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April 2011
Samstag, 2. April: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 19:05 – 19:20 auf NDR Info
ZeitZeichen: Die Tageszeitung „Die Welt“ erscheint zum ersten Mal (2.4.1946)
Sendung von Wolfram Stahl.
„Die Welt“ wurde von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs in Hamburg gegründet. Das in der britischen Besatzungszone erscheinende Blatt sollte Fakten von Kommentaren trennen und in den Leitartikeln gegensätzliche Standpunkte darstellen.
Die Briten nutzten die Zeitung allerdings auch als PR-Organ. Erster amtierender Chefredakteur war der ehemalige KZ-Häftling Rudolf Küstermeier. Weil er die Gängelung und Bevormundung nicht akzeptieren wollte, gab es immer wieder Streit mit der Besatzungsbehörde. Die Tageszeitung wurde zum Preis von 20 Pfennig verkauft. Die Menschen waren „hungrig“ nach Informationen, schnell stieg die Auflage bis auf eine Million Exemplare. Als die Zeitung 1952 verkauft werden sollte, gab es deshalb viele Interessenten. Für zwei Millionen DM erhielt Axel Springer den Zuschlag. Unter dem neuen Besitzer wandelte sich das liberale Blatt zur „großen nationalen Zeitung“, wie sie 1965 offiziell tituliert wurde. Seit 1993 hat die Zentralredaktion ihren Sitz in Berlin.
Montag, 4. April: 8:30 – 8:50 Uhr auf hr2
Wissenswert: Die Macht der Medien(1): Vierte Gewalt? Die Rolle der Journalisten heute
Sie sitzen an der Quelle, beobachten und interviewen, recherchieren und bewerten. Aber sie sind auch die Quelle. Aus ihren Berichten, Reportagen, Interviews und Kommentaren informieren sich ihre Leser, Hörer und Zuschauer. Journalisten haben Verfügungsgewalt über Informationen und damit eine Machtposition, die sie verantwortungsvoll nutzen sollen , ohne sich selbst benutzen zu lassen. Mit welchen Mitteln gelingt ihnen das? Und: Woran können sie scheitern?
Dienstag, 5. April: 8:30 – 8:50 Uhr auf hr2
Wissenswert: Die Macht der Medien (2): BILD – die ungebrochene Meinungsmacht
Sie hat die Macht, zu vernichten und aus einem Niemand einen Star zu machen. Grenzenlose Lobhudelei und brachiale Demütigung liegen bei der BILD-Zeitung täglich eng beieinander. Seit Jahrzehnten bestimmt die BILD die Meinung in Deutschland. Hat sich die journalistische Arbeit der Boulevard-Zeitung gewandelt? Hat sie einen Machtverlust durch das Internet hinnehmen müssen? Oder besitzt BILD nach wie vor die Lufthoheit über den Stammtischen und hat an Meinungsmacht keinesfalls eingebüßt?
Mittwoch, 6. April: 8:30 – 8:50 Uhr auf hr2
Wissenswert: Die Macht der Medien (3): Freunde sind Geld – die Strategien hinter den Sozialen Netzwerken
Je mehr Mitglieder ein Netzwerk wie Facebook, StayFriends oder StudiVZ hat, desto attraktiver ist es für den Benutzer und desto wertvoller für das Unternehmen. Denn die Online-Netzwerke finanzieren sich hauptsächlich durch Werbung. StudiVZ ist die größte Online-Community für Studenten im deutschsprachigen Raum und zählt derzeit über sechs Millionen registrierte Mitglieder. Facebook gibt an, dass weltweit über 400 Millionen Menschen die Plattform aktiv nutzen. Der Erfolg dieser Unternehmen entwickelt sich nicht von allein, es wird professionell nachgeholfen. Jedes Mitglied soll ständig „Freunde“ finden – neue Kontakte und persönliche Daten sind Geld wert! Mit welchen Strategien gehen die Macher dieser Netzwerke vor, und wie wird Geld damit gemacht? Welche Informationen haben die Konzerne über uns, und was werden sie in Zukunft über uns wissen?
Donnerstag, 7. April: 8:30 – 8:50 Uhr auf hr2
Wissenswert: Die Macht der Medien (4) Medien- und Kommunikationsberater – Machtmenschen im Hintergrund
Sie verfügen über beste Kontakte in die höchsten Journalistenkreise. Sie wissen, wen man wie auf welches Thema ansetzt. Sie umgarnen und drohen. Sie platzieren die Themen ihrer Kunden, ob aus Wirtschaft oder Politik. Zahlreiche Medien- und Kommunikationsberater tummeln sich in der Republik und beeinflussen die Berichterstattung. Sind sie wirklich so harmlos, wie sich selbst oft beschreiben? Oder wird die Medienmaschinerie gerade auch durch ihre Einflussnahme in bestimmte Richtungen gelenkt?
Freitag, 8. April: 8:30 – 8:50 Uhr auf hr2
Wissenswert: Die Macht der Medien (5): Die Leitmedien der Zukunft – kommt ein Machtwechsel?
Bild-Zeitung, Tagesschau oder FAZ – sie gehören zu den Leitmedien der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Aber wie lange noch? In jüngster Zeit tobt ein Kampf um Aufmerksamkeit, Einfluss und Geld auf dem Medienmarkt. Wer wird überleben und wer wird auf der Strecke bleiben? Können öffentlich-rechtliche Sender und Zeitungen sich auch bei den jüngeren Lesern, Hörern und Zuschauern halten? Retten die Online-Ableger die Traditionsmedien in die Zukunft? Oder machen die „User“ ihre Medien demnächst komplett selbst?
Donnerstag, 21. April: 12:05 – 13:00 Uhr auf hr2 (Wh. um 23:05 Uhr)
Doppel-Kopf: Am Tisch mit Ronald Reng, „Enke-Biograph“
Gastgeberin: Andrea Seeger
Wie kann jemand, der vermeintlich alles hat, was man zum Glücklichsein braucht, seinem Leben ein Ende bereiten? Robert Enke, Torwart von Erstligist Hannover 96 und der Fußball-Nationalmannschaft, litt an Depressionen. Er hat alles getan, was er tun konnte, um gesund zu werden und doch hat er sich im November 2009 vor den Zug geworfen, weil er mit seiner schweren Krankheit nicht mehr weiterleben konnte. Damit hat der Fußballer eine bundesweite Diskussion über Depressionen angestoßen. Sein Freund, der Sportreporter Roland Reng, hat in Zusammenarbeit mit Enkes Witwe Teresa eine Biografie über den Ausnahmesportler geschrieben. Es vergehe auch heute kein Tag, an dem er nicht an ihn denke, sagt Reng in der Sendung „Doppel-Kopf“.
Freitag, 22. April: 12:05 – 13:00 Uhr auf hr2
Kulturszene Hessen: Kunst und Leben – Herlinde Koelbl und Thomas Hettche
Auf welche Weise bestimmt eine Kunst die Biografie eines Künstlers? Der Schriftsteller und Essayist Thomas Hettche spricht für das Literaturhaus mit Kulturschaffenden über den Raum, den sie ihrer Gabe einräumen, über das oftmals höchst fragile Arrangement zwischen Leben und Werk. Hettches Gast ist diesmal die Fotografin Herlinde Koelbl, bei der man zunächst meinen könnte, sie verschwinde hinter der Neugier auf die von ihr Porträtierten, etwa, wenn sie die „Spuren der Macht“ verfolgt, oder sich auf die Gesichter ihrer wunderbaren „Jüdischen Portraits“ konzentriert.
Sonntag, 24. April: 20:05 – 21:00 Uhr im Deutschlandfunk
Freistil: Überohren – Von Popjournalisten und der Zukunft der Musikkritik
Feature von Susanne Burg und Andreas Main.
Wie die Popmusik ist auch das Schreiben über Pop einem ständigen Wandel unterworfen. Denn Popjournalismus ist der permanente Begleiter der Popmusik. Doch die Musikindustrie wankt und mit ihr der Popjournalismus. Viele der Schreibenden wie auch die Musiker wissen weder ein noch aus. Musikmagazine durchleben schwere Zeiten. Im besten Fall altern sie mit ihren Lesern, im schlechtesten Fall arbeiten sie an ihrer eigenen Abschaffung, indem sie den Popjournalismus tot reden. Von der großen Aufbruchsstimmung der 80er-Jahre ist nichts mehr zu spüren. Immer mehr Stimmen fordern, der Musikjournalismus müsse sich erneuern, wolle er seine Relevanz oder sogar stilprägende Wirkung zurückerobern. In welche Richtung es hierzulande gehen könnte, zeigen einige ambitionierte Blogs, Sendungen und Projekte. Wir porträtieren die Protagonisten als Spiegel dessen, wie sich der Popdiskurs verändert.
