von horrender Höhe ist, in Zweifel zieht und ihm klarmacht, dass es da einen gewissen Klebstofffabrikanten gibt, der eine größere Anzahl von Anzeigen placieren möchte – ja, da ist der Generaldirektor Heinrich Haffenloher auf einmal der von allen geliebte Heini.
Folge 1/6: Wer reinkommt, ist drin (0:30 Uhr)
Folge 2/6: Muttertag (1:30 Uhr)
Folge 3/6: Das Volk sieht nichts (2:30 Uhr)
Folge 4/6: Adieu Claire (3:25 Uhr)
Folge 5/6: Königliche Hoheit (4:25 Uhr)
Folge 6/6: Karriere (5:25 Uhr)

Samstag, 8. Mai: 8:15 – 9:00 Uhr auf Phoenix

Phoenix-Themenschwerpunkt Pressefreiheit:

Unbequem und unbestechlich – Chinas Kämpfer für die Wahrheit
Film von Jochen Graebert.
Investigativer Journalismus in der Volksrepublik China – das klingt wie Feuer und Wasser. Doch es gibt sie auch dort: Brillante Rechercheure, die über Korruption, Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung berichten. Natürlich tun sie dies nicht in den staatlich zensierten Medien, sondern im Internet. Hier testen Blog-Journalisten jeden Tag die Grenzen der politischen Freiheit. Und riskieren dabei häufig ihre eigene. Das Filmteam begleitet chinesische Reporter bei ihrer gefährlichen Recherche nach der Wirklichkeit im roten Reich der Mitte.

Samstag, 8. Mai: 9:00 – 9:30 Uhr auf Phoenix

Gute Nachrichten aus dem Irak
Film von Christian Görzel und Christian Keller.
Bomben, Anschläge, Terror – dieses Bild vom Irak haben die Medien in den letzten Jahren vermittelt. Dass es auch einen anderen Irak gibt – ein Land im Aufbruch, in dem die Wirtschaft boomt und ein Hauch von Freiheit weht – wissen die wenigsten Menschen.  Der Grund dafür: Es gibt keine Stimmen, die gute Nachrichten aus dem Irak verkünden. Denn freie Medien gibt es bisher so gut wie gar nicht. Die neu gegründete Agentur AK-News will das ändern.

Samstag, 8. Mai: 9:30 – 10:15 Uhr auf Phoenix

Russlands strenge Zensoren – Aus dem Alltag einer mutigen Journalistin
Film von Britta Hilpert und Cornelia Schiemenz.
Jelenas großes Vorbild ist Anna Politkovskaja, die mutige Journalistin, die für ihre kritischen und offenen Artikel sterben musste. Wie Anna arbeitet auch Jelena bei de Novaja Gaseta, und wie Anna schreibt sie über Dinge, die der Obrigkeit unangenehm sind. Jelena ist gerade mal 23 Jahre alt und arbeitet nach ihrem Journalistik-Studium bei der Novaja Gaseta – hier gilt sie als neue Generation, als große Hoffnung für die Zukunft. Die ZDF-Korrespondentinnen Britta Hilpert und Cornelia Schiemenz haben Jelena zwischen 2007 und 2010 mit der Kamera begleitet.

Sonntag, 16. Mai: 19:30 – 20:15 Uhr auf Phoenix

Günter Wallraff undercover – Wo Arbeit weh tut
Dokumentation von Pagonis Pagonakis und Georg Lolos.
Günter Wallraff, der Undercover-Journalist, der bei BILD Hans Esser war und als Türke Ali das Leben „ganz unten“ kennen lernte, hat sich diesmal das Thema „Billigproduktion für Großdiscounter“ vorgenommen. Unter anderer Identität heuerte er bei einer Großbäckerei im Rheinland an, die für die Supermarktkette Lidl produziert, und dokumentierte seine Arbeitsbedingungen mit versteckter Kamera.
Vier Wochen lang schuftete er in Tag- und Nachtschichten für einen Stundenlohn von 7,66 Euro brutto bei Temperaturen von bis zu 50 Grad, verbrannte sich die Arme an heißen Backblechen, entdeckte unfallträchtige Sicherheitsmängel an den Transportbändern und dokumentierte Schimmelbildung an Wänden, Decken und Maschinen. Seine Kollegen klagten über nicht bezahlte Krankheits- und Feiertage und über als willkürlich empfundene Abmahnungen und Kündigungen.
Wallraffs Fazit: Wer billig verkauft, muss auch billig produzieren – häufig auf Kosten von Arbeitnehmerrechten. Damit wird nicht nur Lidl-Aufsichtsratschef Gehring in der Reportage konfrontiert, sondern es berührt eine Frage, die sich auch alle Kunden von Großdiscountern stellen müssen.

Montag, 17. Mai: 10:00 – 10:15 Uhr auf hr- fernsehen

Der fotografische Supermarkt – Schüler lichten ihre Alltagswelt ab
Sendung aus der Reihe „Wissen und mehr“.
Bringen Fotografien die Wirklichkeit hervor oder zum Verschwinden? Die neue digitale Fotografie vervielfältigt zumindest die Alltagswelt – nicht nur durch Kameras, sondern auch durch Handys, die zu jeder Zeit spontane Bilder ermöglichen, die überall hin verschickt werden können. Dies wird in dem Film aufgegriffen und von den Jugendlichen selbst hinterfragt. Schüler einer 10. Klasse der Alexander-von-Humboldt-Schule aus Rüsselsheim fotografieren – von der Kamera begleitet – ihre Alltagswelt und gehen dabei ihren Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten nach. Wie wird etwa das Thema „Liebe“ fotografiert? Wie teilt man seine Gefühle mit? Greifen sie dabei auf Werbemuster zurück, oder entwickeln sie ihre eigene Bildsprache? Werden die Fotos am heimischen PC bearbeitet, oder sind sie spontan? Welche Manipulationsmöglichkeiten gibt es? Gelingt es in diesem Projekt, die Alltags- und Konsumwelt von Schülern durch Schüler neu und kritisch zu hinterfragen? Der Film, den die Schüler selbst gedreht haben und der ihre eigene mediale Kompetenz stärkt, versucht eine Antwort zu geben.

Mittwoch, 19. Mai: 22:35 – 0:30 Uhr auf kabeleins

15 Minutes (Fifteen Minutes)
Spielfilm von John Herzfeld, USA 2001.
Im Streit um ihren Anteil aus einem früheren Coup bringen die beiden Gangster Emil Slovak und Oleg Razgul ihren Ex-Kollegen um. Die beiden New Yorker Cops Eddie Flemming und Jordy Warsaw sollen den Mord aufklären. Ihre Recherchen ergeben bald, dass es Slovak und dem filmbegeisterten Razgul nicht nur um Geld geht. Inspiriert vom Reality-TV filmen die beiden ihre Verbrechen mit einer Videokamera, um anschließend die Bilder interessierten Fernsehsendern zu verkaufen.
Das Jagdfieber nach ein paar Minuten im Scheinwerferlicht der Medien hat die gesamte Gesellschaft erfasst, aber wie weit würden verzweifelte Menschen für eine Viertelstunde Ruhm gehen? Und wie viele Menschen würden sich voller Faszination deren Taten im Fernsehen anschauen? Diesen Fragen geht Regisseur John Herzfeld in seinem Film nach und macht deutlich: In der Welt des Sensations- und Boulevardjournalismus zählt nur die groteske Übertreibung.

Montag, 31. Mai: 16:50 – 17:40 Uhr auf Arte

Afghan Star
Regie: Havana Marking.
Für die jungen Afghanen ist „Afghan Star“ mehr als eine Unterhaltungsshow. Der TV-Wettbewerb bedeutet Ablenkung, Anregung und Hoffnung. In den hochdramatischen Ausscheidungsrunden werden Fragen beispielsweise nach der Gleichberechtigung der Frau, nach den Grundlagen der Demokratie und nach der Pressefreiheit gestellt. Doch vor allem zeigt die Reportage von Havana Marking die Kraft der Musik in dem geschundenen und fragilen Land am Hindukusch.
Gefängnis oder gar dem Tode bestraft. Heute entdeckt eine ganze Generation die afghanische Musik und Kunsttradition neu. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die beliebte, dem englischen Format „Pop Idol“ entlehnte TV-Serie „Afghan Star“. Junge Talente aus dem ganzen Land machen mit. Sie sind mit Ehrgeiz, aber auch Mut bei der Sache. Denn die Teilnahme kann lebensgefährlich sein. So für die 19-jährige Lema aus dem afghanischen Süden, der Hochburg der Taliban. Bei jeder Fernsehübertragung fleht ihre Familie Gott an, eine Strompanne herbeizuführen, damit Lema nicht von Nachbarn auf der Bühne erkannt wird.
Wie wird man also ein afghanischer Popstar? Havana Markings inspirierende und kurzweilige Dokumentation begleitet die Teilnehmer des Musikwettbewerbs, den nach 30 Jahren Taliban-Herrschaft, Krieg und Unruhen kaum jemand für möglich gehalten hätte.