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In den meisten journalistischen Vereinigungen wird seit längerer Zeit eine Debatte über den Verlust von Qualität im Journalismus geführt. Zum einen sind die Qualitätsanforderungen der Rezipienten gestiegen. Zum anderen wird beklagt, dass Verlage und Sender den Journalisten immer weniger Zeit für eine angemessene Recherche einräumen, dass die Ausbildung schlechter geworden oder die Bezahlung zu gering sei.

Dass sich - in einem größeren Kontext - das journalistische Berufsbild fundamental ändert, weil sich unsere Industriegesellschaft in eine Wissensgesellschaft transformiert, wird dabei meist außer Acht gelassen. Dabei liegt auf der Hand: In einer Welt, die sich immer stärker spezialisiert, kann qualitative Berichterstattung nur von denen betrieben werden, die über das notwendige Wissen verfügen. Fachjournalisten müssen sich nicht erst mühsam in ihr Thema einarbeiten, sie sind dort schon längst fit. Wer dagegen in "jedem" Berichterstattungsfeld arbeitet, dem wird es schwer fallen, Qualität zu liefern.

Eine weitere Ursache für Qualitätsdefizite besteht in der mangelnden Zielgruppenorientierung der Medien. In einer Welt, die sich durch permanente Informationsüberlastung der Menschen kennzeichnet, interessiert man sich nicht mehr für Belanglosigkeiten, sondern wünscht sich Informationen, die für sich selbst relevant sind. Es gibt schon lange nicht mehr "den" Rezipienten, sondern die inhaltlichen Interessen der Leser, Zuhörer und Zuschauer differenzieren sich immer stärker aus. Fachjournalismus ist auch für diese Entwicklung die richtige Antwort: Durch die Segmentierung von Fach- bzw. Wissensgebieten erreicht Fachjournalismus eher seine Zielgruppe, als Allroundjournalismus dies könnte.