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Mittwoch, 3. August: 23:05 – 24:00 Uhr auf hr2

Das Gespräch: Dieter Hildebrandt befragt von Gabi Gillen.
Seit mehr als 50 Jahren ist Dieter Hildebrandt scharfzüngiger Kommentator der deutschen Zeitgeschichte und moralisches Gewissen der Nation. Als glühender Verfechter von Grundgesetz und Demokratie hat er das politische Kabarett in Deutschland geprägt. Im Gespräch mit Gabriele Gillen spricht Hildebrandt über seine Kindheit im Dritten Reich, über seine Erfahrungen als blutjunger Soldat bei Kriegsende und darüber, wie er spät im Leben noch zum Autor von – sehr erfolgreichen – Büchern geworden ist.

Freitag, 5. August: 12:05 – 12:57 Uhr auf hr2

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Michael Kumpfmüller, „Durstiger“
Gastgeberin: Sylvia Schwab
Mit seinem ersten Roman „Hampels Fluchten“ (2000) löste Michael Kumpfmüller einen begeistert-entrüsteten Wirbelsturm im Wasserglas des deutschen Feuilletons aus. Und seit dem Erscheinen seines zweiten Romans „Durst“ (2003) ist er ein Autor, von dem man sich immer wieder Neues erwarten darf. 1961 in München geboren, arbeitete der promovierte Literaturwissenschaftler als Journalist für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und das FAZ-Magazin, bevor er mit dem Romane-Schreiben begann. Auf den Schelmenroman „Hampels Fluchten“ folgte mit „Durst“ ein beklemmender Bericht über eine asoziale junge Frau, die ihre Kinder im Stich lässt. Mit „Nachricht an alle“ wagte sich der Autor dann auch auf das Gebiet der politischen Literatur. Sein gerade fertiggestellter vierter Roman zeigt, dass Michael Kumpfmüller immer noch für eine Überraschung gut ist: Mit der halb-fiktiven Liebesgeschichte zwischen Franz Kafka und Dora Diamant bewegt er sich behutsam auf dem sensiblen Boden zwischen Literatur und Dokumentation.

Dienstag, 9. August: 12:05 – 12:57 Uhr auf hr2

Doppel-Kopf: Am Tisch mit Lisa Ortgies, „Heimspielerin“
Gastgeberin: Karen Fuhrmann.
Tantramassage, Erziehungsfragen, Schuhkauf, das sind die Themen, die Lisa Ortgies in „frauTV“, dem letzten noch verbliebenen Frauenmagazin, bearbeitet, Frauenmagazin? Die Sendung wird mittlerweile von vielen Männern geguckt, die sich auch für ein gelungenes Miteinander von Frau und Mann interessieren, oder mal unkompliziert ein bisschen mehr aus der Frauenwelt erfahren wollen. Das ist das Thema von Lisa Ortgies, eine „moderne Emanzipation“, die Frau und Mann in den Blick nimmt. Das tut sie in ihrem Buch „Heimspiel“, und das wollte sie auch als Nachfolgerin von Emma-Chefredakteurin Alice Schwarzer tun. Warum das scheiterte und warum sie sich immer noch „Feministin“ nennt, und wie sie ganz persönlich „moderne Emanzipation“ lebt, davon erzählt die Journalistin, Kolumnistin, Moderatorin, Buchautorin und Mutter von zwei Kindern im „Doppel-Kopf“.

Dienstag, 16. August: 0:05 – 1:00 Uhr (Nacht von Di. auf Mi.) auf Deutschlandradio Kultur

Kalter Krieg im Radio
Feature von Marianne Weil.
Im Kalten Krieg beschossen sich die Gegner vor allem mit Worten. Im Kampf um die ideologische Lufthoheit war Berlin nicht nur Objekt des Kalten Krieges, sondern auch eine der großen Bühnen. Hier wurde vom Brotpreis bis zur Anzahl der Wurstsorten einfach allles politisch aufgeladen und ausgeschlachtet. Zwar saßen die Intendanten der ideologischen Auseinandersetzung in Moskau und Washington, aber Aktivisten und Statisten gab es genug vor Ort.
Eine Montage von Tonsplittern aus den Radio-Archiven der Stadt mit den prägnantesten Stimmen, den großen Ereignissen, mit Kabarett und Musik, kommentiert von Egon Bahr, Wolfgang Kohlhaase und anderen Zeugen der Zeit.

Samstag, 20. August: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 19:05 – 19:20 Uhr auf NDR Info

Zeitzeichen: 20.08.1951: Der Geburtstag des Fotografen Bernd Becher
Sendung von Petra Weber.
Zum ersten Mal zur Kamera griff Bernd Becher 1957. Der Grafikstudent wollte den Förderturm der Grube Eisenhardter Tiefbau zeichnen, aber der Abbruch der Anlage ging zu schnell voran. So übernahm der Fotoapparat die Funktion des Zeichenstiftes. Als Bernd Becher dann die gelernte Fotografin Hilla Wobeser kennenlernt und heiratet, entwickeln sich die Bechers zu Archivaren der Industriegeschichte. Sie nehmen gemeinsam Hochöfen, Wassertürme, Getreidesilos und Industrieanlagen auf, sammeln und sortieren die Porträts aus Europa und Amerika. Ein Thema, eine Technik – daraus entwickelt sich eine Tradition.
Die Becher-Schule an der Kunstakademie Düsseldorf bringt besonders viele bekannte Fotografen hervor wie etwa Thomas Ruff oder Candida Höfer. Aber auch der Sohn von Bernd und Hilla Becher, Max Becher, setzt das Handwerk fort – und auch er ist mit einer Fotografin verheiratet und arbeitet mit seiner Frau zusammen.

Samstag, 20. August: 12:05 – 13:00 Uhr auf WDR 3

Kulturfeature: Und plötzlich war ich eine Fremde – Die Fotografin Ré Soupault
Feature von Conny Frühauf.
Als Ré Soupault in den 1990er Jahren als Fotografin entdeckt und berühmt wird, ist sie schon über 90 Jahre alt. An der Seite ihres Mannes Philippe Soupault, dem berühmten französischen Surrealisten, flieht sie nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs über Algier nach Amerika. Ein Leben voller Brüche und Aufbrüche: Die Trennung stürzt die ehemalige Bauhausschülerin in eine tiefe Krise. Nach mehreren dramatischen Versuchen findet das Ehepaar Soupault in Paris wieder zueinander.

Sonntag, 21: August: 22:05 – 24:00 Uhr auf hr2 und auf NDR kultur

Rosebud
Hörspiel von Christoph Schlingensief.
Der ehemalige Bürgerrechtler und Verleger Peter Rosmer und der FDP-Politiker Guido Kroll gründen angesichts der Ödnis der politischen Medienlandschaft in der Berliner Republik die Sonntagszeitung ZAS. Die soll dem proklamierten Ende der Spaßgesellschaft den politischen Spaßjournalismus entgegensetzen. Prompt stürzt ihnen mit der Entführung der Kanzlergattin auch ein geeigneter Aufmacher ins Haus. Blöd nur, dass der ehrgeizige, auf den Pulitzer-Preis versessene Reporter Rolli Koberg den Coup inszeniert hat. Wahrheit muss werden! Und das liberal! Kroll läuft zu echter Raserei auf … „In dem bizarren Lärmen von Schlingensiefs Highspeed-Hörspiel“ erkannte die Jury einen „post-satirischen Realismus, mit dem der Autor seine innovative Hörspielarbeit und seine operativ inszenierte Literatur konsequent fortsetzte“.
Christoph Schlingensief (1960 –2010), zu Lebzeiten oft verkannt als Agent provocateur, folgte mit großem künstlerischen Eigensinn seinen politischen und gesellschaftskritischen Anliegen. Zahlreiche Auszeichnungen. Sein letztes Projekt, das Operndorf Afrika, wird jetzt in Burkina Faso realisiert.
Im Anschluss: Christoph Schlingensiefs Dankesrede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden.


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Programmänderungen sind möglich