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Samstag, 4. Juni: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 19:05 – 19:20 Uhr auf NDR Info

Zeitzeichen: 4.6.1961: Die ARD strahlt erstmals die „Sportschau“ aus
Sendung von Ulli Schäfer.
Die Sportschau ist legendär, ein TV-Mythos, die Mutter aller Sportsendungen im deutschen Fernsehen. Vor 50 Jahren war die Premiere. „Mister Sportschau“ Ernst Huberty moderiertedie Sendung, damals noch an einem Sonntag und ganz ohne Fußball. Erst mit Gründung der Fußball-Bundesliga 1963 und dem neuen Sendetermin am Sonnabend wurde die Sportschau Kult.
„Sportschau“-Zeit war jahrzehntelang heilige Zeit. Mehr als zehn Millionen Zuschauer saßen regelmäßig gebannt vor dem Fernseher. 1971 sahen sie zum ersten Mal das legendäre „Tor desMonats“, 1982 begrüßte sie zum ersten Mal Heribert Fassbender mit seinem berühmten „´n Abend allerseits“. Der große Einschnitt erfolgte 1992. Die Fußball-Bundesliga verschwand aus der Sportschau. Es gab keine Erstverwertung mehr im Ersten. Der Preis für die Rechte war zu hoch. Der private Sender SAT 1 machte den Fußball zur Show. 2003 kam die Fußball-Bundesliga schließlich zurück ins Erste. Heute präsentiert sich die gute alte Sportschau im modernen Gewand und mit neuester Technik, aber weiter sachlich und informativ.

Montag, 6. Juni: 0:05 – 1:00 Uhr (Nacht von Mo. auf Di.) auf Deutschlandradio Kultur

Neue Musik: „Was ich nicht rezensiere, das hat nicht stattgefunden“ – Vom Verschwinden Neuer Musik aus dem öffentlichen Diskurs
Feature von Gisela Nauck.
Musikjournalismus und Musikkritik, besonders wenn es um Neue Musik geht, haben eine wichtige Funktion: Sie vermitteln auf schnellem Weg erste Kenntnisse und Kriterien des zeitgenössischen Musikschaffens. In den Massenmedien droht diese entscheidende Vermittlungsfunktion zu erodieren. Aus der Perspektive von Musikkritikern, Redaktionsleitern, Chefredakteuren, Verlegern, Komponisten und Musikwissenschaftlern zeigt die Autorin in dieser Sendung Ursachen auf und benennt die kulturellen Verluste, die aus dieser Entwicklung resultieren.

Donnerstag, 9. Juni: 12:05 – 13:00 auf hr2-kultur (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Hauke Hückstädt, „Literaturhäusler“Gastgeberin: Hanne Kulessa
Vor einem Jahr kam Hauke Hückstädt, der in Göttingen zehn Jahre Geschäftsführer und Programmleiter des Literarischen Zentrums war, nach Frankfurt am Main, um die Leitung des Literaturhauses zu übernehmen. Hauke Hückstädt, Autor, Literaturkritiker, Übersetzer, Herausgeber, wurde 1969 in Schwedt/Oder geboren, siedelte 1984 mit den Eltern aus der DDR in die BRD über, lebte in Hannover, lernte das Handwerk des Tischlers und studierte anschließend Germanistik und Geschichte. In diesem Jahr kann das Frankfurter Literaturhaus sein zwanzigjähriges Bestehen feiern, Hauke Hückstädt kann auf ein Jahr Leben und Arbeiten in Frankfurt zurückschauen. Einige bewährte Programmschwerpunkte wie „Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch“ oder die Reihe „Streitfall – Autoren in der Kontroverse“ hat Hauke Hückstädt von seiner Vorgängerin Maria Gazzetti übernommen, neue Reihen und Themenschwerpunkte sind hinzugekommen. Im „Doppel-Kopf“ von hr2-kultur mit Hanne Kulessa  als Gastgeberin wirft Hauke Hückstädt einen Blick zurück und einen Blick nach vorn auf die Zukunft des Literaturhauses und auf die Literaturstadt Frankfurt.

Sonntag, 12. Juni: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 19:05 – 19:20 Uhr auf NDR Info

Zeitzeichen: 12.6.1936: Der Todestag des Wiener Satirikers Karl Kraus
Sendung von Hans Conrad Zander.
In der Zeit, als Kaiser Franz Joseph über Österreich herrschte und Sigmund Freud über Europas Seele, gab es mitten in Wien einen, der vor nichts und niemand Respekt hatte: Karl Kraus. In der Zeitschrift „Die Fackel“, die Kraus ganz allein mit Satiren füllte, musste etwa Freud lesen: „Psychoanalyse ist die Krankheit, für deren Therapie sie sich hält.“ Die jüdische Kaufmannsfamilie, aus der Karl Kraus als neuntes Kind hervorgegangen war, erfuhr über sich in der „Fackel“: „Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.“ Als dann im Jahr 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, bekamen die Kriegsherren in Wien und Berlin in der „Fackel“ zu lesen, Krieg sei „ein Gottesfrevel“ und dieser Krieg, der moderne Krieg, sei eine „Maschinenbestie.“ Am 12. Juni 1936 ist Karl Kraus in Wien gestorben. Jenen, die mehr über ihn wissen wollten, pflegte er zu antworten: „In mein Privatleben mische ich mich nicht ein“.

Dienstag, 14. Juni: 12:05 – 13:00 Uhr auf hr2-kultur (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Tom Buhrow, „Anchor-Mann“
Gastgeberin: Ulrike Knapp.
Tom Buhrow, der Mann mit dem Schalk in den Augen, ist geborener Rheinländer und sprüht vor Lebensfreude. 1958 in Troisdorf geboren, wächst er in Siegburg auf und geht im Alter von 16 Jahren für zwei Jahre als Austauschschüler in die USA. Da er sich schon früh für Geschichte und Politik interessiert, gern schreibt, reist und weltoffen ist, beschließt er, Journalist zu werden. Nach dem Studium in Bonn macht er ein Volontariat beim WDR und arbeitet zunächst als Nachrichtenredakteur und Moderator. Sein Ziel, Auslandskorrespondent zu werden, gelingt ihm 1993: Er berichtet für die ARD aus den USA, später auch aus Paris. Seit dem 1. September 2006 präsentiert Tom Buhrow die „Tagesthemen“. Im „Doppel-Kopf“ mit Ulrike Knapp als Gastgeberin  erzählt er voller Lebensfreude  von seiner Leidenschaft für  Amerika und wie ihn das Leben dort geprägt hat, von seinen ersten Schreibversuchen beim Bonner Generalanzeiger, von seiner Zeit in den Vereinigten Staaten und in Paris, von seinen Vorlieben und Schwächen und wie er zu dem geworden ist, was ihn heute ausmacht.

Donnerstag, 16. Juni: 12:05 – 13:00 Uhr auf hr2-kultur (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Giovanni di Lorenzo, „Schöngeist“
Gastgeber: Conrad Lay.
Von seinem Hochbett im Kinderzimmer hatte er einen weiten Blick: Die Straße in Rimini stieß direkt auf den Strand, und so schaute er vom Bett aus hinaus auf das Meer, stundenlang, und konnte sich nicht satt sehen. Die Rede ist von dem heutigen Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, Giovanni Di Lorenzo. Bis zu seinem 11. Lebensjahr lebte er in Italien und erlebte noch das Rimini, das in den Filmen Fellinis der Nachwelt erhalten ist. Die italienische Mehrgenerationen-Großfamilie, an die er sich heute mit Wehmut erinnert, hat ihm viel mitgegeben für die Mehrgenerationen-Redaktion, der er heute in Hamburg vorsteht. Im Gespräch mit Conrad Lay berichtet er, wie er in dem fremden Land, das Deutschland für ihn war, ankam und wie er sich fühlte, als ein Lehrer über den frisch gebackenen Schulsprecher meinte: „Di Lorenzo, den Ithaker, sollte man aufhängen.“

Freitag, 17. Juni: 12:05 – 13:00 Uhr auf hr2-kultur (Wh. um 23:05 Uhr)

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Barbara Klemm, „Augenfrau“
Gastgeberin: Michaela Wunderle.
Beinahe täglich waren ihre Bilder in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu sehen. Jahrzehntelang gestaltete die Fotografin Barbara Klemm diese Zeitung mit ihrem charakteristischen Blick auf die Welt. Als Bildjournalistin bereiste sie fast alle Kontinente. Gleichwohl galt ihr besonderes Interesse dem Leben in Deutschland, im Westen wie im Osten. Viele Ihrer Aufnahmen gelten als Dokumente der Zeitgeschichte, die, vielfach reproduziert, das kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik prägten. Ob Momentaufnahme oder Künstlerporträt, Barbara Klemms Aufnahmen erzählen stets Geschichten. Und immer wieder überraschen sie durch ihre Komposition, den kunstvollen Bildaufbau. Für ihre künstlerische Leistung als Dokumentaristin und Porträtistin wurde Barbara Klemm vielfach gewürdigt, zuletzt – als erste Fotografin – mit dem Frankfurter Max-Beckmann-Preis. Beim „Doppel-Kopf“ von hr2-kultur mit Michaela Wunderle als Gastgeberin spricht sie über ihr Werk und ihr Leben.

Sonntag, 26. Juni: 8:40 – 9:00 Uhr auf NDR Kultur

Glaubenssachen: Heilige Orte – Unterwegs zu Pilgerstätten der Mediengesellschaft
Sendung von Albrecht Steinecke.
Die traditionellen religiösen Pilgerstätten bekommen immer mehr Konkurrenz: An den modernen Kultorten gilt die Verehrung der Besucher Medienstars und Markenprodukten.
Bislang ist die Faszination der Grotte von Massabielle im französischen Lourdes ungebrochen: Jedes Jahr kommen mehr als fünf Millionen Gläubige, um dort von ihren Krankheiten geheilt zu werden und ihr Seelenheil zu finden. Doch was bislang ein Privileg der Weltreligionen war, Schauplätze ungewöhnlicher Ereignisse zu „heiligen Orten“ zu erklären, wird mit der zunehmenden Säkularisierung der westlichen Gesellschaften nun auch Journalisten, Filmregisseuren und Unternehmen zugestanden: Schauplätze ungewöhnlicher Begebenheiten zu „heilige Orten“ zu erklären.
Die Verehrung der Besucher gilt dort nicht mehr Göttern und Heiligen, sondern Prominenten und Schauspielern. In der Mediengesellschaft der Gegenwart hat jeder Ort eine Chance, zu einer neuen Kultstätte zu werden – er muss nur in das Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten und die Ereignisse, die dort stattgefunden haben, müssen das Publikum emotional tief berühren. Und so pilgern die Massen nicht mehr nur nach Lourdes, sondern auch zum „Imagine“-Mosaik im New Yorker Central Park, das an den Mordanschlag auf die Pop-Legende John Lennon erinnert, zum „Rathaus-Café“ in Bad Münstereifel, das von Schlagerstar Heino betrieben wird und zu den sogenannten Markenerlebniswelten der Konsumgüterindustrie.