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Arbeitsfelder
Mediengattungen
Derzeit arbeiten Journalisten – frei oder fest angestellt – für mehr als 15.000 Medien, die einen Redaktionssitz in Deutschland haben. Diese Medien gliedern sich auf in Printmedien wie Zeitungen und Zeitschriften, in TV- und Radiosender sowie in Nachrichtenagenturen oder Pressebüros. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets wurden diese Arbeitsfelder um den Bereich der Online-Redaktion erweitert, gleichzeitig etablierte sich die völlig neue Gattung der Online-Medien in der deutschen Medienlandschaft.
Printmedien zählen, trotz der neueren Entwicklungen im Medienmarkt, nach wie vor zu den größten und beliebtesten Arbeitgebern im Bereich des Journalismus. So arbeiten – als feste oder freie – ca. 17.000 Journalisten für Zeitungen, 9.000 für Zeitschriften und 3.000 für Anzeigenblätter. Alleine die Printmedien beschäftigen damit ca. 29.000 Journalisten in Deutschland.[1]
Öffentlich-rechtliche und private TV- und Radiosender beschäftigen ca. 15.000 freie und fest angestellte Journalisten. Die Arbeit im Rundfunk ist geprägt von einem noch höheren Aktualitätsdrang als in den Printmedien. Viele Journalisten senden direkt „live vor Ort“ und stehen daher unter besonders hohem Zeitdruck. Rund 3.000 Journalisten arbeiten für Nachrichtenagenturen und Mediendienste wie DPA, AFP, Reuters, etc. Diese Dienste sammeln aktuelle Informationen und bieten diese anderen Medien zur Weiterverarbeitung an.
Bei Online-Medien sind ca. 2.000 hauptberufliche Journalisten beschäftigt. Online-Medien bedienen sowohl sehr spezielle Interessentengruppen als auch ein breites Spektrum an Medienkonsumenten. Neueste Entwicklungen im Online-Journalismus greifen sogenannte „Blogs“ (eine Art Tagebuch im Internet mit Kommentarfunktion für Leser) und „Podcasts“ (Audioformate im Internet) auf.[2]
Journalistische Tätigkeitsbereiche
Journalisten üben in diesen Medien unterschiedlichste Tätigkeiten aus.[3] Sie arbeiten unter anderem als:
Redakteur: Fest angestellter Journalist, der innerhalb einer Redaktion ein bestimmtes Sachgebiet bearbeitet.
Freier Journalist: Selbstständiger Journalist auf Honorarbasis. Freie können sowohl nur für einen Auftraggeber arbeiten (feste Freie) oder für mehrere. Sie müssen „marktfähige“ Themen suchen und diese den Redaktionen anbieten. Aufgrund der nach wie vor schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt stehen viele freie Journalisten unter erheblichem Konkurrenzdruck und verdienen unterdurchschnittlich.
Korrespondent: Mitarbeiter einer Redaktion der dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum über ein Land, eine Region oder über besondere Ereignisse berichtet.
Chefredakteur: Der Chefredaktion gehören in der Regel ein oder mehrere Chefredakteure mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten sowie ein Chef vom Dienst (CvD) an. Der Chefredakteur bestimmt in der Regel die inhaltliche Leitlinie eines Mediums und fungiert als Vorgesetzter für die Redaktion. Der Chef vom Dienst ist als Bindeglied zwischen Redaktion und Produktion für die technisch und terminlich korrekte Anlieferung der zu druckenden Texte bzw. des zu sendenden Materials zuständig.
Bild- oder Fotoredakteur: Bildjournalisten dokumentieren mit visuellen Mitteln Informationen über Ereignisse, Vorgänge und Sachverhalte. Nachrichtenredakteur: Nachrichten sind der „publizistische Rohstoff“, den Journalisten in allen Medien verarbeiten und dem Publikum zur Verfügung stellen. Nachrichtenredakteure selektieren, bewerten und kommentieren die Nachrichten die tagtäglich an Redaktionen geliefert werden. Sie verfügen meist über eine hohe Allgemeinbildung, da sie die entsprechenden Hintergründe der aktuellen Nachrichten bewerten und beschreiben müssen.
Kommentator: In vielen Medien gibt es einen Journalisten, der als Kommentator fungiert. Kommentatoren ordnen aktuelle Geschehnisse ein, stellen Zusammenhänge her und bewerten anschließend. Dazu benötigen sie eine fundierte Allgemeinbildung, hohe Sachkenntnis über den Gegenstand des Kommentars und die Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte in kürzester Zeit genau auf den Punkt zu bringen.
Grenzfall journalistischer Tätigkeit: Public Relations.
Gerade durch die Entwicklung des Arbeitsmarktes für Journalisten in den letzten Jahren streben immer mehr Journalisten in „artverwandte“ Berufe wie Public Relations oder Corporate Publishing (Medien von Unternehmen oder Organisationen).
Bei diesen Berufen sind ebenfalls journalistische Qualifikationen wie Recherche, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Bewertung und Aufbereitung von Informationen erforderlich. Allerdings ist die Kommunikation der Public Relations von Unternehmen und Organisationen interessengeleitet, während Journalismus als objektives Beobachtersystem der Gesellschaft dienen soll. Aufgrund dieser unterschiedlichen Interessensgrundlage stehen sich die beiden Systeme oft diametral gegenüber. Die Frage, ob Public Relations-Fachleute Journalisten sind, war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand hitziger Debatten.
Der Deutsche Fachjournalisten-Verband stellt den Fachbezug seiner Mitglieder in den Fokus seiner Aktivitäten. Er möchte als Plattform für die Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen dienen und Expertenwissen verknüpfen. Der Verband erkennt zudem an, dass viele freie Journalisten aufgrund der Arbeitsmarktlage gezwungen sind, PR-Aufträge anzunehmen, obwohl er diese Entwicklung ausdrücklich nicht begrüßt. Aus diesen Gründen nimmt der DFJV sowohl Fachjournalisten als auch Fach-PR-Experten auf, wenn sie den Aufnahmekriterien des DFJV entsprechen. Der DFJV verlangt von seinen Mitgliedern allerdings, dass sie die unterschiedliche Interessenlage zwischen Journalismus und PR anerkennen und sich entsprechend verhalten. Dies heißt vor allem, dass eine strikte Trennung zwischen redaktioneller und PR-Tätigkeit eingehalten wird.
[1] Vgl. Weischenberg, Siegfried/Malik, Maja/Scholl, Armin, (2006): Die Souffleure der Mediengesellschaft, Hamburg.
[2] Fischer, Tim/Quiring, Oliver (2005): Fachjournalist, Nr. 19, S. 9 – 12.
[3] Vgl. Dernbach, Beatrice: Journalistische Berufsfelder, Deutsche Fachjournalisten-Schule, Modul 106.
