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Januar 2011
Dienstag, 11. Januar: 22:15 – 23:00 Uhr auf Phoenix
Wo ist meine Stimme? Iran – Heimliche Berichte aus einem unterdrückten Land
Dokumentation von Ali Samadi Ahadi.
Dieser Film geht ganz neue ungewöhnliche Wege: Er gibt den Menschen eine Stimme, die sich während der Proteste um die Wahlmanipulationen im Iran heimlich über Handy und Internet, über Telefonate und Blogs, über chiffrierte Botschaften und versteckte Notizen geäußert haben. Nur so konnten sie im vergangenen Jahr die staatliche Zensur umgehen und dafür sorgen, dass unabhängige Nachrichten aus dem Land kamen.
Der Film dokumentiert die Sprache und Empfindungen dieser Menschen, aber er gibt ihnen auch ein Gesicht – die Gesichter von gezeichneten Figuren, die im Film Azadeh und Kaveh heißen, und die für die ganz persönlichen Schicksale unterdrückter, verhafteter und protestierender Menschen im Iran stehen. Diese Geschichten verschmelzen mit Archivmaterial des Protests und mit Original-Interviews zu ungewöhnlich intensiven Bildcollagen.
Der Filmstil ist atemberaubend intensiv: Die weiten, offenen und farbenfrohen Bilder werden in der Zeit nach den iranischen Wahlen und mit der Niederschlagung der Bewegung immer dichter und düsterer, bis sie am Ende in den Gefängnissen und in den Zellen klaustrophobisch und fast monochrom werden.
Mittwoch, 12. Januar: 8:45 – 9:15 Uhr auf Arte
X:enius: Geheimcodes – Die Geschichte der verschlüsselten Botschaften
Magazin.
Jedes Kind kennt Geheimschriften oder Geheimsprachen: Nur wer den Code kennt, versteht die Botschaft. Seit jeher versuchen Menschen, Mitteilungen zu verschlüsseln, um sie nur für Auserwählte lesbar zu machen und Feinde von dieser Kommunikation auszuschließen.
Das Resultat ist eine Fülle von Geheimschriften, die mit verschiedenen mathematischen und grafischen Systemen und für unterschiedlichste Zwecke entwickelt wurden. So verwenden nicht nur Spionageringe und Subkulturen verschlüsselte Botschaften – auch Rockstars fanden so Mittel und Wege, Inhalte an der Zensur vorbeizuschmuggeln.
Am bekanntesten sind wohl die Geheimschriften, die große Herrscher wie Julius Cäsar und Ludwig XIV. entwickeln ließen. Ein Brief, verfasst in der „Grand Chiffre“, birgt möglicherweise die Identität des „Mannes in der eisernen Maske“, dem geheimnisvollen Staatsgefangenen des Sonnenkönigs. Im Militärarchiv in Paris treffen Dörthe Eickelberg und Pierre Girard einen Kryptographen, der ihnen hilft, den Inhalt dieses Briefes zu entziffern. Sie erfahren, wie Geheimschriften konstruiert wurden und wie Kryptographen dazu beitragen, jahrhundertealte Schriftstücke verständlich zu machen.
Donnerstag, 13. Januar: 5:30 – 6:15 Uhr auf EinsExtra
Der andere Blick – Fotografen und der Krieg
Dokumentation von Huw Talfryn Walters.
Täglich sehen wir in den Zeitungen Bilder von den Krisenherden der Welt. Die Fotografen vor Ort sind nicht nur den gefährlichen Umständen der Konflikte ausgesetzt, sondern bewegen sich zunehmend in einer Welt, in der die Grenzen zwischen Freiheitskämpfern und Terroristen, Wahrheit und Propaganda verschwimmen. Elektronische Verschickung und moderne Bildbearbeitung machen das nachträgliche Verändern der Bilder obendrein leichter. Die schwierige Suche nach Wahrheit.
Aber: Gibt es ihn überhaupt, den ungeschönten Blick auf Alltag und Leid des Krieges, der uns in den Fotos präsentiert wird? Wer steckt hinter den Bildern und inwiefern beeinflusst der persönliche Blick die Motive und Bilder? Kommen zwei Kriegsfotografen beim selben Motiv zu einem anderen Blick, einer anderen Perspektive auf das Geschehen?
„Der andere Blick“ zeigt sechs bedeutende Kriegsfotografen, deren Fotografien von Vietnam bis zum aktuellen Krieg im Irak auch unsere Sicht auf Konflikte und die Opfer beeinflusst haben.
Sonntag, 16. Januar: 17:20 – 17:45 Uhr auf Arte
Yourope: Gefährdete Pressefreiheit
Magazin.
Zusammengeschlagene oder ermordete Journalisten – in keinem Land in Europa ist es gefährlicher, kriminelle oder politische Skandale aufzudecken, als in Russland. Ende 2010 hat sogar Präsident Medwedew offen gefordert, Journalisten müssten gegen Gewalt verteidigt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Aber auch in der Ukraine ist es nach der gescheiterten Orangenen Revolution wieder lebensgefährlich, investigativ zu berichten.
Aber auch in einigen Mitgliedsländern der EU ist die Pressefreiheit gefährdet, vor allem in Frankreich und Italien, wie die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ Ende vergangenen Jahres im Bericht über die Lage der Pressefreiheit kritisierte.
Frankreich ist auf der Rangliste auf Rang 44 abgerutscht, Italien bleibt auf Platz 49. In Italien werden Dutzende Journalisten individuell oder als redaktionelle Gruppe, physisch oder per Brief und Telefon bedroht. In Frankreich sehen sich kritische Journalisten vom Geheimdienst und im direkten Auftrag des Staatspräsidenten verfolgt. Sarkozys Freunde kontrollieren zahlreiche Medien, der Präsident selbst ernennt die Führung des öffentlichen Fernsehens. Journalisten, die noch kritisch berichten wollen, arbeiten für neu gegründete, unabhängige Internetdienste.
Montag, 17. Januar: 16:50 – 17:35 Uhr (Termine der weiteren Folgen: 18. bis 21. Januar um 16:45 Uhr) auf Arte
Die wunderbare Welt des Albert Kahn (1/5):Die Geburt einer Idee
Dokumentationsreihe von David Okuefuna.
Der französische Bankier Albert Kahn beauftragte Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Fotografen, untergehende Kulturen und Lebensweisen in Europa, Afrika, Amerika und Asien im Bild festzuhalten. Ein von ihm begründetes Archiv umfasst mehr als hundert Stunden Filmmaterial und über 72.000 Farbfotografien. Die Sendung wirft einen Blick auf die weltgrößte Sammlung aus den Anfangsjahren der Fotografie.
Der erste Teil zeichnet ein Porträt Albert Kahns und dokumentiert den Stand der Technik im Bereich der Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Der erste Teil der Dokumentationsreihe befasst sich mit der Person des 1860 im elsässischen Marmoutier geborenen Bankiers Albert Kahn, der unter anderem Albert Einstein, Austen Chamberlain, Raymond Barrès, Paul Valéry, Anatole France und Auguste Rodin zu seinen Freunden zählte und – durch die Weltwirtschaftskrise 1929 ruiniert – im Jahr 1940 völlig verarmt starb. Wer war dieser Mann, wie wurde er zum Pionier der Farbfotografie und was veranlasste ihn zu dem Projekt, untergehende Kulturen auf Zelluloid festzuhalten?
Donnerstag, 20. Januar: 20:15 – 21:45 Uhr auf WDR Fernsehen
Tatort: Investigativ
Fernsehkrimi von Claudia Garde.
Gregor Schulz – einst gefeierter investigativer Journalist – wird im Gerichtsgebäude vor den Augen von Wanda Wilhelmi erschossen. Der Täter kann unerkannt flüchten. Am Tag darauf erscheint in der Presse ein Foto, das Schulz am Tag vor seiner Ermordung mit Alexander Radu zeigt, einem stadtbekannten Investor und Unterstützer gemeinnütziger Projekte. Für die Polizei ist der Name Radu kein unbeschriebenes Blatt. Sein Vater war mit illegalen Machenschaften auf dem Kiez zu Geld gekommen. Allerdings war dem Familienclan nie etwas nachzuweisen. Auch Schulz musste als Redakteur für das Politmagazin „Investigativ“ vor Jahren seinen Hut nehmen – nach Ausstrahlung eines Berichts über Radus Verbindungen in die Politik.
Als Casstorff die Todesnachricht überbringt, erfährt er, dass die Tochter des Ermordeten, Kathrin Schulz, in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist – sie arbeitet als investigative Journalistin für die gleiche Redaktion. Allerdings gibt sie an, seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt zu haben.
Für Casstorff und Holicek bleibt der Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen Alexander Radu. Doch der verhindert mit juristischen Mitteln, vorgeladen zu werden und auszusagen. Und auch die Staatsanwaltschaft – Wanda Wilhelmi führt die Ermittlungen zusammen mit ihrem Chef und Mentor Peter Heinrich – hält es mit dem Grundsatz, sich nicht von der Presse vorschreiben zu lassen, wie die Justiz zu agieren habe: Keine Vorladung auf Grundlage eines anonym an die Presse lancierten Fotos, von dem nicht klar ist, ob es sich nicht um eine Fotomontage handelt...
Samstag, 22. Januar: 20:15 – 21:45 Uhr auf ARD
Mordkommission Istanbul – Der Preis des Lebens
Spielfilm von Michael Kreindl, Deutschland 2010.
Der kritische Journalist Ismet Baydar stirbt durch einen Bombenanschlag. Während die Zeitungen über den Beginn einer neuen Terrorwelle spekulieren, ermittelt Mehmet Özakin zunächst gegen Baydars Chefredakteur und einen korrupten Bauunternehmer. Die letzten Recherchen des ermordeten Reporters führen den Kommissar jedoch auf eine andere Fährte. Nach der Ermordung einer Chirurgin, die dem Journalisten offenbar brisante Informationen zugespielt hatte, stattet Özakin einer mondänen Privatklinik im Ferienort Antalya einen Besuch ab.
Zum fünften Mal verkörpert Erol Sander den kulinarisch bewanderten Kommissar aus Istanbul. In den weiteren Rollen des packenden Bosporus-Krimis sind Sascha Ö. Soydan, Oscar Ortega Sánchez, Katja Studt und Jan-Gregor Kremp zu sehen.
Sonntag, 23. Januar: 9:35 – 11:00 Uhr auf WDR Fernsehen
Kölner Treff: Zu Gast unter anderem: Der Journalist, Autor und Moderator Giovanni di Lorenzo
Talkshow mit Bettina Böttinger.
Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke – Beide stehen sie für Qualitätsjournalismus. Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur einer Wochenzeitung und moderiert außerdem die Talkshow „3 nach 9“, Axel Hacke hat sich als Autor und Kolumnist einer überregionalen Zeitung einen Namen gemacht und zudem viele Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht. Aber wofür stehen die beiden ansonsten? Über die Frage, welche Werte für sie wichtig sind und für welche gesellschaftlichen Ziele sie sich stark machen, haben sich die langjährigen Freunde jetzt gemeinsam Gedanken gemacht. Herausgekommen ist dabei das Buch „Wofür stehst Du?“ – ein sehr persönliches Plädoyer gegen den totalen Rückzug ins Privatleben.
Mittwoch, 26. Januar: 8:45 – 9:15 Uhr auf Arte
X:enius: Original, Fälschung, Kopie
Magazin.
Die Brüder Posin verkaufen detailgetreue van Goghs für unter 2.000 Euro. Berühmte Kunstwerke auf Bestellung, lautet ihr Konzept. Weniger Kunstfertigkeit bedarf es wohl bei der Manipulation von Fotografien. Im Zeitalter von Photoshop und Digitalkameras scheint es ein leichtes, selbst historische Ereignisse nachträglich zu verfälschen.
