Volltextsuche

Header

Login

  E-Mail-Adresse   Passwort

Sonntag, 3. April: 11:15 – 12:00 Uhr im hr-fernsehen

Ulrich Wickert – Vom Glück, ein Weltbürger zu sein
Ein Porträt von Dagmar Witters.
15 Jahre lang moderierte Ulrich Wickert die „Tagesthemen“ des Ersten Deutschen Fernsehens. Auch nach seinem Abschied vom Bildschirm ist er „Mister Tagesthemen“ geblieben. Der Diplomatensohn war im Alter von zwölf Jahren mit seinen Eltern nach Paris gekommen, ging dort zur Schule und hat die französische Sprache mühelos gelernt.
Frankreich ist für Wickert Teil seiner Identität. So wundert es auch nicht, dass er nach Sachbüchern wie „Vom Glück, Franzose zu sein“ auch Krimis schreibt, in denen ein Pariser Untersuchungsrichter ermittelt. In einer provenzalischen Kleinstadt unweit von Grasse hat er seinen zweiten Wohnsitz: Dort kann er sich zurückziehen und in Ruhe schreiben. In Deutschland wird er auf der Straße angesprochen, um Autogramme gebeten. Ulrich Wickert ist der populärste deutsche Journalist. Dabei wollte er ursprünglich Diplomat werden, studierte Jura. Schreiben war anfangs für ihn nur ein Hobby und kein „ordentlicher“ Beruf. Doch als er damit sein Geld verdiente, merkte er, wie sehr es ihm Spaß machte, anderen über Gott und die Welt zu berichten.
In dem Film gibt Wickert Einblicke in sein Privatleben, erzählt von seiner frühen Kindheit in Japan, wo die Familie in einem Holzhaus an einem der Seen am Fuße des Fuji lebte und er mit den Nachbarkindern japanisch sprach, von seinem Aufenthalt in den USA als 19-jähriger Stipendiat der Wesleyan University, wo der begriff, was Freiheit bedeutet und dass man sich einsetzen muss für eine Gemeinschaft – Einsichten, die Wickert, als er in den bewegten sechziger Jahren an der Universität in Bonn studierte, prompt umsetzte und sich damit bei vielen Professoren unbeliebt machte, sogar exmatrikuliert werden sollte. Für ihn war es eine prägende Erfahrung, dass andere für ihn Partei ergriffen, sich gegen das Unrecht durchsetzten.
Wickert berichtet auch über für ihn persönlich wichtige Begegnungen, wie die mit dem Schriftsteller und Dramaturgen Eugène Ionesco, mit dem ihn eine enge Freundschaft bis zu dessen Tod verband. Die Filmautorin Dagmar Witters trifft Wickert unterwegs in Paris zu den Schauplätzen seines neuen Krimis, in Hamburg, wo er mit seiner Frau Julia lebt, in Berlin, dem Sitz der Redaktion des Nachrichtenportals „Zoomer.de“, für den er regelmäßig eine Kolumne schreibt, und in seiner Wahlheimat Südfrankreich.

Montag, 11. April: 13:30 – 15:00 Uhr auf Bayerisches Fernsehen

Die Ritchie Boys
Dokumentarfilm von Christian Bauer.
Der Dokumentarfilm „Die Ritchie Boys“ erzählt die Geschichte von jungen Deutschen, meist Juden, die im US-Exil lebten und 1944 im Auftrag der US-Army nach Europa zurückkehrten, um in einer geheimen Einheit gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen. In Camp Ritchie, Maryland, durchliefen sie ein rigoroses Trainingsprogramm, das sie auf ihren Einsatz in Europa vorbereitete. Vom D-Day am 6. Juni 1944 an in vorderster Front dabei, lieferten die Ritchie-Teams den alliierten Truppen wichtige Informationen und sorgten in offenen und verdeckten Aktionen dafür, dass der Widerstandsgeist des Gegners Stück für Stück gebrochen wurde. Sie verhörten systematisch Gefangene und Überläufer, sammelten Informationen über Truppenstärke, Truppenbewegungen und die psychologische Situation des Gegners. Sie entwarfen Flugblätter, die hinter den feindlichen Linien abgeworfen wurden. Sie fuhren mit Lautsprecherwagen in die Kampfzone und forderten unter Beschuss die deutschen Soldaten zur Kapitulation auf.
Zu den Männern, die in Camp Ritchie ausgebildet wurden, gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie der Journalist Hans Habe, der Schriftsteller Stefan Heym, David Robert Seymour, Mitbegründer der Fotoagentur Magnum, und der Prager Regisseur Hanus Burger. Viele der „Ritchie Boys“ machten nach dem Krieg Karriere in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Einige von ihnen sind noch am Leben: Ihre Erinnerungen, ausführliche Gespräche und privates Archivmaterial bilden den Kern des Films.
„Die Ritchie Boys“ – eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks – schaffte es 2005 in die Vorauswahl für den Dokumentarfilm-Oscar. Der Regisseur, Autor und Produzent Christian Bauer (1947 – 2009), Grimme-Preisträger 1993, hat für seinen aufregenden Dokumentarfilm mehr als zwei Jahre recherchiert und fast zwei Dutzend Interviews in Deutschland und in den USA geführt.

Freitag, 15. April: 17:30 – 17:45 Uhr auf Eins Festival

Der Bug –  Gast: Giovanni di Lorenzo
Thomas Bug und seine Gespräche.
Er ist einer der hundert wichtigsten Deutschen, sagt „Vanity Fair“. Andere nennen ihn einen „Alpha Journalisten“ oder 2Menschenfänge“'. Letzteres ist wohl das Markenzeichen des 'ZEIT' Chefredakteurs Giovanni di Lorenzo. Mit Thomas Bug hat er sich an der Hamburger Elbe getroffen und über das Leben als Chefredakteur geplaudert.

Sonntag, 17. April: 13:00 – 13:30 Uhr auf Arte

Künstler hautnah: Boris Mikhailov – Fotograf
Dokumentation von David Teboul
Boris Mikhailov arbeitete als Ingenieur in einer sowjetischen Fabrik, als er das erste Mal einen Fotoapparat für eine Reportage in die Hand gedrückt bekam. Damit machte er zunächst Aktfotos von seiner Frau, wurde jedoch vom KGB erwischt und wegen Pornografie kurzerhand entlassen. Daraufhin entschloss er sich, sein Leben fortan der Fotografie zu widmen. Er dokumentierte den städtischen Alltag und fertigte mit der „Roten Serie“ Farbfotografien an, in denen der Farbe Rot, die in der UdSSR für die Oktoberrevolution und die sozialistische Gesellschaftsordnung stand, eine besondere Rolle zukommt.
Boris Mikhailov hinterfragt die Realität aus verschiedenen Blickwinkeln. Die daraus entstehenden Fotoserien muten zuweilen grotesk an und enthalten eine direkte Gesellschaftskritik. So fotografierte er Obdachlose, Menschen, die durch alle Maschen des sozialen Netzes gefallen sind. Seine Aufnahmen der Obdachlosen in ihrer nackten, verletzten Körperlichkeit zeigen die inneren und äußeren Wunden, die das Leben in Not hinterlässt und gewähren einen Blick hinter die Fassaden der Konsumgesellschaft.

Sonntag, 17. April: 23:30 – 0:15 Uhr auf Phoenix

Der andere Blick – Fotografen und der Krieg
Dokumentation von Huw Talfryn Walters.
Täglich sehen wir in den Zeitungen Bilder von den Krisenherden der Welt. Die Fotografen vor Ort sind nicht nur den gefährlichen Umständen der Konflikte ausgesetzt, sondern bewegen sich zunehmend in einer Welt, in der die Grenzen zwischen Freiheitskämpfern und Terroristen, Wahrheit und Propaganda verschwimmen. Elektronische Verschickung und moderne Bildbearbeitung machen das nachträgliche Verändern der Bilder obendrein leichter. Die schwierige Suche nach Wahrheit. Aber: Gibt es ihn überhaupt, den ungeschönten Blick auf Alltag und Leid des Krieges, der uns in den Fotos präsentiert wird?
Wer steckt hinter den Bildern und inwiefern beeinflusst der persönliche Blick die Motive und Bilder? Kommen zwei Kriegsfotografen beim selben Motiv zu einem anderen Blick, einer anderen Perspektive auf das Geschehen?
Dieser Film zeigt die Erfahrungen und Konflikte der Fotografen bei ihrer Suche nach Wahrheit. Er zeigt, was wir in den täglichen Bilderfluten schnell übersehen. Und er zeigt, wie wichtig die Arbeit dieser Fotografen für uns ist.

Donnerstag, 21. April: 0:15 – 1:00 Uhr (Nacht von Do. auf Fr.) auf BR-alpha

alpha-Forum: Dieter Kronzucker, Fernsehjournalist
Moderation: Werner Reuß.
Eine Sendung zum 75. Geburtstag von Dieter Kronzucker.