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Sonntag, 31. Januar: 11:05 – 12:00 Uhr auf MDR Figaro

Sondersendung: Verleihung des Axel-Eggebrechts-Preises 2010 an das Autoren-Duo Richard Goll und Alfred Treiber
Aufzeichnung vom Donnerstag, den 28. Januar 2010, 19.30 Uhr aus dem Campus der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig am Poetenweg.
Der von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig aller zwei Jahre ausgeschriebene Axel-Eggebrecht-Preis wird für das Jahr 2010 vergeben. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt das Lebenswerk von Autorinnen oder Autoren, die mit ihren Arbeiten die Gattung „Feature“ ideenreich und stetig erweitert haben.
Die Leipziger Ehrung würdigt diesmal und zu gleichen Teilen das Lebenswerk des in Wien tätigen Autorengespanns Richard Goll und Alfred Treiber, das sich in einmaliger Weise um die Einführung, die Durchsetzung und die Entwicklung dieser „Königsform des Radios“, um das Feature im österreichischen Rundfunk verdient gemacht hat. Beide revolutionierten Anfang 1970 das traditionelle österreichische „Professorenradio“, nutzten die neuartigen stereophonen Möglichkeiten und gaben der Alltagswelt der einfachen Leute, dem „Volk da draußen im Rundfunk da drinnen“ eine Stimme. Frisch, unprätentiös, journalistisch genau, witzig. Sie jagten mit ihren Stereo-Mikrophonen tabufrei durch Wien und kreierten eine Sendeform, die Publikum und Kritikern spannender als jeder Krimi erschien: das Feature. Mehr als 100 Features weist das Werkverzeichnis von Richard Goll und Alfred Treiber aus. Sie wurden national und international ausgezeichnet, gründeten im ORF die Feature-Redaktion und begannen alsbald, überall in Österreich potentielle Mitstreiter zu rekrutieren und auszubilden. Heute, nach 30 Jahren Programmarbeit, zählen die Features zu den Flaggschiffen des Kultursenders Österreich 1.Der „Axel Eggebrecht Preis 2010“ geht damit an ein Duo mit doppelter Leistung. An zwei journalistische Radiokünstler mit einem außergewöhnlichen Oeuvre, aber auch an ein strategisch denkendes Gespann, das früh erkannt hat, dass dieses sprühend lebendige Feature nur dann dauerhaft in Rundfunkhäusern erfolgreich sein kann, wenn es institutionell und personell einflussreich und kraftvoll verankert wird.

Freitag, 29. Januar: 0:05 – 1:00 Uhr (Nacht von Fr. auf Sa.) auf Deutschlandfunk

Mitternachtskrimi: Terrorspiele
Von Andreas von Westphalen und Fabian von Freier.
Terror in der Landeshauptstadt. Bei einem Anschlag sterben 81 Menschen, 156 werden zum Teil schwer verletzt. Es folgen massive Verschärfungen der Gesetze zur inneren Sicherheit, und auch außenpolitisch ist eine härtere Gangart zu verzeichnen. Die Medien stehen geschlossen hinter der kompromisslosen Politik der Regierung. Michael Bader, ein junger Journalist, recherchiert im Umfeld der Anschläge. Immer tiefer dringt er in die Materie ein, immer besser durchschaut er die Fassaden der allgemeinen Hysterie, bis schließlich sein eigenes Leben aus den Fugen gerät.

Dienstag, 19. Januar: 12:05 – 13:00 Uhr (Wh. um 23:05 Uhr) hr-2

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Roger Willemsen, „Selbst-Erfinder“
Gastgeberin: Kathrin Fischer
Er beschreibt sich selbst als Enthusiasten, als Flaneur und Schwadroneur – Roger Willemsen, der mediale Tausendsassa Deutschlands. Wie kam es, dass der Sohn einer Kunsthistorikers in Literaturwissenschaft promovierte, dann aber seinen Studenten auf einem Stuhl stehend erklärte, dass er keine akademische Karriere anstrebe? Wieso ist jemand, der in jeder Talkshow sitzt, am liebsten unsichtbar und verschmilzt mit denen, die er beschreibt? Über sein Leben und wie es das wurde, was es ist, spricht Roger Willemsen in Dieser Doppel-Kopf-Sendung mit Kathrin Fischer als Gastgeberin.

Freitag, 15. Januar: 12:05 – 13:00 Uhr (Wh. um 23:05 Uhr) auf hr-2

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Hanno Rauterberg, „Architektur-Kritiker“
Gastgeber: Manfred E. Schuchmann
Hanno Rauterberg ist Kunsthistoriker, und er hat außerdem an der Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule studiert. Seit 1998 schreibt er für das Feuilleton der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ und ist mittlerweile einer der führenden Architekturkritiker in Deutschland. Er hat sie alle getroffen, die Großen und die Namhaften der Baukunst unserer Gegenwart, von Oscar Niemeyer bis zu Frank O. Gehry, von Peter Zumthor bis zu Zaha Hadid, von Günter Benisch bis zu Peter Eisenman. Er hat sie interviewt, und er hat ihre Bauwerke beschrieben und kritisch betrachtet. Mitunter so kritisch, dass Unruhe in der Architektenzunft herrschte. Ein großer Aufsatz Rauterbergs aus dem Jahr 2009 hat für besonderes Furore gesorgt: „Baut auf den Prinzen“, ein Plädoyer für das Engagement von Prinz Charles wider die vielen Bausünden in unseren Städten.

Samstag, 9. Januar: 17:05 – 17:50 Uhr auf SWR2

Zeitgenossen: Dilek Zaptcioglu, Schriftstellerin und Journalistin: Im Gespräch mit Dietrich Brants.
Östlich-westlich. Religiös-säkular. Islamisch-konservativ und aufgeklärt-weltlich. „Das Kreuz mit den Werten” beschäftigt Dilek Zaptcioglu. „Türken und Deutsche: Nachdenken über eine Freundschaft”, wie eines ihrer Bücher heißt. Und: „Das Problem, mehrere Menschen zu sein”, das sie in ihrem Roman „Der Mond isst die Sterne auf” thematisiert. Geht es dabei wirklich um die Frage der Identität? Dilek Zaptcioglu wuchs in Istanbul auf, kam mit zwölf Jahren nach Hamburg, studierte Geschichtswissenschaften, arbeitete als Deutschland-Korrespondentin für türkische Zeitungen. Und ging zurück nach Istanbul. Wo sie heute lebt – in genau dem Spannungsfeld, das sie in ihren Büchern beschreibt. Was heißt „Moderne”? Dieser Frage geht Dilek Zaptcioglu mit dem unsentimentalen Blick einer Sozialwissenschaftlerin nach. Und erzählt eine Antwort am Beispiel ihres eigenen Lebens.

Samstag, 9. Januar: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 19:05 – 19:20 Uhr auf NDR Info

Zeitzeichen: Der Geburtstag von Kurt Tucholsky (9.1.1890)
Sendung von Almut Finck
Klein und dicklich, ein ausgeprägtes Doppelkinn, fleischige Hamsterbacken. Außer den ungeheuer wachen, tiefdunklen Augen deutet nichts darauf hin, dass sich hinter den schlaffen Gesichtszügen Kurt Tucholskys eine der schärfsten Zungen der Weimarer Republik verbirgt. Unter Pseudonymen wie Theobald Tiger oder Peter Panter veröffentlicht der Berliner Journalist und Schriftsteller gesellschaftskritische Satiren und bitterböse Polemiken, er schreibt für Theater und Kabarett, für das berühmte Wochenblatt „Die Weltbühne“.
Als kritischer Zeitgeist, Sozialdemokrat, Pazifist und Antimilitarist, erkennt er schon früh die Gefahr, die von den Nazis ausgeht. Als 1933 seine Bücher verbrannt werden, befindet sich Tucholsky, getaufter Jude, längst im schwedischen Exil. Schwer krank, stirbt er 1935 an einer Überdosis Schlaftabletten. Selbstmord oder tragisches Versehen? Das ist bis heute nicht geklärt.