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Dezember 2008
Samstag, 20. Dezember: 13:00 – 13:30 Uhr auf Arte
Zapping International: Das Fernsehen in Dubai
Dubai ist ein Drehkreuz der Kontinente und eine der weltoffensten Städte überhaupt: Fast 150 Nationalitäten wohnen hier, und nur acht Prozent der Bevölkerung stammten aus den Emiraten.
Das Programm von Ajman TV zeugt von der großen Vielfalt seiner Zuschauer: Arabisch synchronisierte mexikanische Serien stehen neben indischen und westlichen Musiksendungen, aber auch neben kuwaitischen Fernsehfilmen und englischsprachigen Dokumentationen über Frankreich oder Japan. Ein anderer Sender, Dubai TV, will mit Sendungen über den örtlichen Lifestyle und Talkshows das Lebensgefühl der Emirater widerspiegeln.
Die beiden Regionalsender arbeiten in den nagelneuen Räumlichkeiten von Dubai Media City. Dort sitzen neben den großen internationalen Nachrichtenagenturen wie CNN, Reuters und Associated Press auch mehrere panarabische Sender, insbesondere MBC und dessen Tochter Al-Arabiya. Die westlichen Expatriates sehen überwiegend die englischen und amerikanischen Sender. Die Zuwanderer aus Indien und Pakistan dagegen – 30 Prozent der Bevölkerung - bevorzugen die keralischen Sender und die jüngsten Bollywood-Erfolge. Sie sind zumeist ohne ihre Familien nach Dubai gekommen und treffen sich abends in den Cafés der Altstadt zum Fernsehen.
Mittwoch, 17. Dezember: 23:30 – 24:00 Uhr auf NDR Fernsehen
Zapp – Das Medienmagazin
Mit Inka Schneider.
Sonntag, 14. Dezember: 9:15 – 10:00 Uhr auf 3 sat
Rosa Luxemburg
Film von Gabriele Conrad und Gabriele Deneke.
Am 31. Mai 1919 taucht im Berliner Landwehrkanal an einer Schleuse eine Tote auf. Aufgrund ihrer Handschuhe, eines Medaillons und einiger Kleiderfetzen identifiziert sie eine Freundin als Rosa Luxemburg, jene Journalistin und kommunistische Politikerin, die zweieinhalb Monate zuvor verschleppt, misshandelt und getötet worden war. Die Monarchisten sahen in ihr eine Vaterlandsverräterin, die Sozialdemokraten eine Anarchistin, den Spartakisten war sie nicht radikal genug. Eine Frau zwischen allen Stühlen, ein Leben lang. Wer war diese Frau, die Deutschland in die Revolution stürzen wollte? Eine Romantikerin, die in blumigen Worten von einer gerechten Gesellschaft schwärmte? Eine Rebellin, die sich mit allen anlegte und immer anders dachte als die Mehrheit? Eine einsame Frau, die sich nach Kindern sehnte, die bei ihren „Kämpfen für die Menschheit“ das Sterben des Vaters nicht bemerkte und die ihre große Liebe vor ihrer eigenen Familie verbarg? War sie eine Märtyrerin, die das Leben liebte, oder eine Anarchistin, die kein Blut vergießen wollte? Im Mittelpunkt des dokumentarischen Porträts steht das tragische Ende Rosa Luxemburgs, auf das ihr politisches Leben zulief. Der Film beantwortet die Frage, wer diese bedeutende Frau war, und gibt Einblicke in ihre Kindheit in Polen und ihre Jugend in Berlin und Zürich.
Donnerstag, 11. Dezember: 10:30 – 11:15 Uhr auf EinsFestival
SchussWechsel – Fotografen in einem zerrissenen Land
Ein Film von Sacha Mirzoeff und Bettina Borgfeld.
„Es ist extrem einfach, hier gute Bilder zu finden“, meint Fotograf Reinhard Krause. „Viel schwieriger ist es, zu verstehen, was wirklich hier passiert.“ Nur zwei Wochen wollte Reinhard in Israel bleiben, um einen Kollegen bei Reuter zu vertreten. Da beginnt die zweite Intifada. Die ganze Welt schaut auf Israel und Reinhard bleibt. Plötzlich sind die palästinensischen Gebiete abgeriegelt und das Land von Grenzlinien und Kontrollpunkten überzogen.
Reinhard, Chef des Fotodienstes der Nachrichtenagentur Reuters in Jerusalem, krempelt die Berichterstattung um. Er baut je ein Team von palästinensischen und israelischen Fotografen auf, die jeweils ihre Sicht auf das Geschehen fotografieren.
„SchussWechsel“ ist auch ein Film über die Allgegenwart von Gewalt. Bei einem israelischen Angriff entrinnt der palästinensische Fotograf Ahmed Jadallah nur knapp dem Tod. Schon schwer verletzt am Boden liegend 'schießt' er mit letzter Kraft ein Foto es wird den World Press Award 2003 gewinnen. Und Nir Elias, ein israelischer Kollege, fotografiert einen Angriff von Palästinensern auf eine jüdische Siedlung. Seinen Kollegen neben ihm trifft eine Kugel. Dennoch haben diese Fotografen wenig gemein mit dem Mythos des Kriegsfotografen.
Die Story erzählt vom Leben jenseits der wohlbekannten Bilder. Eine Gratwanderung zwischen emotionaler Nähe und professioneller Distanz.
Sonntag, 7. Dezember: 23:30 – 0:15 Uhr auf Phoenix
Reporter im Krieg (4/4): Krieg, Lügen und Video
Film von Jon Blair.
1991 – der zweite Golfkrieg. Über 1.600 Journalisten berichten über den Konflikt. 400 von ihnen dürfen sogar in das Einsatzgebiet, allerdings müssen sie sich einem so genannten Nachrichtenpool anschließen, der von 150 militärischen Presseoffizieren überwacht wird. Nicht ein einziger Reporter darf bei den Truppen sein. Es sollte das letzte Mal sein, dass die Medien so streng überwacht wurden.
Als nämlich der dritte Golfkrieg vorbereitet wurde, erkannte man, dass diese Strategie zum Scheitern verurteilt war. Doch im „Informationskrieg“ von 2003 ist es schwierig geworden, über die Realität des Krieges zu berichten. Was gezeigt wurde, sind Helden in Uniform und schwere Artillerie. Die andere Seite wurde nicht gezeigt: verstümmelte Zivilisten und sterbende Soldaten. Der Krieg erscheint so wie ein großes Videospiel und eine nahezu verlustlose Methode, Differenzen beizulegen. Das ist ungeheuer gefährlich und von Grund auf unwahr.
Donnerstag, 4. Dezember: 16:45 – 17.30 Uhr auf Eins Festival
Wer hat meine Daten? Wie wir täglich ausgespäht werden
Film von Erich Schütz und Detlev Koßmann.
Einige Dinge darf jeder wissen: Geburtstag, Wohnort und Beruf beispielsweise. Doch darüber hinaus sind von jedem von uns Hunderte von Daten im Umlauf. Jeder Kauf mit Kundenkarte, jeder Besuch auf Internetseiten hinterlässt Spuren, die von Datenhändlern begierig gesammelt, ausgewertet und verkauft werden. Vorlieben, Leidenschaften, selbst geheime Wünsche von jedem von uns werden gespeichert und in Umlauf gebracht, zu Nutzerprofilen zusammengefasst und transparent gemacht.
Der Journalist Erich Schütz hat zusammen mit Detlev Koßmann seine eigenen Spuren verfolgt und war verblüfft, was mit seinen Daten so alles passiert. Ein spannender Selbstversuch, der beklemmende Aussichten für die persönliche Freiheit zeichnet.
