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Dezember 2010
Freitag, 3. Dezember: 8:45 – 9:15 Uhr auf Arte
X:enius: Generation Digital – Verändert uns die digitale Welt?
Magazin.
Generation Digital: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene – alle, die nach 1985 geboren wurden, wachsen heute in einer digitalen Welt auf. Der Begriff der „digital natives“, der „digitalen Eingeborenen“, tauchte erstmals 2001 auf. Er beschreibt eine Generation, die ihren gesamten Alltag mit Hilfe moderner digitaler Gerätschaften organisiert.
Zwischenmenschliche Kontakte, Kommunikation, Einkaufen und vieles mehr geschehen per Internet, Handy, SMS. Viele haben zudem ein Profil in den populären Netzwerkplattformen und stellen ihr Privatleben öffentlich zur Schau.
Verändern die neuen digitalen Medien die Lebens- und Denkweise der „jungen Digitalen“? Soziologen nehmen an, dass der permanente Umgang mit den digitalen Medien andere Lebenswelten schafft, ja sogar die Funktionsweise der Gehirne verändern könnte.
Ticken die „digital natives“ wirklich anders? Lernen sie schneller, fühlen sie anders? Entsteht künftig eine Kluft zwischen der alten „analogen“ und der modernen digitalen Generation? Dörthe Eickelberg und Pierre Girard gehen diesen Fragen nach. Ausgestattet mit einem Smartphone erkunden sie die Stadt Bremen und erfahren, wie digitale Inhalte das Leben und Denken beeinflussen.
Dienstag, 14. Dezember: 6:30 – 7:00 Uhr auf Bayerisches Fernsehen
Bürgerrechte in der DDR (3): Pressefreiheit
Dokumentation.
Die dritte Folge der Reihe zeigt die Instrumentalisierung von Presse, Hörfunk und Fernsehen für Propaganda- und Agitationszwecke. Sie stellt die Strukturen dar, die Mechanismen und die Wirkung der Medien in der ehemaligen DDR, Journalisten aus Ost und West erzählen von ihren Erfahrungen. Bürgerrechtler, die sich durch Untergrundzeitungen ihre Pressefreiheit nahmen, kommen als Zeitzeugen ebenso zu Wort wie einfache Bürger.
Die Reihe „Bürgerrechte in der DDR“ will anhand konkreter Freiheitsrechte, die oft mit den allgemeinen Menschenrechten identisch sind, die damalige DDR-Realität nachzeichnen. Dabei kommen auch Zeitzeugen zu Wort.
Freitag, 17. Dezember: 12:30 – 13:30 Uhr auf Bayerisches Fernsehen
Planet Wissen: Neue Kommunikation – weltweit vernetzt
Magazin mit Julia Schöning und Jo Hiller.
Immer mehr Menschen sind Mitglieder in Netzwerken wie Facebook, Xing, studiVZ oder SchülerVZ, der Beginn eines neuen, digitalen Kommunikationszeitalters, das das Zusammenleben, die Politik und Medien verändert. „Planet Wissen“ klärt auf und testet die neuen Kommunikationsformen. Gäste sind Constanze Kurz, Pressesprecherin des Chaos Computer Clubs und der freie Journalist Matthias Spielkamp.
Samstag, 18. Dezember: 0:30 – 1:00 Uhr (Nacht von Sa. auf So.) auf Arte
Zapping International: Das Fernsehen von El Salvador
Dokumentation von Marion Aldighieri.
Unweigerlich trifft man im Fernsehen von El Salvador auf die höchst populäre Figur El Cipitío. Seit 25 Jahren unterhält er das junge Publikum des Landes. Als selbst ernannter Sohn des Sonnengottes und Enkel des Regen- und Berggottes leitet er seine Autorität von präkolumbischen Mythen her. Vor allem den Schutzbedürftigen des Landes eilt El Cipitío zu Hilfe, denn Gewalt ist in El Salvador allgegenwärtig. Und die spiegelt sich sogar in Kindersendungen wider! Die Bilder der Fernsehnachrichten lassen an Bürgerkriegszeiten denken, die eigentlich 1992 zu Ende gingen. Immerhin hat die Regierung inzwischen gesetzlich verboten, dass Bilder der berühmt-berüchtigten Maras – der tätowierten Mitglieder von Jugendgangs, die in Drogenkriminalität und Bandenkriege verwickelt sind – im Fernsehen erscheinen.
Es gibt aber auch gewaltfreie Fernsehsendungen in El Salvador. So hat Pastor Tobi für die vielköpfige strenggläubige Klientel des Landes einen religiösen Sender gegründet, der neben Sonntagspredigten und Heilsbotschaften auch Talkshows ausstrahlt.
An die weniger puritanischen Zuschauer wendet sich die Sendung „Ellas son así“. Darin sprechen zwei hübsche Moderatorinnen aus Venezuela jeden Samstagabend absolut alles aus, was ihnen durch den Kopf geht, und ziehen auch diverse Prominente des Landes durch den Kakao ... Ein einfaches, aber unschlagbares Erfolgsrezept.
Samstag, 18. Dezember: 1:05 – 2:05 Uhr (Nacht von Sa. auf So.) auf NDR Fernsehen
Jürgen Roland Reloaded – Eine Hamburg-Erzählung:
Dokumentation. Er war in jeder Beziehung ein Hamburger Jung, der mit dem Medium gewachsen ist: Am Anfang als „rasender Reporter“ gelang ihm zusammen mit Wolfgang Menge mit einer Kriminalreihe, die Protokolle einer aufreibenden Polizeiarbeit mit Menschenschicksalen verband, der Coup im Fernsehen. Die Serie „Stahlnetz“ war über Jahre ein Straßenfeger. Jürgen Rolands Realismus war live – „im Leben“ geschult. Sein Herz schlug besonders für den Hamburger Stadtteil St. Pauli – die „kleine Stadt der Sünde“ mit bürgerlichem Charakter, Huren und Verbrechern. Roland ging mit diesem Fund ins Kino, und die Summe seiner Talente wurde mit seinem größten Erfolg gekrönt – dem Kinofilm „Polizeirevier Davidswache“ (1964). Immer wieder kehrte Jürgen Roland zurück zum Fernsehen. Er setzte seine Markierungen als Autor und Regisseur auch in den „Tatorten“ des NDR oder in Reihen wie „Peter Strohm“. Aber vollends zu seinem Lieblingsprojekt erklärte Roland die Vorabendreihe „Großstadtrevier“, die bis heute in hundertfachen Folgen realisiert worden ist.„Jürgen Roland – Reloaded“ beleuchtet die mit St. Pauli verwurzelte Arbeit von Jürgen Roland und gibt einen Einblick in den Hamburger Stadtteil in heutiger Zeit. Persönliche Interviews mit Roland, Zeitzeugen und Weggefährten, aber auch Protagonisten des gegenwärtigen Lebens auf St. Pauli wechseln sich ab mit Filmausschnitten aus Jürgen- Roland-Filmen, historischen Aufnahmen der Stadt und für diese Dokumentation neu gedrehtem Material.
Sonntag, 19. Dezember: 16:35 – 17:20 Uhr auf Arte
Gedanken auf glitzernden Flügeln – Der Filmemacher Heinrich Breloer
Dokumentation von Inga Wolfram.
„Buddenbrooks? Thomas Mann? – so etwas lesen wir nicht.“ Das hatte sich Heinrich Breloer in den 50er Jahren von seiner Deutschlehrerin sagen lassen müssen, als Schüler am katholischen Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen.
Ein halbes Jahrhundert später – und in Anwesenheit des Bundespräsidenten – erlebt seine Neuverfilmung der „Buddenbrooks“ eine glanzvolle Kinopremiere. Das sagt schon einiges, könnte aber auch Zufall sein. Dass es kein Zufall war, zeigt Leben und Werk des Filmemachers Heinrich Breloer eindrücklich. „Persönliche Erfahrung und ästhetische Abstraktion“ – so lautet im Untertitel die Dissertation, mit der Breloer 1976 an der Universität Hamburg promoviert wird. Das könnte über beidem stehen.
„Ich wollte das Land kennenlernen, in dem ich lebe“, sagt Breloer. Das Porträt folgt ihm dabei und zeichnet mit ihm und seinen Filmen die wichtigsten Stationen seines Lebenswegs nach. In Hamburg dreht er seine ersten Dokumentationen für den NDR, 1982 mit „Das Beil von Wandsbek“ sein erstes Dokudrama. Das Unbehagen gegenüber den Verkürzungen fernsehmedialer Vermittlung führt ihn und seinen langjährigen künstlerischen Weggefährten Horst Königstein zur offenen Form des Dokudramas, das die Überzeugungskraft dokumentarischer Filmbilder mit der Dramatik fiktionaler Gestaltung verbindet.
Die Auswahl der Schlüsselfiguren seiner Filme ist nicht zufällig: Rainer Barschel („Die Staatskanzlei“, 1989), Herbert Wehner („Wehner. Die unerzählte Geschichte.“, 1993), Björn Engholm („Einmal Macht und zurück“, 1994), Hans Martin Schleyer („Todesspiel“, 1997), die Familie Mann („Die Manns – Ein Jahrhundertroman“, 2001), Albert Speer („Speer und Er“, 2004). Nie geht es ihm nur darum, im Biografischen zu erzählen. Vielmehr geht es darum, Brüche im Verhalten von Menschen aufzudecken, den Zwiespalt der menschlichen Seele zu offenbaren, bisher Verborgenes zutage zu fördern. Breloer will seine Protagonisten verstehen und nicht verurteilen. Das Urteil überlässt er seinen Zuschauer.
Breloer hat ganze Generationen neu an Zeitgeschichte interessiert. Er hat Legenden widerlegt, gängige Sichtweisen korrigiert und mit seinen Dokudramen ein Format entwickelt, das den Begriff der Fernsehspezifik meisterhaft legitimiert. Zum Teil versteht er dies auch als Auftrag im Namen der Opfer. Mit seinen Filmen mischt er sich ein in die inneren Angelegenheiten des Landes. Den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nimmt er persönlich, seine Filme berühren den Lebensnerv der Bundesrepublik Deutschland – herausragend und einzigartig in der deutschen Fernsehgeschichte.
