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September 2011
Donnerstag, 8. September: 23:05 – 23:30 Uhr auf hr2
ARD-Radiofestival. Das Gespräch: Thomas Lehr befragt von Silke Behl
„Ich schreibe nicht für Leute, die beim Lesen bügeln wollen“, sagt Thomas Lehr. Und das ginge auch nicht, denn seine Bücher sind anspruchsvoll. Sie zeigen, was Literatur vermag und wie sie unsere Wahrnehmung schärft. Zuletzt legte Thomas Lehr seinen epochalen Roman „September – Fata Morgana“ vor. Wie kein anderer Autor nimmt er hier die Vor- und Nachgeschichte des 11. September 2001 in den Blick. Kritiker und politische Beobachter feierten das Buch als Sensation, als weit und breit bestes Buch zu 9/11, als eine der tiefsinnigsten Auseinandersetzungen mit den Veränderungen, die die Anschläge auf das World Trade Center auslösten. Thomas Lehr erzählt im Gespräch über Literatur und Wirklichkeit, über Poesie und das Banale in der Sprache – und über das neue Interesse an politischen Themen.
Donnerstag, 15. September: 22.00 – 23:00 Uhr auf MDR Kultur
Fritz J. Raddatz liest: Tagebücher 1982 – 2001
Von Fritz J. Raddatz.
In den frühen fünfziger Jahren wurde er, mit nur 22 Jahren, Cheflektor des Ost-Berliner Verlages „Volk & Welt“, 1956 gehörte er zu der als Petöfi-Kreis bekanntgewordenen kritischen Gesprächsrunde unter dem Patronat von Johannes R. Becher. Später, nach seiner sogenannten „Republikflucht“, avancierte Fritz J. Raddatz zu den großen Feuilletonisten und Literaturkritikern der Bundesrepublik: Er war stellvertretender Leiter des Rowohlt-Verlages und Feuilleton-Chef der „Zeit“. Seit 1969 ist er Vorsitzender der Tucholsky-Stiftung. Immer wieder hat der Autor mehrerer Romane und eines umfangreichen biografisch-essayistischen Werks dem deutschen Literaturbetrieb wichtige Impulse gegeben und heftige Debatten ausgelöst. Mit seinen im vergangenen Jahr veröffentlichten Tagebüchern der Jahre 1982 bis 2001 zeigt er sich als widersprüchlicher Intellektueller: anziehend durch seinen Witz, distanzierend durch seinen Eigensinn, geistreich, gebildet, streitbar und umstritten.
Sonntag, 18. September: 12:05 – 12:55 Uhr auf hr2
Kulturszene Hessen: Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch
Aufnahme aus dem Literaturhaus in Frankfurt vom 13.09.2011.
Mit der freien Literaturkritikerin Ina Hartwig, dem hr2-Literaturchef Alf Mentzer und F.A.Z.-Redakteur Hubert Spiegel. Zu Gast ist der Schriftsteller und Literaturprofessor Josef Haslinger.
Montag, 19. September: 12.05 – 13:00 Uhr auf hr2 (Wh. um 23:05 Uhr)
Doppel-Kopf: Zum 100. Geburtstag von William Golding – Am Tisch mit Ulrich Broich, „Fliegen-Forscher“
Gastgeberin: Sylvia Schwab.
Heute vor 100 Jahren wurde William Golding geboren, Autor des weltberühmten Romans „Lord of the Flies“ (1954). Viel weiß man als durchschnittlicher Bildungsbürger nicht über diesen Schriftsteller, der elf Romane geschrieben hat, Essays, Gedichte und Bühnenstücke, Reisebeschreibungen und Tagebücher. Warum kennen die meisten Leser nur den „Herrn der Fliegen“ und nicht das übrige Werk des Literaturnobelpreisträgers des Jahres 1983? Was ist das Besondere an seinem Erfolgsroman, der zum Klassiker und zur Schullektüre avancierte? Und wie modern ist das Werk dieses literarischen „Re-Aktionärs“ und Pessimisten, der den Dritten Weltkrieg heraufbeschwor, sich zugleich aber auf die griechische Tragödie bezog? Der Münchner Anglist Prof. Ulrich Broich hat über William Golding geforscht und stellt den Schriftsteller und sein Werk vor – im Gespräch mit Sylvia Schwab.
Dienstag, 20. Septeimber: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 20:15 – 20:30 Uhr auf NDR Info
Zeitzeichen. 20.9.1946: Das erste Internationale Filmfestival in Cannes beginnt
Sendung von Andrea Klasen
Wenn überdimensional große Yachten in Cannes vor Anker liegen, langbeinige Schönheiten mit sehr dunklen Brillen auf der Croisette flanieren und weniger Wichtige um die Aufmerksamkeit der Kameras buhlen, dann befindet sich die Stadt an der Côte d´Azur im Filmfestivalfieber. Der damalige französische Bildungs- und Kulturminister Jean Zay war der Initiator des Festivals – es war seine französische Antwort auf die Filmfestspiele in Venedig. Schnell wurde das Filmfest in Cannes zu einem der bedeutendsten Wettbewerbe der Branche. Der wichtigste Preis ist die Goldene Palme für den besten Film. Alle großen Kinostars suchten und suchen den Glanz des roten Teppichs von Cannes: Sophia Loren, Grace Kelly, Brigitte Bardot, Cary Grant, Francois Truffaut oder Romy Schneider. In diesem Jahr fand das Festival zum 65. Mal statt.
Donnerstag, 22. September: 8:30 – 8:58 Uhr auf SWR2
Weißrussland unter Lukaschenko – Junge Oppositionelle zwischen Widerstand und Exil
Sendung von Gisela Erbslöh.
Niemals würden sie ihre Heimat Weißrussland im Stich lassen, dachten Natascha, Julia und Pawel vor zwölf Jahren. Damals waren sie Studenten und angehende Journalisten, glühende Verteidiger eines freien, unabhängigen, selbstbewussten Weißrussland – und entschiedene Gegner des Präsidenten Lukaschenko, der die Wiederkehr des Sowjetimperiums beschwor. Die jungen Oppositionellen organisierten Demonstrationen und politische Aufklärung; sie wurden bespitzelt, vom Studium ausgeschlossen und manchmal eingesperrt. Und wie geht es ihnen heute, nachdem Lukaschenko im Dezember 2010 so viele von ihnen zusammenschlagen und inhaftieren ließ? Haben die engagierten Kämpfer für ein neues Weißrussland den Widerstand durchgehalten? Sehen sie noch Chancen auf Veränderung – oder mussten sie ihr Land doch verlassen?
Donnerstag, 22. September: 8:40 – 9:00 Uhr auf hr2
Wissenswert: Jeder stirbt für sich allein – die wahre Geschichte hinter Hans Falladas Roman
Der Schriftsteller Rudolf Ditzen schrieb unter Pseudonym. Hans Fallada nannte er sich in Anlehnung an das Grimmsche Märchen „Die Gänsemagd“, in dem das Zauberpferd Falada nach seinem Tod noch die Wahrheit ausspricht. So klagt Fallada in seinem letzten Roman „Jeder stirbt für sich allein“ aus dem Jahr 1947 die Grausamkeit des Nazi-Regimes an und erzählt von dem Berliner Arbeiterpaar Quangel, das sich zum Widerstand gegen das übermächtige System entschließt. Der Aufbau-Verlag hat das Buch in diesem Frühjahr neu herausgegeben, es wurden bereits 100.000 Exemplare verkauft. Wie kam Hans Fallada an diese Geschichte, die auf dem wahren Schicksal der Eheleute Hampel beruht? Und wie arbeitete er die authentischen Fakten in literarische Fiktion um? Eine spannende Spurensuche!
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