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Sonntag, 8. August: 5:30 – 5:45 Uhr auf Einsfestival

EINSWEITERgefragt: Gast: Lukas Heinser, Chef von bildblog.de
Moderation: Anja Backhaus.
Lukas Heinser lebt in Bochum. Der 1983 geborene studierte Germanist ist seit Januar diesen Jahres der Chef von bildblog.de und somit Nachfolger des bekannten Medienkritikers Stefan Niggemeier. Bildblog.de hat als kritisches Kontrollorgan im Internet mittlerweile nicht nur mehr die BILD Zeitung im Visier. Auch auf verdrehte Agenturmeldungen und Meldungen, die gar keinen Sinn machen, macht der Blog aufmerksam. Schon früh hat Lukas Heinser mit dem Bloggen angefangen. Für seinen Blog 'coffeeandtv.de' wurde er sogar von seinen Blogger-Kollegen zum 'Blogger des Jahres 2008' gewählt.
Lukas Heinser erzählt, wie er zu diesem Job gekommen ist, wie sein Tag bei der Suche nach der Wahrheit aussieht und was er von Kai Dieckmanns Blog hält.

Montag, 9. August: 10:15 – 11:10 Uhr auf Arte

LeseHorizonte: Moskau
Dokumentation von Xavier Lefebvre.
Der Journalist, Schriftsteller und Weltreisende Patrick Poivre d'Arvor entführt heute nach Moskau und entdeckt dort in Begleitung zeitgenössischer russischer Autoren die Literatur des jungen Russlands. Wie konnten die Schriftsteller in einem Land mit einer so unglaublich reichen literarischen Tradition eine Wiedergeburt der Literatur nach der Ära des Sozialistischen Realismus herbeiführen?
Was wird aus Russland und seinem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum, nachdem es sich dem Konsum und dem Kapitalismus geöffnet hat? Was erzählen die gegenwärtigen Autoren in ihren Büchern vom Exil, vom Gefängnis, von der Zensur, von der Samisdat-Vergangenheit, vor allem aber von ihrem aktuellen Kampf gegen die gesellschaftlichen Auswüchse?

Sonntag, 15. August: 17:50 – 18:35 Uhr auf 3sat

Kinderjahre in der Monarchie
Film von Robert Gokl.
Schwarz-Weiß-Grau sind sie meistens, die Fotos von der vorletzten Jahrhundertwende – von der Zeit, als das heutige Österreich Teil einer Großmacht war und in Wien ein Kaiser regierte. Doch wenn seltene Farbfotografien die Erinnerungen von Zeitzeugen zum Leben erwecken, entsteht ein beeindruckend buntes Bild vom Alltag in der Monarchie. Heute leben nur noch wenige, die erzählen können, wie es war, damals aufzuwachsen.
Robert Gokl sprach für seinen Film „Kinderjahre in der Monarchie“ mit vier der letzten noch lebenden Zeitzeugen und fand in österreichischen Archiven seltene Farbfotografien. Zusammen mit Filmdokumenten und Tonaufnahmen geben sie einen faszinierenden Einblick in den Alltag der Menschen der Jahrhundertwende und lassen in einer filmischen Collage noch einmal die Stimmung dieser Zeit erstehen.

Freitag, 20. August: 12:45 – 13:00 Uhr auf 3sat

PHOTOsuisse: Manuel Bauer
Porträtfilm von Christian Eggenberger.
Manuel Bauers großes Thema ist das Schicksal des tibetischen Volks. Für seine bekannteste Fotoreportage begleitete er ein sechsjähriges Mädchen auf der lebensgefährlichen Flucht über den Himalaja ins indische Exil. Seit drei Jahren geht Bauer mit dem Dalai Lama auf seine zahlreichen Reisen und dokumentiert dabei den Alltag des tibetischen Gottkönigs.
Der Film aus der Reihe „PHOTOsuisse“ stellt den Fotografen Manuel Bauer vor.

Samstag, 21. August: 6:45 – 7:25 Uhr auf Arte

Helmut Schmidt – Mein Leben
Dokumentation von Felix Schmidt.
„Nein“, sagt Helmut Schmidt, „Gefühlsausbrüche hat es kaum gegeben, dafür ein ausreichendes Maß an Selbstdisziplin.“ So sieht der einstige Politstar im Rückblick seine faszinierende Lebensgeschichte, die ihn aus dem klassischen Hamburger Arbeitermilieu bis an die Spitze der Bundesrepublik führte. In „Mein Leben“ gibt er seine Abstammung von einem jüdischen Großvater preis, von der er erst mit 15 Jahren erfuhr, als er seine Mutter bedrängte, ihn in die Hitlerjugend eintreten zu lassen. „Ich habe sofort begriffen, dass sie Recht hatte, als sie sagte, du darfst darüber mit niemandem reden.“ Durch glückliche Umstände blieb während der Nazi-Zeit, in der Schule wie in der Militärzeit verborgen, dass er entsprechend den Nazi-Begrifflichkeiten ein sogenannter „Vierteljude“ war.
Immerhin ging er bedenkenlos – mit Notabitur der Hamburger Lichtwark-Schule versehen – zum Militär, meldete sich sogar freiwillig zur kämpfenden Truppe, „weil ich mit einer Uniform herumlief, auf der keinerlei Kriegsorden waren. Und dafür habe ich mich ein wenig geschämt.“ So gesehen ist erklärbar, dass es dem einstigen Leutnant leichter fiel als vielen anderen Sozialdemokraten, später für die Bundeswehr einzutreten und schließlich im ersten Kabinett Brandt Verteidigungsminister zu werden. Als Helmut Schmidt aus dem Krieg heimkehrte, nahm er Abschied von seinem Traum, Städtebauer zu werden. Der mittellose Mann entschied sich pragmatisch für das billigste und schnellste Studium, Volkswirtschaft. Und bald schon geht er in die Politik.
Schon damals, als sich der Staat Bundesrepublik Deutschland noch im Aufbau befindet, spricht Helmut Schmidt von „der unbedingten Notwendigkeit“ der Aussöhnung mit dem Erbfeind Frankreich: Er hat ein Europa der ausgesöhnten Vaterländer als Vision vor Augen. Das deutsch-französische Verhältnis, seine Freundschaft mit Giscard d'Estaing ist denn auch ein zentrales Thema des Porträts. Helmut Schmidt liegt daran zu erläutern, dass das deutsch-französische Verhältnis die Basis der Europäischen Gemeinschaft ist und er als Kanzler diese Basis festigte.
Als Helmut Schmidt aus der Politik ausscheidet, wird er Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“. Nichts mehr will er heute davon wissen, dass er diesen Berufsstand einst als „Wegelagerer“ bezeichnet hat: „Einzelne Fernsehreporter ja, ich bin aber weit davon entfernt, den Journalismus insgesamt als Wegelagerei anzusehen. Journalisten sind ähnlich wie Politiker; die reichen vom Staatsmann bis zum Verbrecher.“

Samstag, 21. August: 0:30 – 0:55 Uhr (Nacht von Sa. auf So.) auf Arte

Zapping International: Das Fernsehen der Paraguayer

Film von Fernando Diaz.
Wer in der paraguayischen Hauptstadt Asunción durchs Fernsehen zappt, stößt zwischen unzähligen Telenovelas, endlosen Werbeblöcken, Comedy-Sendungen und Fußballspielen auf den etwas anderen Sender „Red Guaraní“. Das Besondere am Programm des christlichen Privatsenders ist, dass es nur gute Nachrichten gibt. Der vor fünf Jahren gegründete Kanal hat mit anderen religiösen Sendern wenig gemeinsam – vielleicht, weil Paraguays Präsident Fernando Lugo einst selbst ein linksgerichteter Bischof war.
Quizsendungen gibt es hier zwar auch, schlechte Nachrichten jedoch nicht. Zur großen Freude der Regierung! In „Telecomico“ auf Kanal 4 wird diese hingegen nicht verschont: Rund 20 Jahre nach Ende der Militärdiktatur amüsieren sich die Zuschauer bei Clara Francos verrückter Comedyshow, die wöchentlich die politische Szene des Landes parodiert
Journalist Humberto Rubin empfängt seine politischen Gäste jeden Abend um 23.00 Uhr. Seine beliebte Talkshow ist in der nationalen Fernsehlandschaft inzwischen eine Institution –kein Wunder, schließlich macht Rubin sein Metier schon seit 53 Jahren. Während der Militärdiktatur musste er seinen Ärger noch herunterschlucken, heute kennt sein Programm keine Schranken mehr.
Eine weitere Größe des paraguayischen Fernsehens ist Manuel Cuenca, der in seinen Dokumentationen seit 17 Jahren Indiodörfer des ganzen Landes vorstellt.
Der absolute TV-Star bleibt jedoch Menchi Barriocanal: die unübertreffliche „Verlobte von Asunción“ bringt die Bevölkerung, die zu 40 Prozent unterhalb der Armutsgrenze lebt, ein wenig zum Träumen. In ihrer Show „Bailando por un seño“ (Tanz für einen Traum) treten die Kandidaten für eine gute Sache ein und tanzen in hollywoodwürdigen Kostümen und mit viel Glanz und Glitter um den Hauptpreis: einen hohen Geldbetrag für ihr wohltätiges Projekt.

Montag, 23. August: 20:15 – 21:00 Uhr auf BR-alpha

alpha-Forum: Dirk Rohrbach – Reisejournalist und Fotograf
Moderation: Christina Teuthorn.