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Mai 2009
Montag, 18. Mai: 10:15 – 10:30 Uhr auf hr-fernsehen
Der fotografische Supermarkt – Schüler lichten ihre Alltagswelt ab
Dokumentation.
Bringen Fotografien die Wirklichkeit hervor oder zum Verschwinden? Die neue digitale Fotografie vervielfältigt zumindest die Alltagswelt – nicht nur durch Kameras, sondern auch durch Handys, die zu jeder Zeit spontane Bilder ermöglichen, die überall hin verschickt werden können. Dies wird in dem Film aufgegriffen und von den Jugendlichen selbst hinterfragt. Schüler einer 10. Klasse der Alexander-von-Humboldt-Schule aus Rüsselsheim fotografieren – von der Kamera begleitet – ihre Alltagswelt und gehen dabei ihren Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten nach.
Samstag, 16. Mai: 17:25 – 18:10 Uhr auf Arte
Vom Glück, Weltbürger zu sein: Ulrich Wickert – Journalist, Autor, Schriftsteller
Dokumentation von Dagmar Wittmers.
In Deutschland ist er, auch nach seinem Abschied vom Bildschirm, „Mister Tagesthemen“ geblieben. Bevor er 15 Jahre lang jeden Abend das wichtigste Nachrichtenmagazin des Ersten Deutschen Fernsehens moderierte, war er über viele Jahre der Korrespondent aus Paris, der den Deutschen vorgemacht hat, wie man bei brausendem Verkehr über den Place de la Concorde geht, der über die Liebe der Franzosen zum Käse oder die französische Künstlerszene berichtete. Interviews mit Präsident Mitterrand, Berichte aus dem Élysée-Palast, Einschätzungen der politischen Situation in Frankreich – das war Wickerts Ressort.
Im Porträt von Dagmar Wittmers gibt Wickert Einblicke in sein Privatleben, erzählt von seiner frühen Kindheit in Japan, wo die Familie in einem Holzhaus, an einem der Seen am Fuße des Fuji lebte und er mit den Nachbarkindern Japanisch sprach, von seinem Aufenthalt in den USA als 19-jähriger Stipendiat der Wesleyan University, wo er begriff, was Freiheit bedeutet, und dass man sich für eine Gemeinschaft einsetzen muss. Einsichten, die Wickert, als er in den bewegten 60er Jahren an der Universität in Bonn studierte, prompt umsetzte und sich damit bei vielen Professoren unbeliebt machte, sogar exmatrikuliert werden sollte. Für ihn war es eine prägende Erfahrung, dass andere für ihn Partei ergriffen, sich gegen das Unrecht durchgesetzt haben.
Seine perfekten Sprachkenntnisse in Französisch und Englisch haben ihm schon in jungen Jahren Aufträge im Ausland beschert. Auf Fremde zugehen, ihre Gedanken zu erfahren, ihre Welt zu erschließen, macht für ihn einen wichtigen Teil seines Berufes aus. Wickert berichtet auch über für ihn persönlich wichtige Begegnungen, wie die mit dem Schriftsteller und Dramaturg Eugène Ionesco, mit dem ihn eine enge Freundschaft bis zu seinem Tod verband.
Unterwegs in Paris zu den Schauplätzen seines neuen Krimis, in Hamburg, wo er mit seiner Frau lebt, in Berlin, dem Sitz der Redaktion des Nachrichtenportals „Zoomer.de“, für die er regelmäßig eine Kolumne schreibt, und in seiner Wahlheimat Südfrankreich trifft das Kamerateam den Journalisten, der sich heute eher als Autor beziehungsweise Schriftsteller begreift. Dabei lernt der Zuschauer auch bisher unbekannte Seiten von Ulrich Wickert kennen.
Freitag, 15. Mai: 21:45 – 23:13 Uhr auf ARD
Tatort: Investigativ
Fernsehfilm von Claudia Garde, Deutschland 2007.
Gregor Schulz – einst gefeierter investigativer Journalist – wird im Gerichtsgebäude vor den Augen von Wanda Wilhelmi erschossen. Der Täter kann unerkannt flüchten. Am Tag darauf erscheint in der Presse ein Foto, das Schulz am Tag vor seiner Ermordung mit Alexander Radu zeigt, einem stadtbekannten Investor und Unterstützer gemeinnütziger Projekte. Für die Polizei ist der Name Radu kein unbeschriebenes Blatt. Sein Vater war mit illegalen Machenschaften auf dem Kiez zu Geld gekommen. Allerdings war dem Familienclan nie etwas nachzuweisen. Auch Schulz musste als Redakteur für das Politmagazin „Investigativ“ vor Jahren seinen Hut nehmen – nach Ausstrahlung eines Berichts über Radus Verbindungen in die Politik.Als Casstorff die Todesnachricht überbringt, erfährt er, dass die Tochter des Ermordeten, Kathrin Schulz, in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist – sie arbeitet als investigative Journalistin für die gleiche Redaktion. Allerdings gibt sie an, seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt zu haben. Für Casstorff und Holicek bleibt der Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen Alexander Radu. Doch der verhindert mit juristischen Mitteln, vorgeladen zu werden und auszusagen. Und auch die Staatsanwaltschaft – Wanda Wilhelmi führt die Ermittlungen zusammen mit ihrem Chef und Mentor Peter Heinrich – hält es mit dem Grundsatz, sich nicht von der Presse vorschreiben zu lassen, wie die Justiz zu agieren habe: Keine Vorladung auf Grundlage eines anonym an die Presse lancierten Fotos, von dem nicht klar ist, ob es sich nicht um eine Fotomontage handelt ...
Mittwoch, 13. Mai: 13:15 – 14:00 Uhr auf 3sat
Der fröhliche Ketzer: Gregor von Rezzori – Auf Lebensreise zwischen Maghrebinien und Manhattan
Porträt von Georg Madeja.
Der Journalist und Literat Gregor von Rezzori (1914 – 1998) wurde in der Bukowina geboren, lebte in Wien, Berlin, Paris, der Toskana und New York. Der Kosmopolit aus einer Epoche, in der es den Begriff „multikulturell“ noch gar nicht gab, steht gelassen zwischen und über Nationen, Sprachen und Glaubensbekenntnissen. Er selbst sah sich kritisch: als „weltkundigen Kenner von Schuhpflegemitteln und Whiskysorten“, als einen Dandy, Snob, gewissenlosen Frauenhelden und somit „nichtsnutzig, windig, anrüchig, verdächtig“. Doch wer seine Bücher wie die „Maghrebinischen Geschichten“ und „Ödipus siegt bei Stalingrad“ aufmerksam liest, entdeckt darin einen ganz anderen Rezzori: einen scharfzüngig-bitteren Moralisten, der die Verhältnisse so schildert, wie sie eben tatsächlich sind – ohne Augenwischerei.
Das Porträt stellt Gregor von Rezzori als kritischen Kommentator des Zeitgeschehens vor.
Sonntag, 10. Mai: 19:45 – 20:00 Uhr auf 3sat
PHOTOsuisse: Jean Mohr
Porträtfilm von Lionel Baier
Jean Mohr dokumentiert in seinen Bildern nicht Gewalt und Terror, sondern besucht Katastrophen-, Kriegs- und Krisengebiete stets vor oder nach, nie während der Konflikte. Mohr fotografiert Flüchtlinge und Kriegsgefangene, aber auch den mühseligen und doch äußerlich normalen Alltag einer geplagten Bevölkerung.
Freitag, 8. Mai: 23:15 – 1:20 Uhr auf WDR Fernsehen
Nachrichtenfieber
Spielfilm von James L. Brooks, USA 1987.
Der hektische Alltag eines Nachrichtensenders lässt nur wenig Zeit fürs Privatleben. Das von Jane, der ehrgeizigen TV-Moderatorin, gerät mächtig durcheinander, als sie ihren neuen Kollegen Tom kennen lernt. Er ist gutaussehend, charmant und sexy. Jane ist völlig hin und weg. Sehr zum Leidwesen des klugen und hilfsbereiten Aaron, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verbindet. Als der unqualifizierte Tom zu allem Übel auch noch die große Chance als Moderator erhält, die sich Aaron schon lange wünscht, ist das beruflich-private Chaos schon vorprogrammiert ...
James L. Brooks („Zeit der Zärtlichkeit“) liefert mit diesem Werk einen bissigen Einblick hinter die Kulissen der Nachrichten-Maschinerie, schildert Sticheleien und Machtkämpfe hinter der Kamera. Der Film reflektiert auch über das Geschäft mit Nachrichten und deren Verwertbarkeit und stellt die immer stärker um sich greifende Sensationsgier gewisser TV-Journalisten an den Pranger.
Mittwoch, 6. Mai: 20:15 – 21:00 Uhr auf BR-alpha
Ursula Meissner – Fotojournalistin, Kriegs- und Krisenberichterstatterin
Sendung aus der Reihe „alpha-Forum“, Moderation: Hans Oechsner.
