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Sonntag, 21. März: 18:25 – 19:00 Uhr auf 3sat

Ghostwriter
Film von Thomas Macho.
Bei manchen Autoren weckt schon die schiere Menge des Geschriebenen den Verdacht auf schreibende Geister im Hintergrund. Ghostwriting ist ein Win-win-Geschäft für alle: Verlage bekommen die Werke schnell und zuverlässig zu Fixpreisen, Prominente können sich mit einer eigenen Publikation schmücken, und die „Geisterschreiber“ werden gut bezahlt. Dass dabei der Leser hinters Licht geführt wird, wird in Kauf genommen. Schließlich gilt es heute als erwiesen, dass auch so manche Größe der Literaturgeschichte auf die Unterstützung von Ghostwritern zurückgegriffen hat: Johann Wolfgang von Goethe, Alexandre Dumas der Jüngere und Bertolt Brecht gehören zu den Prominentesten von ihnen.
Der Film „Ghostwriter“ blickt hinter die Szene und lässt Ghostwriter, einschlägige Agenturen und Verleger zu Wort kommen. 

Freitag, 19. März: 3:45 – 4:30 Uhr (Nacht von Fr. auf Sa.) auf 3sat

Vor 30 Jahren – 303 Journalisten aus 58 Ländern – Die Auslandskorrespondenten von Bonn
Film von Hans Werner Conen aus dem Jahr 1980.
Aus dem damaligen Pressetext: In der Bundeshauptstadt Bonn gibt es über 300 ausländische Journalisten. Sie arbeiten unermüdlich für Rundfunk und Fernsehen, schreiben Artikel für Tageszeitungen und Magazine, füttern die Ticker der großen Nachrichtenagenturen. Ihre Leser, Hörer und Seher leben in mindestens 60 Ländern der Welt, doch in der Bundesrepublik kennt sie kaum jemand. Dabei bestimmen sie oft, was auf den Bildschirmen und Zeitungsseiten zu Hause über dieses Land erscheint. Sie tragen mit Kugelschreiber, Mikrofon und Kamera umso mehr zur öffentlichen Meinung in ihrer Heimat über Deutschland bei, je weniger ausgeprägt die Kontakte auf anderen Gebieten sind. David Ogunsade aus Nigeria, einer der beiden Korrespondenten schwarzer Hautfarbe in Bonn, hat fast ein Monopol, während Michel Meyer vom französischen Fernsehen „Antenne 2“ über einen Nachbarn berichtet, den seine Landsleute gut kennen. Meyer ist denn auch kaum noch Auslandskorrespondent im alten Sinne, er berichtet aus Bonn über europäische Innenpolitik.
Die Reportage „303 Journalisten aus 58 Ländern“ stellt die in Bonn ansässigen Auslandskorrespondenten und ihre Arbeit vor.

Sonntag, 14. März: 9:35 – 11:00 Uhr auf WDR Fernsehen

Kölner Treff: Zu Gast ist u. a. der Fotograf Konrad Rufus Müller
Talkshow. Moderation: Bettina Böttinger.
Konrad Rufus Müller – „Kanzlerfotograf“ wird er schlicht genannt. Als einziger Fotograf hat er alle deutschen Kanzler von Konrad Adenauer bis Angela Merkel abgelichtet, alle aus seiner ganz persönlichen Sicht, meist in schwarzweiß und immer ohne Kunstlicht. Aber auch anderen Mächtigen ist er sehr nahe gekommen, Wladimir Putin zum Beispiel, François Mitterand und Anwar el-Sadat. Siebzig Jahre wird er am 22. März, einen Tag später wird im Rheinischen Landesmuseum eine Retrospektive mit Fotos aus 50 Jahren seines Schaffens eröffnet. Bei Kölner Treff erzählt Konrad Rufus Müller von seinen Erlebnissen im Dunstkreis der Mächtigen.

Samstag, 13. März: 21:55 – 23:25 Uhr auf Arte

Ich wollte nicht töten
Fernsehfilm von Dagmar Hirtz, Deutschland 2006.
Der Zusammenbruch der DDR liegt 17 Jahre zurück. Und noch immer lagern Akten über die Vergangenheit bei den Behörden oder versteckt zu Hause in geheimen Schubladen – falls sie nicht gefunden werden. Die erfolgreiche Journalistin Meike Marndorfer ist völlig ahnungslos, als sie anfängt, auf eigene Faust zu recherchieren. Eine Informantin namens Lena will sie unbedingt sprechen. Kurz bevor sie miteinander reden können, wird diese jedoch vom Auto überfahren. War es Zufall? Und wer war diese Fremde? Die Nachforschungen führen Meike tief in die ostdeutsche Provinz.
Sie kontaktiert Lenas Umfeld und gewinnt in deren Freund Robert einen Vertrauten. Er unterstützt sie in den Recherchen und es wird immer deutlicher, dass Lena Meikes Leben ausgekundschaftet hat. Meike verliert Stück für Stück ihre Professionalität und Distanz. Die Sache wird unheimlich. In ihrem Gedächtnis tauchen Bilder auf. Obwohl Lenas Vater versucht, Meike mit Fehlinformationen in die Irre zu leiten, wird immer deutlicher, dass die Biografien der beiden Frauen zusammenhängen. Meike muss ihre eigenen Eltern in die Spurensuche mit einbeziehen, nach einer möglichen Stasi-Vergangenheit fragen und wird immer mehr von Misstrauen erfasst. Sie steht vor einer Mauer des Schweigens. Sie muss entscheiden, ob sie mit Robert allein weiter sucht, ob sie die Wahrheit wirklich wissen will, oder ob es sich mit einer großen Lüge nicht besser weiterleben lässt. Am Ende ist ihr Leben in den Grundfesten erschüttert.

Freitag, 5. März: 23:55 – 0:25 Uhr auf 3sat

Leben für den Augenblick – Die Kriegsfotografin Ursula Meissner
Film von Christian Hattensen.
Ursula Meissner ist eine unerschrockene Frau. Seit mehr als 20 Jahren zieht es die Fotografin aus dem rheinhessischen Wörrstadt zu den Krisenherden der Welt, um für Zeitschriften und Hilfsorganisationen das zu dokumentieren, was sich die meisten Menschen hierzulande nicht einmal vorstellen können. Mit ihren Bildern möchte Ursula Meissner zeigen, was Krieg und Zerstörung für die Opfer bedeuten, vor allem für Frauen und Kinder – ganz gleich ob in Afghanistan, im Kosovo, in Gaza oder im Sudan.
Fliegende Kugeln interessieren sie nicht, sagt sie, sondern die Menschen und ihre ganz persönlichen Schicksale. 1986 zog die junge Fotografin als Mann verkleidet mit den Mudschaheddin durch die kargen Gebirgsketten Afghanistans. Damals wurde noch gegen die Russen gekämpft. Es war ihr erstes Kriegserlebnis. „Nie wieder“, schwor sie sich damals – mittlerweile war sie schon 18 Mal in dem von Kriegen gebeutelten Land am Hindukusch.
Ursula Meissner lebt mit ihrer Kamera und für ihre Fotos, auch wenn das Erlebte sie oft noch im Schlaf verfolgt. Sie ist eine von ganz wenigen Frauen unter den Fotojournalisten, die weltweit in Krisengebieten unterwegs sind.
Ihr Job ist nicht nur gefährlich, sondern auch kräftezehrend. Doch schlechtes Essen, miserable Unterkünfte und die ständige Anspannung nimmt sie immer wieder in Kauf, um Fotos zu schießen, die – so hofft sie – die Welt ein bisschen besser machen.