Volltextsuche
Login
Aktuelle Hörfunk-Tipps
Dienstag, 29. November: 19:30 – 20:00 Uhr auf Deutschlandradio Kultur
Literatur: Romane sind ein großes Geheimnis – Die indische Schriftstellerin und Aktivistin Arundhati Roy
Mit ihrem ›Gott der kleinen Dinge‹ wurde Suzannah Arundhati Roy vor 14 Jahren weltberühmt. Der schon bald in diverse Sprachen übersetzte Roman brachte der indischen Autorin unter anderem den Booker Prize und den ›Preis für kulturelle Freiheit‹ der amerikanischen Lannan-Familienstiftung ein. Zur Freude indischer Menschenrechtsgruppen stiftet Arundhati Roy seitdem den Großteil ihrer Preisgelder an Einrichtungen und Aktionsbündnisse, die sich für gesellschaftliche und soziale Veränderungen einsetzen. Zum Bedauern der Rezensenten, die seit vielen Jahren der Publikation ihres nächsten Romans entgegen fiebern, hat die Schriftstellerin bisher ausschließlich gesellschaftskritische Essays und politische Sachbücher herausgebracht.
Und zum Ärger etlicher ihrer Landsleute nutzt die streitbare Aktivistin unerschrocken ihren Einfluss, um Missstände im heimatlichen Indien anzuprangern. Mal soll sie wegen ihres Engagements ins Gefängnis, mal läuft sie Gefahr, des Landes verwiesen zu werden. Doch die Autorin und Aktivistin lässt sich nicht beirren. »Wir sind viele – siesind wenige!« macht sie sich und ihren Weggefährten Mut.
Freitag, 2. Dezember: 20:10 – 21:00 Uhr auf Deutschlandfunk
Drei Lieben in Polen – Ludwig Zimmerer: Journalist – Sammler – Träumer
Feature von Jadwiga Korte.
Ludwig Zimmerer, 1924 in Augsburg geboren, wollte 1956 nur für ein, zwei Wochen nach Polen reisen. Das Land schien sich langsam aus dem Würgegriff des Stalinismus zu befreien, das faszinierte den Linkskatholiken. Konnten ein „Marxismus mit menschlichem Antlitz“ und der christliche Glaube in Polen eine Symbiose eingehen? Ludwig Zimmerer kommt an und bleibt – für den Rest seines Lebens. Als erster westdeutscher Korrespondent in Warschau arbeitet er für Die Welt, dann für NDR und WDR. Von den Vertriebenenverbänden lässt er sich nicht beeindrucken. Dafür sehr von den polnischen Intellektuellen, Künstlern und Frauen. Zimmerer übersetzt literarische Texte ins Deutsche und trägt eine bedeutende Kollektion polnischer Volkskunst zusammen. Mit dem Kriegsrecht im Dezember 1981 platzt auch Zimmerers Traum vom freien, demokratischen Polen. Ein Schlaganfall und dessen Folgen beendete 1987 sein bewegtes Leben.
Samstag, 3. Dezember: 17:05 – 17:50 Uhr auf SWR2
Frank Schirrmacher, FAZ-Herausgeber, im Gespräch mit Ruth Jakoby
Sendung aus der Reihe „Zeitgenossen“.
Der FAZ-Herausgeber und Feuilletonist Frank Schirrmacher ist einer der einflussreichsten Intellektuellen in Deutschland. Schirrmacher verbindet den weiten Horizont des Universalgelehrten mit dem Spürsinn des “rasenden Reporters”. Ein Journalist und Buchautor, der mit großer Treffsicherheit die gesellschaftlichen Aufreger-Themen wittert: Zum Beispiel Überalterung (”Das Methusalem- Komplott” 2004), Vereinsamung (”Minimum” 2006) und digitale Überforderung (”Payback” 2009).
Schirrmacher schrieb subtile Analysen zu Lyrikern wie Stefan George oder Gottfried Benn und brachte Günter Grass im Jahr 2006 dazu, seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS einzugestehen.
Sein journalistischer Jagdinstinkt trug ihm den Namen “Dirty Harry des Feuilletons” ein, er wurde 2004 zum “Journalisten des Jahres” und 2010 zum “Feuilletonjournalisten des Jahres” gewählt.
Dienstag, 6. Dezember: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 20:15 – 20:30 Uhr auf NDR Info
Zeitzeichen: 6.12.1731: Der Geburtstag der Schriftstellerin Sophie von La Roche
Sendung von Jutta Duhm-Heitzmann.
Sophie von La Roche lebte in zwei Welten: Sie war zuhause in den höchsten Adelskreisen. Aber sie war durch ihren 1771 erschienenen Roman „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ auch zu einer deutschlandweit bekannten Schriftstellerin geworden. In ihrem Koblenzer literarischen Salon empfing sie die intellektuelle Elite der Zeit, darunter Goethe, der sie außerordentlich schätzte. „Zwischen dem Benehmen einer Edeldame und einer würdigen bürgerlichen Frau schwebte sie gar anmutig“, schrieb er über die Autorin, die einen ganz eigenen Stil und Ton in die Literatur brachte. Ihren Roman veröffentlichte sie noch anonym, aber später stand sie als Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitschrift „Pomona für Teutschlands Töchter“ zu ihrem eigenen Namen, selbständig und eigenwillig wie die Heldinnen ihrer Bücher.
Mittwoch, 7. Dezember: 11:30 – 11:50 Uhr auf WDR 5
Starke Frauen: Barbro Alving, Journalistin
Donnerstag, 8. Dezember: 9:40 – 10:00 Uhr auf WDR 2
Stichtag: 8. Dezember 1926: Geburtstag Joachim C. Fest (deutscher Journalist, Publizist)
Samstag, 10. Dezember: 9:05 – 9:45 Uhr auf MDR Figaro
Freibeuter des Internets – Die Sechste Gewalt
Sendung von Jörg Wagner.
Das Petzen, Verpfeifen – kurz: das Verraten von Geheimnissen ist seit den Aktionen von Wikileaks populär. Das Leck wird zum Synonym für die Herstellung von Öffentlichkeit und Transparenz. Allerdings ist Geheimnisverrat seit jeher ein probates Mittel, um politische, wirtschaftliche oder militärische Gleichgewichte in Gesellschaften herzustellen oder zu stören. Der berühmteste moderne Fall war die Watergate-Affäre in den frühen 1970er-Jahren.
Während noch vor wenigen Jahren Dokumente fotografiert oder kopiert werden mussten, reicht heute eine CD, ein USB-Stick oder das Aufbauen einer Verbindung ins Internet, um Tausende von Dokumenten aufzuspüren und zu veröffentlichen. Sogenannte Whistleblowing-Plattformen ermöglichen die anonyme Verbreitung und stützen vermehrt Recherchen klassischer Medien.
Wichtige Fragen in diesem exzessiven Prozess: Wer bemisst und verteidigt Persönlichkeits- und Eigentumsrechte? Benötigt das Leaken ein Regulativ, einen Ehrenkodex oder sogar eine Verankerung im Grundgesetz ähnlich der Pressefreiheit? Wie verändert sich der investigative Journalismus durch diese Plattformen? Wie kann zur Förderung öffentlicher Transparenz eine sinnvolle Zusammenarbeit der politischen, gesellschaftlichen und medialen Akteure aussehen? Die Sendung sucht globale Antworten.
Montag, 19. Dezember: 9:05 – 9:20 Uhr auf WDR 5 und 20:15 – 20:30 Uhr auf NDR Info
Zeitzeichen: 19.12.1916: Der Geburtstag der Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann
Von Heide Soltau.
Sie galt als Pionierin der Meinungsforschung. Über 50 Jahre lang zählte Elisabeth Noelle-Neumann zu den bekanntesten Frauen in der Bundesrepublik, von vielen geachtet und respektiert für ihr Lebenswerk, die Gründung und Leitung des Allensbacher Instituts für Meinungsforschung. Ihre verblüffend genauen Wahlprognosen beeindruckten Fachleute und Öffentlichkeit gleichermaßen. Elisabeth Noelle stammte aus großbürgerlichen Verhältnissen in Berlin und hatte die Meinungsforschung 1937/38 in den USA kennen gelernt. Unumstritten war „die Pythia vom Bodensee“ nicht. Sie hatte während der NS-Zeit der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen angehört und in ihrer Doktorarbeit antisemitische Gedanken verbreitet. Ihrer Karriere tat das keinen Abbruch. Sie hielt Vorträge, schrieb Bücher, lehrte an Universitäten im In- und Ausland und wurde mit zahlreichen Ehrungen bedacht.
Dienstag, 27. Dezember: 9:05 – 9:10 Uhr im Deutschlandfunk
Kalenderblatt: Vor 100 Jahren: Der Sportjournalist Heinz Maegerlein geboren.
Donnerstag, 29. Dezember: 12:05 – 12:55 Uhr auf hr2 (Wh. um 23:05 Uhr)
Doppel-Kopf: Am Tisch mit Christian Ruzicska, „Büchermensch“
Gastgeber: Ulrich Sonnenschein.
Heutzutage einen Verlag zu gründen, ist eine mutige Entscheidung. Nicht, dass das Buch als Ware unattraktiv geworden wäre, nein: die Zahlen der Neuerscheinungen sind gleichbleibend hoch – es ist eher die verunsichernde Konzentration auf dem Markt, das immer Stärker-Werden der Konzern-Verlage wie Bertelsmann/Random House oder Rowohlt, Fischer und Kiepenheuer & Witsch zum Beispiel, die zur Holtzbrinck-Gruppe gehören. Andere sehr wohl etablierte, aber immer noch unabhängige Verlage wie Suhrkamp oder Kunstmann haben es da schon schwerer, der Eichborn Verlag steht vor dem Aus. Vor knapp zwei Jahren hat Christian Ruzicska mit Susanne Schenzle den Secession Verlag gegründet, und zwar in Zürich und in Berlin, um ein kleines, aber sehr feines Programm herauszubringen. Mut oder Übermut – das unterscheidet er im „Doppel-Kopf“-Gespräch mit Ulrich Sonnenschein.
------------------------------
Programmänderungen sind möglich
