Volltextsuche
Login
April 2010
Sonntag, 18. April: 16:30 – 17:00 Uhr auf 3sat
neues... aus der digitalen Welt: Analog überleben in der digitalen Welt u. a.
Moderation: Yve Fehring.
Wir leben in digitalen Welten – zumindest nahezu. Für Journalisten ist das Digitalzeitalter mit vielen Vorteilen verbunden: Pressemappen bekommt man via E-Mail oder kann sie auf den Webseiten von Institutionen und Unternehmen downloaden. Wo früher ein eigens für Journalisten verfasstes Nachschlagewerk alle wichtigen Ansprechpartner auf mehreren Tausend Seiten auflistete, spuckt heute das Web die passenden Namen in Sekundenschnelle aus. Die Recherche ist dank Internet oft komfortabler, dafür ist es nicht immer leicht, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.
Das 3sat-Magazin „neues“ zeigt, dass man auch bei einem Magazin „aus der digitalen Welt“ analog arbeiten kann. Moderatorin Yve Fehring probiert es selbst aus und recherchiert offline: Festnetztelefon statt Handy, Bibliothek statt Google.
Samstag, 17. April: 13:15 – 13:45 Uhr BR-alpha
alpha-Campus: Journalistenhandwerk (6/6): Die Glosse
Wissenssendung.
Donnerstag, 15. April: 23:15 – 5:30 Uhr auf ARD
60 Jahre ARD – Vier lange Nächte (1): Information & Kabarett
Revue.
60 Jahre einer einzigartigen Programmfülle sprengen jedes dramaturgische Korsett. Daher lautet das Motto der vier „Langen Nächte“ im Ersten: Mut zur Lücke! Bewusst wird auf einen wie auch immer gearteten Anspruch auf Vollständigkeit verzichtet. Und auf chronologische Abläufe ebenso. Manche Sendungen werden in Originallänge gezeigt, damit sich die Fernsehzuschauer auf eine authentische Zeitreise begeben können. Bei anderen gibt es ein „Best of“. Denn vier Nächte lang will Das Erste vor allem eins: Gut und erfrischend unterhalten! Die präsentierten Glanzlichter sind ein riesiges Geschenkpaket an die Zuschauer mit Kultserien, Spielfilm-Straßenfegern, Klassikern aus der Showbranche und Highlights der Informationskultur. Durch alle vier Nächte führt Moderator Dieter Moor. In der ersten „Langen Nacht“ liegt der Schwerpunkt auf Information und journalistischer Unterhaltung. Die Nacht eröffnet mit Peter von Zahn und seiner Reihe „Bilder aus der Neuen Welt“. Als Reporter der ersten Stunde berichtete von Zahn in den 50er und 60er Jahren viel aus den USA. Es folgt eine Zusammenstellung von Beiträgen aus den frühen politischen Magazinen – „Panorama“, „Monitor“ und „Report“ – sowie Ausschnitte aus Stefan Trollers „Pariser Journal“, in dem er u. a. über die Hochzeit Edith Piafs berichtet – sowie Beiträge aus der ersten Ausgabe des ARD-Kulturmagazins „Bitte umblättern“ (1965). Ein Bericht über das Grubenunglück von Lengede („Chronik von Lengede“) und Ausschnitte aus dem allerersten Weltspiegel am 5. April 1963 stehen ebenfalls für diese Frühzeit der journalistischen Berichterstattung. Das große Weltgeschehen, aber auch die Entwicklung des Mediums Fernsehen, waren von Anfang an Thema der Kabarettisten. So gibt es in dieser Nacht ein Wiedersehen mit der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, mit Lore Lorentz oder Dieter Hildebrandt, mit Gerhard Polt und Mathias Richling. Wer bis zum frühen Morgen durchhält, bekommt nicht nur legendäre Interviews – etwa mit Herbert Wehner – zu sehen, sondern auch die Original-Tagesschau vom 10. November 1989, dem Tag der Maueröffnung, ein Best of aus „ZAK“, dem innovativen Magazin mit Friedrich Küppersbusch, sowie Ausschnitte aus „Brennpunkten“ zum Beispiel zum Tod von Lady Di oder der Sondersendung zum 11. September.
Samstag, 10. April: 21:00 – 21:45 Uhr auf Phoenix
Bespitzelt Springer! – Wie die Stasi einen Medienkonzern ausspähte:
Dokumentation von Tilman Jens.
Der Axel Springer Verlag – für die DDR war er der Staatsfeind Nr. 1. Systematisch versuchten Mielkes Mannen, in das Zeitungsimperium des Axel Caesar Springer einzudringen. Und sie hatten Erfolg. So gelang es der DDR-Auslandsaufklärung dank eines „Romeos“, eines gut aussehenden Handlungsreisenden im Dienste der Stasi, eine Chefsekretärin in Springers Büro als willige Informantin zu nutzen. Ein Agenten-Thriller aus dem Kalten Krieg.
Was immer der mächtige Verleger tat – Ostberlin wusste umgehend Bescheid und konnte reagieren, wenn sich Springer etwa für einen DDR-Dissidenten einzusetzen gedachte. Der Fall des in Ostberlin inhaftierten, von der Staatssicherheit gequälten Wehrdienstverweigerers Nico Hübner zum Beispiel erscheint nun in ganz neuem Licht.
Eine bislang streng geheime, vom Springer-Konzern in Auftrag gegebene, von einem unabhängigen Forscherteam der FU-Berlin erarbeitete Studie belegt aber auch, wie beharrlich und gezielt die Staatssicherheit an der legendären APO-Kampagne „Enteignet Springer“ mitgearbeitet hat. Der streng antikommunistische Zeitungsmogul war der Inbegriff des Klassenfeindes. Dies galt es nicht zuletzt der eigenen Bevölkerung einzuhämmern. So ließ das DDR-Fernsehen 1967 mit gewaltigem Aufwand einen fünfteiligen Spielfilm drehen, der das Leben Springers in bester Propaganda-Manier nachzeichnete. Axel Caesar: ein schwuler Lebemann. In den Nebenrollen versuchen sich hochrangige Mimen an Wehner, Brandt, Schmidt und Strauß. Die Dokumentation von Tilman Jens erinnert an das heute vergessene Schurkenstück in zehnstündiger Länge, an dessen Drehbuch Markus Wolf, Chef der DDR-Auslandsspionage, persönlich beteiligt war.
Samstag, 10. April: 14:00 – 14:30 Uhr auf 3sat
Perspektivwechsel – Das Erbe des Karl Heinz Mai:
Film von Arndt Ginzel.
Betrachtet man die Fotos von Karl Heinz Mai, fällt eines auf: Die Bilder sind überwiegend untersichtig, denn der Leipziger fotografierte aus dem Rollstuhl. Er fuhr mit diesem 1945 über Trümmer, später dann durch die Straßen der Sowjetischen Besatzungszone und frühen DDR. Es entstand eine Hinterlassenschaft von Tausenden Dokumenten, die den DDR-Alltag zwischen Kriegsende und Neuanfang beschreiben. 20 Jahre nach seinem Tod, im Oktober 1984, wurden Fotos von Karl Heinz Mai erstmals überregional ausgestellt. Anlass war der 35. Jahrestag der DDR. Unter dem Motto „Alltag und Epoche“ zeigte das Alte Museum in Berlin Arbeiten ostdeutscher Fotografen. Professor Peter Pachnicke von der Hochschule für Grafik und Buchkunst hatte die Aufnahmen des bis dahin noch unbekannten Künstlers eingereicht.
Samstag, 10. April: : 12:45 – 13:15 Uhr auf BR-alpha
alpha-Campus; Journalistenhandwerk (5/6): Die Radiomoderation
Wissenssendung.
Dienstag, 6. April: 23:35 – 1:35 Uhr auf Bayerisches Fernsehen
Under Fire
Spielfilm von Roger Spottiswoode, USA 1982.
Der amerikanische Fotojournalist Russell Price verlässt den Tschad, als der Kampf der revolutionären Sandinisten gegen den Diktator Somoza in Nicaragua 1979 die entscheidende Phase erreicht. Dort erhofft er sich spektakulärere Bilder als der Krieg in Afrika hergibt. Seine Kollegin Claire Stryder begleitet ihn. Sie war bisher mit Alex Grazier liiert, der ebenfalls als Journalist arbeitet, hat sich jetzt aber für Price entschieden. In Nicaragua lernen die beiden den zwielichtigen Jazy kennen. Als Price endlich den charismatischen Guerillaführer Rafael aufnehmen kann, ist es nicht das Foto, von dem er träumt, denn Rafael ist tot. Und nicht nur er: Auch Alex Grazier stirbt eines gewaltsamen Todes. Price lässt ihn jedoch in seinem Bild auf Drängen der Sandinisten auferstehen und wird dadurch selbst in den Strudel der Revolution hineingezogen, über die er nur berichten wollte.
„Under Fire“ zeigt den Höhepunkt des damaligen Bürgerkriegs in Nicaragua aus der Sicht des „objektiven“ Bildreporters, der seine distanzierte Position („Ich bin auf keiner Seite, ich mache nur Fotos“) nicht durchhalten kann und sich entscheiden muss.
