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März 2009
Dienstag, 31. März: 15:30 – 16:15 Uhr auf 3sat
Castro, Che und schöne Frauen – Porträt des kubanischen Fotografen Alberto Diaz Gutierrez, genannt Korda
Film von Hans-Peter Weymar und Michael Enger.
Der Fotograf, geboren 1928 in Kuba, gestorben 2001 in Paris, arbeitete lange Zeit als Werbe- und Modefotograf in Havanna. Zudem war er auch Fotograf der kubanischen „Revolutions-Elite“.
Samstag, 14. März: 13:30 – 14:00 Uhr auf Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Dominikaner
Magazin.
Wer sich in Punta Cana in der Dominikanischen Republik durch die Fernsehlandschaft zappt, hat oft das Gefühl, auf dem Bildschirm genau das zu sehen, was er auch vor Augen hat, wenn er aus dem Fenster des Hotelzimmers schaut: weiße Sandstrände, blaugrünes Meer, 18-Loch-Golfplätze. Denn der in allen touristisch erschlossenen Gebieten des Inselstaates präsente Sender Caribbean Traveling Network Dominicano (CTN) zeigt nur die eine Seite der Medaille.
Doch auf den sechs Sendern, die außerhalb der Luxushotels zu empfangen sind, entdeckt der Zuschauer ein ganz anderes Land, in dem Armut, Slums, Prostitution, Drogengeschäfte und illegaler Waffenhandel den Alltag prägen. Über die Gewalt – vor allem in den Städten – berichten die Medien allerdings weniger, denn die Journalisten werden oft selbst bedroht.
Unter den Einheimischen erfreut sich die exotische „Superstar“-Variante „Viva El Merengue“ der größten Beliebtheit. Seit einigen Jahren ist diese Reality-TV-Sendung derart beliebt, dass am Tag des Finales, der feierlich als „Día Nacional del Merengue“ bezeichnet wird, die ganze Insel in Aufruhr ist.
Sonntag, 8. März: 23:45 – 0:10 Uhr auf rbb Fernsehen
Augenblicke – Der Fotograf Robert Lebeck
Film von Jeremy Fekete.
Robert Lebeck gehört zu den Großen der deutschen Nachkriegsfotografie. Seine Bilder erschienen im „Stern”, aber auch in „Paris Match” oder „Life”. Stets war er auf der Suche nach der unverstellten Wahrheit. Fotografie – für ihn nur ein Mittel, die Realität einzufangen. Die Dokumentation stellt den Menschensammler mit der Kamera vor: Ob Romy Schneider, Alfred Hitchcock, Elvis Presley oder Jayne Mansfield – stets gelang es ihm, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Das ließ die Intimität entstehen, die sich in den Gesichtern der Fotografierten spiegelt. Zudem hatte Lebeck stets ein Gefühl dafür, auch die kleinen Gesten einzufangen und mit ihnen Großes auszudrücken. Dabei hielt er sich immer an die Wirklichkeit. Romy Schneider hat Robert Lebeck über Jahre mit seiner Kamera begleitet. Er ist ihr so nahe gekommen wie kaum ein anderer. Unvergessene Fotos entstanden, aus denen eine einmalige Nähe spricht und die das ganze Leben der Schauspielerin erzählen. Mal gibt sie sich verspielt und albern, dann wieder wirkt sie matt und müde. Lebecks Bilder zeigen wohl am eindringlichsten den Zerfall der Schauspielerin. Selbst vermeintlich banalen Situationen entlockte Robert Lebeck pointierte Botschaften. Über den Köpfen staunender Gäste pflückte die junge Jayne Mansfield während der Berliner Filmfestspiele Trauben von einem Zweig an der Decke. Lebecks Momentaufnahme des „schwebenden” Busenwunders ist eines seiner bekanntesten Fotos. Lebecks Bilder haben bis heute nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Jedes erzählt eine Geschichte. Anrührend, komisch, entlarvend, dramatisch – immer authentisch.
Sonntag, 8. März: 11:30 – 13:00 Uhr auf 3sat
Ein Artikel zu viel – Anna Politkowskaja und das System Putin
Dokumentarfilm von Eric Bergkraut, Schweiz/Deutschland 2008.
Die 1958 geborene russische Journalistin und Publizistin Anna Politkowskaja war die mutigste und härteste Kritikerin der Tschetschenienkriege und des in ihren Augen dafür verantwortlichen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie wurde am 7. Oktober 2006, am 54. Geburtstag Putins, in ihrem Haus in Moskau erschossen. Der oder die Täter wurden bis heute nicht gefasst. Der Mord sorgte in Europa und den USA für Empörung und brachte das Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ im Russland Putins wieder auf die Tagesordnung. Der Schweizer Autor Eric Bergkraut, der Anna Politkowskaja persönlich kannte, realisierte ein ungewöhnliches Porträt der Journalistin, in dem er auch eine Menschenrechtsbilanz der Ära Putin zieht. Ausgehend von den Umständen des Mordes und dem Stand der Ermittlungen, erinnert Bergkraut mit Dokumenten – zum Beispiel über die Folterpraktiken der russischen Armee in Tschetschenien – an die Arbeit der Journalistin. „Ein Artikel zu viel – Anna Politkowskaja und das System Putin“ zeichnet durch Interviews unter anderem mit dem Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Anna Politkowskajas Kindern, ihrem Ex-Ehemann und Freunden ein lebendiges Bild der mutigen Frau, die bis zu ihrem Tod für ihr Herzensanliegen, die Beendigung des andauernden Konflikts in Tschetschenien, und für wirkliche Meinungsfreiheit in Russland kämpfte.
Mittwoch, 4. März: 23:30 – 0:15 Uhr auf ARD
Das Kind, der Tod und die Wahrheit – Das Rätsel um den Palästinenserjungen Mohammed Al-Durah
Film von Esther Schapira und Georg M. Hafner.
Das Bild ging um die ganze Welt: Ein Vater kauert hinter einem Betonfass, schützend den Arm um seinen kleinen Sohn gelegt. Er versucht, sich und sein Kind zu retten. Die tragische Szene wird gefilmt von einem Kameramann des französischen Fernsehkanals France 2. Weltweit ist zu sehen, wie Mohammed Al-Durah, der zwölfjährige Palästinenserjunge, an der Netzarimkreuzung in Gaza in den Armen seines Vaters stirbt, Opfer eines mörderischen Schusswechsels zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Aber stimmt die Geschichte? Oder sind die westlichen Medien Opfer palästinensischer Propaganda geworden? Ist die spektakuläre Szene eine Fälschung? Erste Zweifel an der schlichten Wahrheit formulierte die ARD-Dokumentation „Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed Al-Durah?“(2002). Die akribische Recherche zeigte damals, dass nahezu ausgeschlossen ist, dass israelische Soldaten das Kind am 30. September 2000 erschossen. Was damals noch für heftige Angriffe gegen die ARD sorgte, ist mittlerweile allgemein akzeptiert. Demnach wären Palästinenser verantwortlich für den Tod des kleinen Jungen. Doch vielleicht ist die wahre Geschichte noch viel unglaublicher: Wurde Mohammed Al-Durah überhaupt erschossen? Die Zweifel jedenfalls an der Authentizität der Szene sind so schwerwiegend, dass kürzlich ein Gericht in Paris urteilte, es sei zulässig, von einer Fälschung zu sprechen. Sollten also tatsächlich jene Recht behalten, die seit Jahren behaupten, dass es sich um eine reine Propagandainszenierung handelt, dann wäre dies einer der größten Medienskandale – mit ungeheuerlichen Folgen. Wegen dieser Szene haben Menschen getötet und sind Menschen gestorben. Auch Al Kaida nutzt die Bilder – in einem Rekrutierungsvideo im Internet. In Freitagspredigten und auf Flugblättern wurden Muslime aufgerufen, Mohammed Al-Durah zu rächen. Ein Aufruf, der grausige Realität wurde mit der bestialischen Enthauptung des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl durch Islamisten. Im Video seiner Hinrichtung wird das „Todesurteil“ als Rache für die „Ermordung“ Mohammed Al-Durahs gerechtfertigt und die berühmte Szene eingespielt. Weltweit wurden Straßen und Plätze nach ihm benannt und bis heute werden Kinder in Palästina aufgerufen, den „Märtyrer Mohammed Al-Durah“ zu rächen und ihm nachzueifern. Die Dokumentation „Das Kind, der Tod und die Wahrheit“ geht den vielen Widersprüchen und Ungereimtheiten nach, versucht das Rätsel um den kleinen Palästinenserjungen zu lösen. Auf Mohammed Al-Durahs Grab steht: „Die in der Schlacht sterben, sterben nicht wirklich, sondern leben weiter.“ Im Paradies – davon ist jeder gläubige Moslem überzeugt. Sollte Mohammed aber tatsächlich noch am Leben sein, dann wäre er heute 20 Jahre alt. Denkbar ist diese unglaubliche Geschichte, denn eines zeigen die Bilder ohne Zweifel nicht: den Tod Mohammed Al-Durahs. Der Film ist ein einzigartiges Anschauungsmaterial für die aktuellen Probleme der modernen Mediengesellschaft. Ist ein Bild wirklich oder wahr, ist es realistisch oder real? Feinheiten, die an der Front des Medienkrieges längst keine Rolle mehr spielen.
