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Sonntag, 13. Dezember: 12:00 – 12:30 Uhr auf Arte

Künstler hautnah: Der Fotograf Raphaël Dallaporta
Dokumentation von Georges Guillot.
Der junge, in Paris lebende Fotograf Raphaël Dallaporta versteht sich als Zeitzeuge: Er widmet sich vor allem der dokumentarischen Reportage über den Alltag. Mit seinen Fotoarbeiten stellt er seine Sicht auf die soziale Realität und deren Missstände dar. Dem bescheidenen Fotografen, der sich an seine Themen herantastet, gelang es vor wenigen Jahren – insbesondere mit seiner Fotoserie über Landminen, Anerkennung zu erlangen. Heute steht sein Werk für dokumentarischen Fotojournalismus mit Tiefgang.

Samstag, 12. Dezember: 13:30 – 14:00 Uhr auf Arte

Zapping International: Das Fernsehen der Waliser:
Dokumentation.
Wer in Cardiff zappt, stößt unweigerlich auf eine zu 100 Prozent walisische Serie. Seit zwei Jahren hat sich das walisische Fernsehschaffen unter Leitung des rührigen Drehbuchautors und Produzenten Russell T. Davies zu einer wahren Industrie entwickelt.
Zwei der von Davies produzierten und in den Straßen von Cardiff gedrehten Fernsehserien, „Doctor Who“ und „Torchwood“, gehören zu den beliebtesten Serien des Vereinigten Königreichs. Eine weitere walisische Produktion, die auf BBC3 ausgestrahlte Serie „Gavin & Stacey“, wurde im letzten Jahr zweimal mit den hoch angesehenen BAFTA-Awards ausgezeichnet. Sie schildert die zärtliche Freundschaft zwischen einem jungen Mann aus Sussex und einer jungen Waliserin. Doch der wirkliche Star der Seifenoper ist Wales mit seinem ländlichen Kolorit und seinem besonderen Akzent.
Wer noch tiefer in die walisische Kultur eintauchen will, der schalte auf den walisischsprachigen Sender S4C um. Dem Walisischen, das zur keltischen Sprachfamilie gehört, fühlen sich die Einwohner von Cymru („Wales“ auf Walisisch) sehr verbunden. Auf SC4 wird unter anderem eine der ältesten britischen Serien, „Pobol y Cwm“ (Die Leute aus dem Tal) gezeigt, die die Zuschauer seit 1974 verfolgen.
Die Reality-TV-Serie „Coal House“ auf BBC Wales stellt ein Novum in der örtlichen Fernsehlandschaft dar. Gefilmt werden Familien, die sich bereiterklärt haben, wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Kohlebergwerken im Südosten des Landes zu leben. Neben neuen Trends steht also Tradition weiterhin ganz oben auf der Beliebtheitsskala, was die vielen Übertragungen von Rugbyspielen und Chorgesängen zeigen.

Dienstag, 8. Dezember: 15:45 – 16:30 Uhr auf 3sat

Russlands neue Zensur – Aus dem Alltag einer mutigen Journalistin
Film von Britta Hilpert.
Jelena Kostjuschenkos großes Vorbild ist Anna Politkovskaja, die mutige russische Journalistin, die für ihre kritischen und offenen Artikel sterben musste. Wie Anna arbeitet Jelena bei der „Novaja Gaseta“, und wie Anna schreibt sie über Dinge, die der Obrigkeit unangenehm sind. Dabei ist Jelena gerade mal 21 Jahre alt und studiert noch – bei der „Novaja“ gilt sie als neue Generation, als große Hoffnung für die Zukunft. Doch die sieht düster aus für unabhängige Journalisten in Russland, wo die Presse auf vielfältige Weise „auf Linie“ gebracht wird. Viele Journalisten verordnen sich inzwischen selbst die Schere im Kopf, und schon junge Berufsanfänger geben dem Druck von oben nach.
Britta Hilpert hat Jelena Kostjuschenko ein halbes Jahr lang in ihrem Berufsalltag begleitet: unter anderem auf dem „Marsch der Nichteinverstandenen“ im April 2007, wo Jelena, wie Dutzende anderer Journalisten, ohne Rücksicht auf ihr in der Verfassung verbrieftes Recht auf freie Berichterstattung von den „Ordnungskräften“ verhaftet wird, in die Provinzstadt Jaroslawl, wo die Regionalpresse sich beugt, in die Universität, wo junge Journalisten das Berufsethos mit der russischen Berufswirklichkeit in Einklang zu bringen versuchen, und schließlich am Tag der Dumawahl, an dem Jelena hilflos zusehen muss, wie die Stimmen manipuliert werden, um Putins Macht im Land für lange Zeit zu zementieren. Der Film von Britta Hilpert gibt Einblick in die Mechanismen und die Psychologie einer geschickten und geschmeidigen Unterdrückung, aber er macht auch Hoffnung auf eine neue Generation, die, geprägt von Internet und Reisefreiheit, auch anderes kennt und will.

Samstag, 5. Dezember: 19:10 – 19:40 Uhr auf EinsExtra

Literatur im Foyer: Biographie Marion Gräfin Dönhoff
Thea Dorn spricht mit Klaus Harprecht über seine Biographie „Die Gräfin. Marion Dönhoff.“
'Wir werden ihresgleichen nicht mehr sehen', urteilt der wichtigste Journalist der Nachkriegszeit Rudolf Augstein über die wichtigste Journalistin der Nachkriegszeit Marion Gräfin Dönhoff.
Sie entstammte dem ostpreußischen Adel, floh 1945 vor den Sowjets in den Westen und machte dort Karriere. Ihr Lebenswerk war ein durch und durch bürgerliches: Nach anfänglicher Opposition stritt sie als langjährige Herausgeberin 'Der ZEIT' für  Völkerverständigung und die Entspannung zwischen Ost und West. Ostpreußen, das war nicht länger politische Heimat, sondern Erinnerungslandschaft.
Bis zuletzt schrieb sie an der Rehabilitierung des deutschen Widerstands, daran, ihn in der Bundesrepublik als moralische Größe zu verankern.
Klaus Harpprecht ist Schriftsteller und Journalist, er hat Thomas Mann ebenso biographisch gewürdigt wie den Weltenumsegler und Revolutionär Georg Forster.Anfang der 70er Jahre war er Berater von Willy Brandt.

Freitag, 4. Dezember: 21:00 – 22:35 Uhr auf Arte

Ihre erste Afrika-Story
Fernsehfilm von Gilles De Maistrre, Frankreich/Tschad 2007.
Claire ist seit zehn Jahren politische Journalistin in Frankreich. Sie träumt von „richtigem Journalismus“, großen Reportagen und direkten Einsätzen vor Ort. Gerade 30 geworden stürzt sie sich in das Abenteuer der Auslandsberichterstatter. Anschließend an den Bildbeitrag über die Visite des französischen Präsidenten Sarkozy, will sie eine große Story aus dem Tschad nach Hause bringen.
Zusammen mit ihrem lokalen Führer und Übersetzer Bime sucht Claire nach einem geeigneten Kind als Beispiel für die Tausenden Kriegswaisen, mit dem sie sich auf die Suche nach dessen Eltern begeben kann. An einer Wassersammelstelle guckt sie sich den kleinen Didi aus, der als Wasserträger für einen Bauern schuften muss. Mit dem Einverständnis des Bauern nimmt Claire den Jungen mit auf die beinahe aussichtslose Suche. Nach und nach fahren sie sämtliche Flüchtlingslager der Region ab, um eine Spur zu Didis Familie zu finden.
Auf ihrem Weg treffen sie mehrmals auf den Franzosen Pierre, der angeblich Entwicklungshelfer ist. Tatsächlich aber ist Pierre sehr erfahren in seinem Beruf als Reporter, den er seit vielen Jahren ausübt. Seine Arbeit ist international bekannt und geschätzt. Der Afrikaspezialist ist vor allem eins: Journalist aus Berufung.
Als die Wege von Claire und Pierre sich kreuzen, treffen zwei unterschiedliche Sichtweisen von der Welt und dem Beruf Journalismus aufeinander. Claire will direkt im Geschehen sein, die Emotionen einfangen und selber Einfluss auf den Verlauf der Einzelschicksale nehmen. Pierre hingegen zieht es vor, die Geschehnisse als Beobachter zu analysieren. Er drückt seine Skepsis Claire gegenüber offen aus und wirft ihr vor, nur ihr eigenes Gewissen beruhigen zu wollen anstatt sich ernsthaft für das Schicksal des Jungen und auch des Landes zu interessieren.
Gilles de Maistres Film ist eine Reise in die Welt derjenigen, die sich tagtäglich freiwillig im Exil aufhalten: die Auslandskorrespondenten. In Ländern, die von Krieg und Hungersnöten gebeutelt werden, erleben sie ihre Machtlosigkeit und versuchen dennoch, ihrer Arbeit einen Sinn zu geben. In einer Mischform aus Fiktion und Dokumentarfilm wird nicht nur eine Reflexion über die Herausforderungen eines Berufs in der heutigen Zeit angestellt, sondern auch auf die Misere des zentralafrikanischen Lands aufmerksam gemacht – es könnte für zahlreiche andere Regionen Afrikas stehen.