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Freitag, 24. April: 21:00 – 22:30 Uhr auf Arte

Sie wusste zuviel
Fernsehfilm von Olivier Langlois, Frankreich 2008.
Die Französin Claire lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem russischen Journalisten Andreï Karpov, in Paris. Nach dem Mord an seiner Kollegin Anna Politkowskaja macht er sich nach Russland auf, um die Hintergründe der Ermordung zu recherchieren. Als Claire ihren Freund tagelang nicht erreichen kann, reist sie ihm mit einer unerträglichen Angst im Bauch hinterher. Auf der Suche nach Andreï bringt sie ihr eigenes Leben in Gefahr ... Fernsehfilm über den Mord an der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja.
„Sie wusste zuviel“ führt auf eindringliche Weise an die Korruption und die brutalen, undurchsichtigen Machenschaften in Russland und Tschetschenien heran. Olivier Langlois gelingt es, fühlbar zu machen, was es bedeutet, dort, wo die Pressefreiheit unterbunden wird, als Journalist für die Wahrheit zu kämpfen. Den Rahmen für die Geschichte von Andreï und Claire bildet der weltweit bekannt gewordene Mordfall an der kremlkritischen Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte, Anna Politkowskaja, die im Oktober 2006 in Moskau erschossen wurde.
Bis heute ist nicht geklärt, wer die Hintermänner des Mordes waren. Wladimir Putin hatte eine internationale Untersuchungskommission verweigert. Im Februar 2009 wurden drei wegen Beihilfe zum Mord Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Mord an Politkowskaja, die nach Putins Amtsantritt 2000 bereits die 21. ermordete Journalistin war, steht symbolisch für die Unterdrückung der Pressefreiheit in Russland.

Donnerstag, 16. April: 14:20 – 15:10 Uhr auf Arte

Der Kampf um Jerusalem: Mai 1948
Dokumentation von Liran Atzmor, Israel 2008.
John Phillips, einer der ersten Fotojournalisten, wurde vom „Life Magazine“ beauftragt, über den ersten israelisch-arabischen Krieg, den so genannten Unabhängigkeitskrieg, aus Jerusalem zu berichten. Er schloss sich der jordanischen Armee an, seine Bilder werden aber von der jüdischen Perspektive bestimmt. Er machte leidenschaftliche und emotionale Fotos von der Evakuierung der Juden aus der Altstadt Jerusalems.
Jack Padwa ist der Produzent des ersten israelischen Spielfilms. Er stammt aus einer politisch rechtsstehenden britisch-jüdischen Familie und produzierte 1955 den Film „Geburt einer Nation“, in dem die Geschichte der Juden aus der Altstadt Jerusalems erzählt wird. Der Film bekam bei seiner Erstaufführung in Cannes viel Beifall, war aber ein kommerzieller Flop, der jedoch zum Mythos des israelischen Unabhängigkeitskrieges beitrug.
Ali Zaarour war der einzige palästinensische Fotograf, der die palästinensische Seite der Geschichte dokumentiert hat. Der Film zeigt zum ersten Mal seine Bilder, welche über die Tragödie der palästinensischen Naqba (Katastrophe) des 1948er Krieges berichten. Die Zaarour-Familie betreibt bis heute ein Fotolabor in der Altstadt Jerusalems.
Die drei Protagonisten des Films gehören unterschiedlichen Generationen an. Jack Padwa fliegt zu seinem 92. Geburtstag mit seinem Sohn nach Jerusalem, und seine Erinnerungen an die Zeit, als er seinen Film drehte, begleiten ihn auf seiner Reise. John Phillips' Enkelsohn erzählt von seinem Großvater, während er das Kamerateam durch das kleine New York Studio des Fotografen begleitet. Und Ali Zaarours Sohn fährt von seiner West-Bank-Stadt, El Azariya, zum israelischen Militärarchiv in Tel Aviv, wo kürzlich das Originalfotoalbum seines Vaters wiederentdeckt wurde. 40 Jahre lange hatte es als im Krieg verschollen gegolten.

Mittwoch, 8. April: 6:10 – 6:55 Uhr DMAX

Süddeutsche Zeitung TV: Die Bilderjäger – Mit einem Gesellschaftsfotografen unterwegs
Dokumentation.
Goran Nitschke ist Promi-Fotograf und hat mit dem schlechten Ruf der Branche zu kämpfen, denn Paparazzi gehen den Stars traditionell auf die Nerven. Doch Gorans Erfolgsrezept beruht auf Gegenseitigkeit: Er fotografiert niemanden ohne dessen Einverständnis, und im Gegenzug sind die Stars geduldig mit ihm, wenn er das richtige Motiv sucht. Ein alljährlicher Pflichttermin für Goran Nitschke ist der Deutsche Filmball in München. Die Sendung begleitet den Fotografen, wenn der Hauch von Hollywood durch die bayerische Metropole weht und große Stars und kleine Sternchen über den roten Teppich flanieren.

Dienstag, 7. April: 22:45 – 23:30 Uhr auf ZDF

Index (1/2): Die schwarze Liste des Vatikan
Mit Wolf von Lojewski.
Über Jahrhunderte hinweg beanspruchte die katholische Kirche die Deutungsmacht über die Ordnung der Welt. Sie ließ neues Gedankengut, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu oder ächtete sie. Sie entschied über Richtig und Falsch, erlaubte Fortschritt oder versuchte, ihn zu verhindern. Doch ihre Überzeugung, die ewige Wahrheit zu besitzen, war nicht unumstritten. Gutenbergs Druckerpresse ermöglichte es immer mehr Freidenkern, ihre Gegenwelten mit Hilfe des gedruckten Buches in tausendfacher Auflage zu verbreiten und neue Erklärungen der Welt zu wagen, die oft gefährlich im Widerspruch zu den päpstlichen standen.
Der Vatikan erfand deswegen den Index, die Liste der verbotenen Bücher. Wer sie trotzdem las, dem drohte die ewige Verdammnis. Von nun an tobte ein Machtkampf um die Seele des Menschen und die Ordnung der Welt. Es war auch eine Propagandaschlacht, die im Lauf der Geschichte ihresgleichen sucht. Aber auch innerhalb des Vatikan wurde um den richtigen Weg gerungen. Es gab heftige Diskussionen darum, welches Buch verboten werden sollte und welches nicht.
Das ZDF stellt sich mit „Index – Die schwarze Liste des Vatikan“ in zwei Folgen einer journalistischen Herausforderung. Die Öffnung der geheimen Archive der Inquisition und Indexkongregation im Jahr 1998 ermöglicht erstmals den Zugang zu bisher unbekannten Schauplätzen und unveröffentlichten Akten. Die zweiteilige Dokumentation rollt die wichtigsten geheimen Prozesse auf, die im Kampf um das Seelenheil der Menschheit geführt wurden.
(Teil 2 am Mi., 8. April, 22:15 – 23:00 Uhr)

Sonntag, 5. April: 23:30 – 0:15 Uhr auf Phoenix

Das Kind, der Tod und die Wahrheit – Das Rätsel um den Palästinenserjungen Mohammed Al-Durah
Dokumentation von Esther Schapira und Georg M. Hafner.
Das Bild ging um die Welt: Ein Vater kauert hinter einem Betonfass, schützend den Arm um seinen kleinen Sohn gelegt. Er versucht, sich und sein Kind zu retten. Die tragische Szene wird gefilmt von einem Kameramann des französischen Fernsehkanals France 2. Weltweit ist zu sehen, wie Mohammed Al-Durah, der zwölfjährige Palästinenserjunge, an der Netzarimkreuzung in Gaza in den Armen seines Vaters stirbt, Opfer eines mörderischen Schusswechsels zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Aber stimmt die Geschichte? Oder sind die westlichen Medien Opfer palästinensischer Propaganda geworden?
Erste Zweifel an der schlichten Wahrheit formulierte die ARD-Dokumentation „Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed Al-Durah?“(2002). Die akribische Recherche zeigte damals, dass nahezu ausgeschlossen ist, dass israelische Soldaten das Kind am 30. September 2000 erschossen. Was damals noch für heftige Angriffe gegen die ARD sorgte, ist mittlerweile allgemein akzeptiert. Demnach wären Palästinenser verantwortlich für den Tod des kleinen Jungen. Doch vielleicht ist die wahre Geschichte noch viel unglaublicher: Wurde Mohammed Al-Durah überhaupt erschossen? Die Zweifel jedenfalls an der Authentizität der Szene sind so schwerwiegend, dass kürzlich ein Gericht in Paris urteilte, es sei zulässig, von einer Fälschung zu sprechen. Sollten also tatsächlich jene Recht behalten, die seit Jahren behaupten, dass es sich um eine reine Propagandainszenierung handele, dann wäre dies einer der größten Medienskandale – mit ungeheuerlichen Folgen.

Sonntag, 5. April: 23:30 – 0:15 Uhr auf Phoenix

Das Kind, der Tod und die Wahrheit – Das Rätsel um den Palästinenserjungen Mohammed Al-Durah
Dokumentation von Esther Schapira und Georg M. Hafner.
Das Bild ging um die Welt: Ein Vater kauert hinter einem Betonfass, schützend den Arm um seinen kleinen Sohn gelegt. Er versucht, sich und sein Kind zu retten. Die tragische Szene wird gefilmt von einem Kameramann des französischen Fernsehkanals France 2. Weltweit ist zu sehen, wie Mohammed Al-Durah, der zwölfjährige Palästinenserjunge, an der Netzarimkreuzung in Gaza in den Armen seines Vaters stirbt, Opfer eines mörderischen Schusswechsels zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Aber stimmt die Geschichte? Oder sind die westlichen Medien Opfer palästinensischer Propaganda geworden?
Erste Zweifel an der schlichten Wahrheit formulierte die ARD-Dokumentation „Drei Kugeln und ein totes Kind – Wer erschoss Mohammed Al-Durah?“(2002). Die akribische Recherche zeigte damals, dass nahezu ausgeschlossen ist, dass israelische Soldaten das Kind am 30. September 2000 erschossen. Was damals noch für heftige Angriffe gegen die ARD sorgte, ist mittlerweile allgemein akzeptiert. Demnach wären Palästinenser verantwortlich für den Tod des kleinen Jungen. Doch vielleicht ist die wahre Geschichte noch viel unglaublicher: Wurde Mohammed Al-Durah überhaupt erschossen? Die Zweifel jedenfalls an der Authentizität der Szene sind so schwerwiegend, dass kürzlich ein Gericht in Paris urteilte, es sei zulässig, von einer Fälschung zu sprechen. Sollten also tatsächlich jene Recht behalten, die seit Jahren behaupten, dass es sich um eine reine Propagandainszenierung handele, dann wäre dies einer der größten Medienskandale – mit ungeheuerlichen Folgen.

Mittwoch, 1. April: 21:00 – 22:00 Uhr auf 3sat

„Das bin ich wirklich, böse, besoffen, aber gescheit – Joseph Roth im Porträt
Film von Karl Pridun.

Joseph Roth wird am 2. September 1894 in Brody (heutige Ukraine) geboren, einer Kleinstadt, die damals zur Donaumonarchie gehört. Nach einem kriegsbedingt nicht vollendeten Studium der Germanistik und Philosophie wird er nach Kriegsende Journalist, zuerst in Wien, ab 1920 in Berlin, wo er unter anderem für die neue Berliner Zeitung und später auch für die Frankfurter Zeitung arbeitet. Im Lauf der 1920er Jahre wird Roth zum bestbezahlten Journalisten Deutschlands. In dieser Zeit entstehen seine ersten Romane und Erzählungen, in denen Roth sich auch mit der aufkommenden NS-Ideologie auseinander setzt, darunter „Spinnennetz“ (1923). In „Der stumme Prophet“ (1929) stellt er den Stalinismus an den Pranger. 1928 erkrankt Roths Frau Friederike an Schizophrenie. Der Schriftsteller stürzt in eine psychische Krise, gerät in finanzielle Schwierigkeiten und verfällt dem Alkohol. Zu dieser Zeit vollzieht sich auch in seinem Schaffen eine deutliche Wende. 1933 muss Roth Deutschland verlassen und zieht nach Paris, wo ein Großteil seines Romanwerkes entsteht und wo er am 27. Mai 1939 stirbt.