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Montag, 7. November: 12:05 – 12:55 Uhr auf hr2 (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Bahman Nirumand – „Exil-Iraner“
Gastgeber: Jochanan Shelliem.
Bahman Nirumand wuchs auf in einem Persien wie aus Tausend und einer Nacht. Sein Vater war Berater des Schah und Direktor des Hofgefängnisses. Der junge Bahman legte sich mit dem Schuldirektor an und wurde nach Deutschland ins Internat geschickt. Im grauen Stuttgart der frühen Fünfziger lernte er die Fremde kennen, begeisterte sich für Goethe und Kirchenmusik im Allgäu, er boxte sich durch im Internat und lernte den kompletten „Faust“ auswendig. Sein erstes Buch machte ihn mit einem Schlag berühmt: „Persien – Modell eines Entwicklungslandes“. Seine Anklage gegen die Diktatur in seiner Heimat wurde zum Fanal der Anti-Schah-Proteste. Heute gilt er als einer der besten Kenner des Iran, Nirumand schreibt für internationale Zeitungen wie die „Zeit“ und die FAZ, und er erzählt von dem Umfeld des SDS. Viele, wie Rudi Dutschke, Hans Magnus Enzensberger, Peter Schneider, und Ulrike Meinhoff hat er gekannt. Im Gespräch mit Jochanan Shelliem berichtet Bahman Nirumand unter anderem von seiner Zeit im schwäbischen Internat, von seiner Einsamkeit in Deutschland und den Zeitenwenden dieser Republik.

Dienstag, 8. November: 10:05 – 10:30 Uhr auf SWR 2

Im Exil – Die iranische Frauenrechtlerin Mansoureh Shojaee
Sendung von Renate Eichmeier.
Wer sich im Iran für die Rechte von Frauen einsetzt, lebt gefährlich. Das hat die Journalistin Mansoureh Shojaee am eigenen Leib erfahren. Jahrelang war sie in der Frauenrechtsbewegung aktiv. Das iranische Regime steckte sie dafür drei Mal ins Gefängnis. 2010 sah sie sich gezwungen, den Iran zu verlassen. Heute lebt sie im Exil in Nürnberg. Nichts wünscht sie sich mehr, als in den Iran zurückzukehren, zu den Menschen, die sie liebt. Aber momentan ist unklar, wie das Regime im Iran auf ihre Rückkehr reagieren würde.

Dienstag, 8. November: 12:05 – 12:55 Uhr auf hr2 (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Werner Reinke – „Radio-Stimme“
Gastgeber: Niels Kaiser.
Seit genau 40 Jahren macht er Radio für den Hessischen Rundfunk. Für viele Hörer-Generationen war er „die Stimme“, wenn’s um internationale Popmusik ging. 777 mal moderierte er die Hitparade International. Dabei ist Werner Reinke eigentlich gebürtiges Nordlicht und hat ursprünglich einmal Holzimportkaufmann gelernt. Angefangen hat er als Nachrichtensprecher bei Radio Bremen. In diesem Jahr ist er ins offizielle Rentenalter eingetreten, aber auch damit ist der Fan des Einschaltradios nicht zu bremsen. Immer noch moderiert er am Donnerstagabend und am Samstagvormittag seine eigenen Musiksendungen in hr1. Heute erklingt seine „Radio-Stimme“ einmal in hr2-kultur, wenn er mit Gastgeber Niels Kaiser über mehr als 40 Jahre Radioarbeit spricht und über sein großes Hobby: die Fliegerei.

Donnerstag, 17. November: 22:00 – 23:00 Uhr auf MDR Figaro

Hörspiel-Hören für 50 Cent? – Medienvertrieb morgen
Podiumsgespräch bei den ARD-Hörspieltagen in Karlsruhe 9. bis 3.11.2011
Hörspiel-Hören via Internet – da hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Kann die Hörspiel-Szene folglich mit dem Status quo zufrieden sein? Nicht ganz. Nicht nur, dass die Schätze aus fünfzig Jahren deutscher Hörspielgeschichte jenseits gelegentlicher Rundfunkausstrahlung für die Hörer weiterhin nicht oder kaum erlangbar bleiben. Die kostenfreie Internet-Verbreitung gelingt bislang nur, weil sie als Nebenbei-Zugabe zur klassischen Ausstrahlung erfolgt. Nur sie refinanziert die kreative Investition der beteiligten Künstler – die Nutzung im Netz selbst trägt (selbst wenn das auf längere Sicht erreichte Publikum größer wäre als die Radio-Hörerschaft) zur Sicherung der Arbeitsmöglichkeiten der "Kreativen" kaum etwas bei. Doch die Bleibe, die der Schutzschirm der öffentlich-rechtlichen Anstalten dem Hörspiel bietet, verliert zusehends an Raum. Was, wenn das Hörspiel seine angestammte wirtschaftliche Basis weiter verliert? Kann das Netz selbst einen Weg finden, den Hörspiel-Hörer an der Erhaltung des Genres zu beteiligen?
Es diskutieren:
- Ulrike Langer (Fachjournalistin digitale Medien, Köln)
- Bernd Schmidt (Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH, Berlin)
- Hermann Bohlen (freier Hörspielautor und -produzent, Berlin)
- Margarete Koch (SWR Media Services, Stuttgart)
Moderation: Jörg Wagner ("Radio Eins Medienmagazin" des RBB, Berlin)

Dienstag, 22. November: 8:40 – 9:00 Uhr auf hr2

All-Age-Romane: Woher kommt der Boom?
Sendung aus der Reihe „Wissenswert“.
Wer gern durch Buchhandlungen streift und die pyramidenförmigen Bücherstapel am Eingang inspiziert, dem sind sie wahrscheinlich schon längst aufgefallen: die dicken Schmöker, die mit mythisch angehauchten Titeln und geheimnisvoll gestalteten Umschlägen werbeträchtig in Szene gesetzt werden. All-Age-Roman oder „Crossover-Literatur“ nennt sich das neue Genre, das Verlagen und Buchhandlungen seit „Harry Potter“ hervorragende Umsätze beschert. Doch was steckt hinter diesem Trend, wer schreibt und verlegt diese Bücher, die häufig als Fantasy- oder History-Roman auftreten? Wer sind die Leser und in welchem Verhältnis steht der All-Age-Roman zu jenen Klassikern, die schon immer von Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam gelesen wurden? Autoren und Verleger, Journalisten und Leser beobachten das Phänomen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.