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Juli 2009
Sonntag, 19. Juli: 21:55 – 22:50 Uhr auf Arte
Die Werbetrommel
Dokumentation von Fabienne Gamme.
Ob Antifaltencreme, Glanzshampoo oder Feuchtigkeit spendende Seife, ob für 30-Jährige, reife Frauen, Babys oder dynamische Aufsteiger – jede Marktneuheit hat ihre spezifische Zielgruppe und wird intensiv beworben. Es geht darum, das menschliche Bedürfnis nach Schönheit zu wecken, zu verstärken und zu befriedigen. Aber vor allem geht es darum, Menschen zum Kauf von Pflegeartikeln zu motivieren. Viele Marketingfirmen verstehen es meisterhaft, einer stetig wachsenden Anzahl von Leuten die Lust an immer häufigerem Konsum zu wecken. In einer Weltwirtschaft mit Überproduktion müssen ständig Kunden gefunden, überredet und gebunden werden. Mit Feuereifer arbeiten Marketingexperten an der Eroberung immer neuer Märkte. Wie gehen sie vor? Welches sind die Räderwerke dieser Maschinerie? Wie funktioniert sie? Was sagt sie über die heutige Welt aus?
Die Dokumentation zeigt die verworrene, aber sehr präsente Welt des Marketings in ihrer ganzen Vielfalt. Sie beleuchtet am Beispiel eines Shampoos, was zur Konzeption und Entwicklung eines Produkts führt und wie die tägliche Arbeit einer Marketingchefin aussieht. Die eifrige junge Frau ist für die Einführung des neuen Shampoos und dessen Werbekampagne verantwortlich. Die Kamera beobachtet sie im Auf und Ab ihres Alltags sowohl bei den ständigen Absprachen mit den „Satelliten“-Journalisten, Werbefachleuten, PR-Agenturen, Meinungsforschungsunternehmen – als auch mit den eigenen Mitarbeitern.
Montag, 13. Juli: 0:05 – 1:00 Uhr (Nacht von Mo. auf Di.) auf Arte
Ein Verlerger schreibt Fotografiegeschichte: Robert Delpire
Dokumentation von Sarah Moon.
Robert Delpire, Jahrgang 1927, zählt zu den renommiertesten Verlegern, Galeristen, Kuratoren und Filmemachern der Gegenwart. Nach wie vor steht er an der Spitze seines Verlages. Im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn ging er unterschiedlichen Tätigkeiten nach. Unter anderem war er 15 Jahre lang Direktor des Centre National de la Photographie, produzierte Filme und Werbekampagnen, kuratierte Ausstellungen und leitete Galerien.
Sein einzigartiger Werdegang steht im Mittelpunkt eines Interviews, das der französische Schriftsteller und Intellektuelle Erik Orsenna mit Delpire führte. Den freundschaftlichen und zuweilen sehr überraschenden Dialog zwischen dem Verleger und dem Mitglied der Académie Française illustriert Filmemacherin Sarah Moon mit einer Vielzahl von Bildern, die einen Einblick in die faszinierende Welt der Fotografie geben. Auch andere befreundete Künstler kommen zu Wort und verdeutlichen den Stellenwert mancher Begegnungen mit und für Robert Delpire.
Sonntag, 12. Juli: 13:00 – 14:00 Uhr Uhr auf Arte
Bestseller um jeden Preis
Dokumentation von Vassili Silovic.
Das Phänomen des Bestsellers ist nicht neu, erlangte jedoch mit dem Welterfolg von Dan Browns Roman „Sakrileg“ eine neue Dimension. Wie kommt es, dass sich die ganze Welt für ein bestimmtes und kein anderes Buch begeistert?
Welche Zutaten braucht ein Bestseller? Gibt es ein Erfolgsrezept? Und wie funktioniert die Buchindustrie im Zeitalter der Globalisierung? Der Regisseur Vassili Silovic und die Journalistin Annick Cojean von der französischen Tageszeitung „Le Monde“ treffen die bekanntesten Autoren, Verleger, Agenten und Buchhändler und entschlüsseln die Codes einer Welt, in der man erst ab der Millionenauflage zu diskutieren beginnt.
Mit dabei sind unter anderem: Susanne Fröhlich und Uwe Timm aus Deutschland, der Franzose Marc Levy und der Belgier François Weyergans, Ken Follett, PD James und Jonathan Coe aus Großbritannien sowie Douglas Kennedy und Mary Higgins-Clark aus den USA.
Sonntag, 12. Juli: 9:45 – 10:30 Uhr auf Phoenix
Wibke Bruhns – Mein Leben
Dokumentation von Frank Eggers.
Wibke Bruhns’ Leben ist noch stark durch den Erfolg ihres 2004 erschienenen Bestsellers „Meines Vaters Land – Geschichte einer deutschen Familie“ bestimmt. Es handelt nicht nur von dem Vater, den die Tochter als Sechsjährige verlor. Es entwirft ein lebendiges Bild einer großbürgerlichen Familie, dargestellt über mehrere Generationen. Der Film begleitet Wibke Bruhns auf Lesereise und geht mir ihr zurück zu den familiären Wurzeln.
Am 8. September 1938 wird Wibke Bruhns in einen großbürgerlichen Haushalt in Halberstadt am Harz geboren. Nach dem Tod des Vaters, den die Nazis 1944 hinrichten, wächst sie mit vier Geschwistern bei der Mutter auf. 1949 geht ihre Muter in den diplomatischen Dienst, und damit öffnet die Welt ihre Türen – auch für die junge Wibke. Sie lebt in Schulen und Internaten zwischen Stockholm, London und Berlin, wo sie 1957 Abitur macht. Nach dem Geschichts- und Politikstudium an der Universität Hamburg wird sie 1960 Volontärin in der Hamburger Redaktion der „Bild“-Zeitung, doch sie bricht das Volontariat im Hause Springer aus politischen Gründen ab: Die Berichterstattung zum Bau der Mauer in „Bild“ missfällt ihr so sehr, dass sie dort nicht mehr arbeiten möchte.
Es folgen Stationen als freie Mitarbeiterin beim NDR und dem ZDF. Am 12. Mai 1971 um 22.15 Uhr liest Wibke Bruhns als erste Frau die Nachrichten-Sendung im ZDF. Ihr charmantes „Guten Abend“ läutet das Zeitalter der Fernsehfrauen ein. Wibke Bruhns heute dazu: „Nachrichtensprecherin, das war der langweiligste Job, den ich gemacht habe in meinem Leben!“ Sie will mehr als Vorleserin der Nation sein, will selber schreiben und politisch Stellung beziehen.
Ende 1972 quittiert sie ihren Dienst und arbeitet wieder als freie Journalistin. 1979 geht sie für den „Stern“ als Nahost-Korrespondentin nach Israel. Später, von 1984 bis 1988, ist sie Korrespondentin in Washington.
Die Dokumentation zeichnet nicht nur die beruflichen Lebensstationen von Wibke Bruhns nach, sie präsentiert die Autorin und Journalistin auch als Familienmensch.
Samstag, 11. Juli: 13:30 –14:00 Uhr auf Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Bolivianer
Sendung von Fernando Diaz.
Wer in Bolivien das Frühstücksfernsehen einschaltet, begegnet unweigerlich der Quotenkönigin Justa Canaviri. In ihrer Livesendung stellt sie traditionelle bolivianische Rezepte vor, verrät das Horoskop und liest auf Wunsch die Zukunft – aus Kokablättern.
Abends schaut dann ganz Bolivien „Sin letra chica“ auf dem Privatsender PAT. In der eineinhalbstündigen Talkshow kommentiert der unabhängige Journalist Carlos Valverde aus Santa Cruz das politische Tagesgeschehen des Landes, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Seitdem Evo Morales 2005 zum ersten Indiopräsidenten Boliviens gewählt wurde, durchläuft das Land eine Periode politischer und sozialer Umwälzungen. Und das schlägt sich auch im Fernsehen nieder.
Montag, 6. Juli: 22:25 – 23:10 Uhr auf 3sat
Gero von Boehm begegnet: Herlinde Koelbl
Gesprächsreihe.
Aus dem Auftrag, Frauen in Deutschland zu fotografieren, entwickelte Herlinde Koelbl 1980 ein eigenes Projekt: „Das deutsche Wohnzimmer“. Diese vielschichtige Gesellschaftsstudie wurde als Buch wie auch als Ausstellung ein großer Erfolg. 1984 widmete die Fotografin sich erotischen Porträts von Männern, und für „Starke Frauen“ zeigte sie weibliche Akte in Rubensformat. Zwei Jahre lang reiste sie um die Welt, um für ihre Reihe jüdischer Porträts Überlebende des Holocaust zu treffen. Acht Jahre dauerte ihre Untersuchung in den Topetagen von Wirtschaft, Medien und Politik für „Spuren der Macht“. Sie drehte ihre Interviews auf Video und erhielt für diese Fernsehfilme eine Goldene Kamera. Sechs Jahre lang war sie auf vier Kontinenten unterwegs, um Menschen mit besonderen Haaren zu suchen und zu fotografieren. „Meinen Horizont zu erweitern und darüber hinaus mit jedem Thema sozusagen ein geistiges Abenteuer zu beginnen – mit offenem Ende“, dafür sei sie sehr dankbar sagt die Künstlerin, die schon lange als „Fotografin mit der scharfen Linse“ zur Elite ihres Berufsstandes gehört. Gero von Boehm trifft die Fotografin Herlinde Koelbl in München, um unter anderem über ihre erste Werkschau zu sprechen, die mehr als 250 Fotografien aus drei Jahrzehnten zeigt, darunter Ikonen der Porträtfotografie und viel Experimentelles. Am 16. Juli 2009 wird die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet.
