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Februar 2010
Mittwoch, 17. Februar: 21:05 – 22:00 Uhr auf Arte
Das Mädchen und das Foto – Die Geschichte eines Bildes, das die Welt bewegte
Dokumentation von Marc Wiese.
1972 geht ein Foto um die Welt: Es zeigt die neunjährige Vietnamesin Kim Phúc, die mit schmerzverzerrtem Gesicht um ihr nacktes Leben läuft. Bei dem Versuch, einem Napalmbombenangriff zu entkommen, erleidet sie schwerste Verbrennungen.
Das Bild wird zu einem berühmtesten Foto des Vietnamkriegs.
Der AP-Fotograf Nick Ut erhält für seine Aufnahme den renommierten Pulitzer-Preis. Und das Klicken seines Auslösers rettet Kim Phúc das Leben. Nachdem er das Bild geschossen hat, bringt der Fotograf das Mädchen in das nächstgelegene Krankenhaus. Tage später – als das Foto längst weltberühmt ist – wird Kim Phúc in eine Spezialklinik für Verbrennungen in Saigon gebracht. Ohne die Veröffentlichung wäre sie gestorben.
Der Film zeigt die Geschichte des Fotos, aber auch die späteren Auswirkungen auf die Beteiligten.
Mittwoch, 17. Februar: 23:35 – 0:30 Uhr auf MDR Fernsehen
Überwacht und verfolgt – Journalisten in Weißrussland
Film von Aleh Dashkevich
Belarus hat deutlich gemacht, wie wichtig die unabhängigen Massenmedien sind. Gerade in einer Gesellschaft, in der es bis jetzt keine stabile Demokratie gibt und in der die Schere zwischen Freiheit und Un-Freiheit nur eine Hand breit ist, sind sie besonders wichtig. Und dieser Film wird es zeigen.
Dienstag, 9. Februar: 20:15 – 22:10 Uhr auf Arte
Themenabend: Journalismus auf Abwegen?
Gerüchte, Sensationshascherei, die Fixierung auf Prominente und Pseudoprominente, aufsehenerregende Mediencoups und Wegwerfnachrichten – haben die Medien heute vielleicht weder die Möglichkeit noch den Willen, sich der Diktatur der Emotionen, der Tagesaktualität und der Meinungsumfragen zu entziehen? Eine Medienlandschaft, in der die Grenze zwischen professionellem Journalismus und bloßer Meinungsäußerung von Mitbürgern und Aktivisten zusehends verschwimmt und Unterschiede zwischen Nachrichtensprechern, Moderatoren, Comedians, Krawallmachern und seriösen Journalisten kaum mehr wahrzunehmen sind, gibt Anlass zur Beunruhigung. Diese Entwicklungen werden in Europa und in den Vereinigten Staaten immer heftiger diskutiert. Der Themenabend setzt sich mit zentralen Fragestellungen dieser Problematik in zwei Dokumentationen und einer Diskussionssendung auseinander.
Verloren im Nachrichtendschungel
Dokumentation von Ted Anspach.
Der Siegeszug des Internets und die explosionsartige Verbreitung von Online-Nachrichten stellt eine demokratische Revolution dar und schenkt den Menschen neue Freiheiten. Doch birgt das Internet gerade wegen seiner vielen Möglichkeiten auch Gefahren. Denn auf Tausenden von Webseiten und Blogs werden zahllose mehr oder weniger gut recherchierte Informationen, Gerede und Gerüchte verbreitet. In diesem allgemeinen Informationsdurcheinander erlangt die Meinung eines Ideologen oder Aktivisten nicht selten den gleichen Stellenwert wie die eines Experten, eines anerkannten Wissenschaftlers oder Forschers.
Arte, 20:15 – 20:55 Uhr
Frankreichs Meinungsmacher packen aus
Dokumentation von Denis Jeambar, François Bordes, Stanislas Kraland.
Die Diktatur der Emotionen, die immer gleichen Nachrichten als Endlosschleife auf allen Sendern, der Niedergang der traditionellen Printmedien – der Journalismus befindet sich in einer beispiellosen Krise. Viele Journalisten stehen in ständigem Konkurrenzkampf mit dem Internet, sind in einer finanziell prekären Lage oder mit ihren Redaktionen zerstritten. Journalistische Sorgfaltspflicht und Trennung von Nachricht und Meinung – diese journalistischen Grundprinzipien scheinen nur noch für die Mottenkiste zu taugen.
Vor diesem Hintergrund haben einige von ihnen Alarm geschlagen. Sie wenden sich gegen die Auswüchse ihrer Branche, gegen intellektuelle Trägheit und eine weit verbreitete Angepasstheit.
Die Protagonisten kommen von Tages- und Wochenzeitungen, vom Fernsehen, Hörfunk und aus dem Internet. Axel Ganz, ehemaliger Geschäftsführer der Prisma Presse, fordert die Journalisten auf, sich wieder zum Qualitätsjournalismus zu bekennen. David Pujadas, Anchorman der Abendnachrichten des größten öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders Frankreichs, erzählt von den Sünden der Fernsehjournalisten und der Diktatur der Emotionen. Frankreichs Presselegende und Aushängeschild des landesweit erfolgreichen Radiosenders Europe 1, Jean-Pierre Elkabbach, berichtet über die gegenwärtige Revolution im Journalismus und übt Selbstkritik. Daneben kommen Verleger und Chefredakteure zu Wort, die die immer zahlreicheren Verflechtungen zwischen Nachrichten und PR aufs Korn nehmen.
Arte, 20:55 – 21:35 Uhr
Debatte zum Themenabend
Diskusssionssendung.
Arte, 21:35 – 22:10 Uhr
Samstag, 6. Februar: 17:30 – 18:00 Uhr auf 3sat
Berg und Geist: Ulrich Tilgner – Mit dem Nahostexperten im Fextal
Film von Beat Kuert und Michael Lang.
Ulrich Tilgner, 61, gilt als Inbegriff des integren, klassischen Fernsehjournalisten und als exzellenter Kenner und Analytiker des Nahen Ostens. Tilgner wuchs in Bremen auf, studierte Kultur- und Politikwissenschaften sowie Wirtschaftsgeschichte. Seit 1980 arbeitete er für Printmedien, Rundfunk- und Fernsehanstalten wie die ARD, das ZDF und das Schweizer Fernsehen SF. Von 1986 bis 2001 hatte er sein Büro in der jordanischen Hauptstadt Amman, heute sind seine Basisstationen die iranische Metropole Teheran und Hamburg.
Michael Lang und Beat Kuert haben den mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geehrten Reporter, Buchautor und Referenten im Fextal bei Sils-Maria in Graubünden getroffen. Tilgner vermittelt dort Einblicke in seine facettenreiche, zuweilen risikoreiche Tätigkeit im Irak, Iran oder in Afghanistan. Zudem reflektiert er die Ethik des heutigen Fernsehjournalismus und begründet sein persönliches Engagement für von Kriegen und Krisen geschüttelte Länder und Menschen.
Montag, 1. Februar: 10:10 – 11:00 Uhr auf EinsFestival
Die Kritiker – zwischen Macht und Ohnmacht
Film von Claus Räfle.
Kritiker können Bestsellern den Weg ebnen, das Publikum vom Kinobesuch abhalten und Theateraufführungen in Katastrophen verwandeln. Kritikern wird unterstellt, das Bedürfnis nach Spott und Schadenfreude zu stillen, und: alles besser zu wissen. Höchste Zeit, diesem gefürchteten Berufsstand zu Leibe zu rücken. Wer sind die Menschen, die hinter den kleinen schwarzen Attacken stecken? Was treibt sie an, welchen Einfluss haben sie, wem sind sie verpflichtet und welches Leid fügen sie ihren Opfern zu?
In dieser Sendung lässt Filmemacher Claus Räfle Kritiker und Kritisierte aus drei klassischen Sujets in einem europäischen Streifzug zu Wort kommen: Film, Literatur und Theater. Anlässlich der Filmfestspiele in Cannes befragt er zwei Vertreter der ehrwürdigen französischen Filmkritik nach deren Einschätzung eigener Macht oder Ohnmacht. Angesichts einer zunehmenden Kommerzialisierung der Filmkunst fällt ihr Eigenurteil eher bescheiden aus. „Wir versuchen, den Kleinen zu helfen und die Großen gerne auch mal abzuwatschen“, so der Kulturchef und Filmkritiker der französischen Tageszeitung „Libération“, Gerard Leford. Doch gänzlich wirkungslos scheint ihre Zunft auch in Zeiten der Blockbuster nicht zu sein. Sein Kollege Thomas Sotinel von 'Le Monde' klagt, dass ihn schon mal ein aufgebrachter Regisseur verprügeln wollte, so habe ihn eine wenig zustimmende Besprechung seines Filmes vergrätzt.
Im deutschen Literaturbetrieb geht es weniger handgreiflich zu. Dafür droht einer traditionsreichen Zunft der Garaus, wie der Chefkritiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ beklagt. Es gibt kaum noch Nachwuchs. Dabei hat dieses Fach hierzulande den wohl bekanntesten Kritiker überhaupt hervorgebracht. Doch auch der Übervater, Marcel Reich Ranicki, stellt seinen Erben ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus. Vielen mangele es am wesentlichen Rüstzeug ihres Berufes: der Fähigkeit zu lesen, so Marcel Reich Ranicki. Kein Wunder bei immer mehr Neuerscheinungen, aber immer weniger Raum, die die Tageszeitungen der schöngeistigen Buchbesprechung einräumen. Prominente Autoren, unter ihnen Christian Kracht, Ingo Schulze, aber auch Roger Willemsen und Ulrich Wickert schildern, wie sie sich vor dem Urteil der Kritiker zu schützen versuchen.
